Sie soll Gerichten den letzten Pfiff geben. Eine aktuelle Analyse von ÖKO-TEST deckt aber auf, was sich wirklich darin verbirgt: illegale Pflanzenschutzmittel!
Alarm im GewürzregalBekannte Gemüsebrühen fallen im Test krachend durch

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Fertigbrühe steht auf einem Tisch
Was für eine böse Überraschung im Küchenschrank! Eine Untersuchung von 27 Fertig-Gemüsebrühen durch ÖKO-TEST bringt für zahlreiche etablierte Hersteller ein katastrophales Fazit. Vor allem die herkömmlichen Artikel, die in unzähligen Haushalten zur Grundausstattung zählen, versagen komplett. Fünf von zehn analysierten Erzeugnissen ohne Bio-Zertifikat wurden als „mangelhaft“ oder gar „ungenügend“ eingestuft.
Die eigentliche Hiobsbotschaft kam aus dem Labor: Chemische Rückstände von Pflanzenschutzmitteln wurden in etlichen konventionellen Brühen nachgewiesen. Besonders heikel: In zwei Artikeln fanden sich sogar Spuren des Wirkstoffs Clothianidin – ein Mittel, dessen Zulassung in der EU schon lange erloschen ist! Zu den prominenten Testverlierern zählen die Le Gusto Klare Gemüsebrühe von Aldi mit der Note „mangelhaft“ sowie die Gemüse-Bouillon von Knorr, die mit „ungenügend“ das schlechteste Urteil erhielt. Das berichtet „CHIP“.
Bio-Produkte überzeugen auf ganzer Linie
Dass es auch besser geht, beweist die Analyse deutlich. Verbraucher, die sich für Bio-Artikel entscheiden, machen alles richtig. Sämtliche 17 untersuchten Bio-Brühen erhielten wenigstens das Urteil „gut“. Zwei Erzeugnisse, darunter die Rewe Bio Gemüsebrühe, sicherten sich sogar die Top-Bewertung „sehr gut“. Sie punkteten nicht nur mit einer sauberen Weste bei den Pestizid-Tests, sondern auch, weil sie ohne künstliche Aromastoffe und Geschmacksverstärker auskommen.
Achtung: Viel zu viel Salz und Zucker
Allerdings sind Pflanzenschutzmittel nicht das einzige Manko. Die Inhaltsstoffliste offenbart zahlreiche Brühen als regelrechte Salz-Fallen. Die Prüfer ermittelten, dass die pulverisierten Zubereitungen zum Teil aus 44 bis 60 Prozent Salz zusammengesetzt sind. Wer beim Zubereiten von Speisen unachtsam ist und zusätzlich Salz verwendet, übersteigt rasch die täglich angeratene Höchstmenge.
Auch beim Zucker ist Vorsicht geboten. In sämtlichen herkömmlichen Artikeln sowie in etwa der Hälfte der Bio-Erzeugnisse entdeckten die Tester beigefügten Zucker. Häufig verbirgt er sich hinter Bezeichnungen wie Maltodextrin, Glukosesirup oder auch Karamellzucker. Konsumenten, die gezielt Zucker meiden möchten, sollten die Auflistung der Zutaten daher sehr sorgfältig prüfen.
Tipps für den nächsten Supermarkt-Besuch
Wie verhält man sich also im Geschäft? Fachleute empfehlen, sich nicht von farbenfrohen Aufmachungen täuschen zu lassen. Ausschlaggebend sind die Angaben auf der Rückseite. Ein großer Gemüseanteil ist positiv – die Bouillon von Knorr wies hier mit 32,5 Prozent den höchsten angegebenen Anteil auf, scheiterte jedoch wegen anderer Mängel. Das Produkt von Rewe erreichte einen Wert von 20 Prozent.
Behalten Sie den Salzanteil und getarnte Zuckerformen im Auge. Wer keine künstlichen Aromastoffe und Geschmacksverstärker möchte, muss die Inhaltsstoffe genauestens unter die Lupe nehmen. Die Untersuchung macht deutlich: Ein Bio-Zertifikat deutet häufig auf eine höhere Qualität hin. Relevant ist zudem der Vergleich des Preises pro Liter zubereiteter Brühe, anstatt nur auf den Packungspreis zu schauen.
Die Prüfer machen darauf aufmerksam, dass die Resultate auf Artikeln basieren, deren Kauf im Frühjahr 2026 stattfand. Weil Produzenten ihre Zusammensetzungen verändern können, ist eine Überprüfung der aktuellen Inhaltsstoffliste beim Einkaufen stets ratsam. (red)
