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„Habe ich noch nie gesehen“ Chef aus NRW berichtet über die dramatische Lage in Edeka-Filiale

Aldi, Lidl, Rewe – in vielen Filialen müssen die Händler mit leeren Regalen kämpfen. Der stellvertretende Chef einer Edeka-Filiale in Hagen berichtet über die derzeitige Lage. Unser Archivbild zeigt einer Rentnerin in einer Edeka-Filiale im März 2020 in Stuttgart.

Aldi, Lidl, Rewe – in vielen Filialen müssen die Händler mit leeren Regalen kämpfen. Der stellvertretende Chef einer Edeka-Filiale in Hagen berichtet über die derzeitige Lage. Unser Archivbild zeigt einer Rentnerin in einer Edeka-Filiale im März 2020 in Stuttgart.

Aldi, Lidl, Rewe, es gibt keinen Discounter oder Supermarkt, der nicht in einzelnen Filialen leere Regale hat. Erst Corona, jetzt Engpässe und neue Hamsterkäufer – ein Edeka-Chef berichtet über die derzeitige Lage.

Viele Kundinnen und Kunden ziehen derzeit sehr lange Gesichter, wenn sie ihre Einkäufe bei Aldi, Lidl, Rewe, Edeka & Co. tätigen müssen. Zahlreiche Produkte haben sich verteuert, einige sogar massiv. Stellenweise bekommen sie Artikel sogar gar nicht, weil die Regale leer sind. Mehl, Sonnenblumenöl, Konserven – die Sorge der Menschen sorgt dafür, dass sie wieder einmal mehr einkaufen, als sie brauchen. Szenen, die viele Filialleiterinnen und Filialleiter noch vom Beginn der Corona-Pandemie kennen.

Der stellvertretende Chef einer Edeka-Filiale in Hagen (NRW) berichtet nun über die neuen Probleme, die seit dem Angriff auf die Ukraine bei den Händlern herrschen. Über die Lieferengpässe und den Ärger der Kundinnen und Kunden, mit denen er kämpfen muss.

Der 33-jährige Patrick Forst schreibt in einem Beitrag für „Zeit“, dass er in den sieben Jahren, in denen er bei Edekaarbeitet, solche Schwierigkeiten nie gesehen habe. „Bei uns in der Filiale merken wir die Engpässe jeden Tag. Seit einer Woche bekommen wir kaum noch Mehl, pro Lieferung gerade mal eine Einheit oder zwei mit jeweils acht Paketen zu einem Kilo. Das ist dann sofort wieder weg“, schreibt er. Sonnenblumenöl gebe es derzeit gar nicht, allein Raps- und Olivenöl seien verfügbar.

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Edeka: Vize-Chef über Lage in Filiale – „Die Unsicherheit belastet schon“

Forst: „Vor Kurzem haben wir an einem Tag 100 Flaschen Rapsöl bekommen, die waren nach zwei Stunden weg. So etwas wäre früher nicht passiert.“

Hinzu komme die Unsicherheit, wann diese Lage vorbei ist. „Die Unsicherheit belastet schon. Im Laden sieht so ein leeres Regal ziemlich blöd aus. Wir versuchen dann, andere Produkte im Regal breiter zu ziehen, damit die Lücken nicht so auffallen“, erklärt der Filialleiter.

Die Zunahme der Hamsterkäufe sei auch in seiner Filiale deutlich spürbar, auch hier musste Edeka rationieren: Nudeln, Mehl, Sonnenblumenöl, Toilettenpapier, Küchenrollen. Zwei Artikel pro Haushalt. Das Gros der Kunden nehme dies relativ entspannt hin, doch es gebe auch hektische Menschen. „Wenn sie den Laden betreten, stürmen sie zum Beispiel gleich auf die Nudeln zu und laden sich den Einkaufswagen damit voll, obwohl sie mehr genommen haben, als sie dürfen.“

Edeka: Vize-Chef berichtet – „Meistens sind es die Jüngeren, die pöbeln“

An der Kasse gebe es dann Theater, manche diskutieren, pöbeln herum. Forst weiß: „Meistens sind es die Jüngeren, die pöbeln, die Älteren sind eher gelassen, akzeptieren die Situation.“ Die seien, anders als die Kriegs- oder Nachkriegs-Generation, verwöhnter, weil immer alles da war, meint Forst.

Während der Corona-Zeit haben die Supermärkte profitieren können, viele Menschen waren im Homeoffice, auch die Kinder waren zeitweise zu Hause, die Gastronomie war dicht. Die Folgen: Viele Menschen haben mehr Lebensmittel in den Discountern und Supermärkten eingekauft.

Doch der Bericht des stellvertretenden Filialleiters zeigt, dass derzeit nicht nur die Kundinnen und Kunden unter den hohen Preisen leiden. Spürbar sind sie nicht nur bei den Ölen, beim Mehl oder Brot, sondern auch bei Obst und Gemüse etwa. Eine Belastung für einkommensschwache Familien.

Edeka-Chef: „Wünsche mir, dass Leute gelassener mit Situation umgehen“

Trotzdem gibt es keinen Grund zu Hamstern. Dass viele Kundinnen und Kunden viel mehr einkaufen, als sie müssten, sorgt auch bei Filialleitern für Unverständnis.

„Ich frage mich öfter, ob die Leute aus den Engpässen in der Corona-Zeit nichts gelernt haben“, schreibt Forst. Viele Menschen seien nicht bereit, die Folgen zu akzeptieren – diesmal eben die Folgen des Krieges in der Ukraine. „Ich würde mir wünschen, dass mehr Leute gelassener mit der Situation umgehen.“

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