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„Lebensgefährlich!“ADAC und Stiftung Warentest schlagen Alarm

Fassade mit Logo und Schild, ADAC Fassade mit Logo und Schild

Copyright: IMAGO/Zoonar

Der ADAC und Stiftung Warentest wenden sich mit einer dringenden Warnung an Autofahrer.

Crashtest-Schock: ADAC und Stiftung Warentest warnen vor zwei Produkten, die für Kinder zur Todesfalle werden können.

Der ADAC und die Stiftung Warentest schlagen Alarm! Bei einem Crash-Test sorgten gleich zwei Produkte für ein Ergebnis, das die Institutionen jetzt vor „lebensgefährlichen Mängeln“ warnen lässt.

In regelmäßigen Abständen prüfen die beiden Organisationen in einer gemeinsamen Untersuchung Autositze für Kinder. Die kompletten Resultate werden zwar erst Ende Oktober erwartet, doch die beiden Institutionen sahen sich gezwungen, diese Warnung schon jetzt zu veröffentlichen.

Stiftung Warentest und ADAC schlagen Alarm wegen Kindersitzen

Die Dringlichkeit unterstreicht Sarah Vasconi, die Testleiterin bei der Stiftung Warentest, mit klaren Worten: „Wir raten dringend vom Gebrauch dieser Kindersitze ab“, sagt sie über die beiden Modelle. „Das Versagen von Gurtschloss oder Stützfuß beim Crash ist inakzeptabel. Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass ein Kindersitz bei einem Unfall das Kind schützt.“

Eines der beanstandeten Produkte ist der „Britax Römer Baby-Safe Pro“, welcher für Säuglinge mit einer Körpergröße von 40 bis 85 Zentimetern genehmigt ist.

Die Stiftung Warentest schildert den Testablauf so: „Im Frontal-Crashtest war der Sitz in geneigter Position in die Isofix-Basis Vario Base 5Z eingeklickt“. Das Ergebnis war verheerend: „Beim Frontalaufprall verbog sich die Babyschale stark nach hinten. Die Gurtschnalle öffnete sich, die Einrasthaken brachen, und der Testdummy flog durch die Prüfkarosse.“

Vasconi empfiehlt Nutzern dieser Kombination, ausschließlich die aufrechte Einstellung zu verwenden oder alternativ den Gurt des Fahrzeugs zu nutzen.

Ein bemerkenswertes Detail: Die Babyschale allein hat den Aufpralltest in beiden Positionen, aufrecht wie liegend, erfolgreich absolviert.

Der Hersteller Britax Römer gab bekannt, dass man aktuell analysiere, wie dieses Versagen passieren konnte. Eine Rückrufaktion oder ein kostenfreier Austausch des Produkts wird zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht erwogen.

Warnung vor dem „Axkid Minikid Core“

Das zweite Modell, das durchfiel, ist der „Axkid Minikid Core“. Dieser ist für Säuglinge und Kinder bis zu einer Körpergröße von 125 Zentimetern ausgelegt. Die Stiftung Warentest beschreibt die Handhabung: „Der rückwärtsgerichtete Sitz wird mit dem Drei-Punkt-Autogurt angeschnallt und lässt sich in zwei Positionen einstellen – eine aufrechte und eine mehr nach hinten geneigte“.

Dabei wurde eine Puppe verwendet, die einem Kind im Alter von etwa sechs Jahren nachempfunden ist. In der geneigten Einstellung gab bei der Frontalkollision der Stützfuß derart stark nach, dass das Gurtschloss samt Schrittgurt abriss. Die Konsequenzen sind erschreckend, wie die Stiftung Warentest festhält: „Der Testdummy schleuderte in einer halben Rückwärtsrolle über den Kopf nach hinten. Beine und Körper drückten mit voller Wucht auf den Nackenbereich“.

Hersteller Axkid veranlasst sofortigen Rückruf

Laut Vasconi resultiert dies in einem „deutlich erhöhten Verletzungsrisiko“. Sie spricht eine klare Empfehlung aus, den Sitz nicht mehr zu verwenden. Der Anbieter Axkid handelte umgehend. Der Vertrieb des „Minikid Core“ wurde gestoppt und eine freiwillige Rückholaktion gestartet.

Kunden, die diesen Sitz erworben haben, sollen eine Benachrichtigung erhalten und die Möglichkeit bekommen, ihn kostenfrei umzutauschen. Auf der Internetseite von Axkid ist dafür ein Formular online verfügbar.

Die entsprechende Zulassungsnummer, die mit „E9“ anfängt, befindet sich auf einem Etikett am Sitz. Diese aktuellen Resultate werfen erneut ein schlechtes Licht auf die Branche. Bereits im Vorjahr hatte der ADAC nicht einmal ein Drittel der geprüften Sitze mit der Note „gut“ ausgezeichnet. (red)