„Nicht mehr bei euch?“ Drogeriemarkt dm stellt Service ein, Kunden sind enttäuscht

Blick in eine dm-Filiale im November 2020: Kunden sind enttäuscht darüber, dass die Drogeriekette seine Schnelltestzentren schließt. Dabei war das längst klar.

Blick in eine dm-Filiale im November 2020: Kunden sind enttäuscht darüber, dass die Drogeriekette seine Schnelltestzentren schließt. Dabei war das längst klar.

Mal eben schnell einen Corona-Test machen, bevor man Freunde oder Familie trifft? Für Ungeimpfte war das längst zum Alltag geworden. Auch der Drogeriemarkt dm hatte rund 200 Schnelltestzentren im Angebot. Doch die sind nun dicht. Einige Kunden sind darüber enttäuscht.

Köln. Wer einen Corona-Test braucht, muss sich auf längere Wege einstellen. Und auf höhere Kosten: In Deutschland müssen die Menschen für Corona-Tests nämlich bald selbst bezahlen. Ab Montag, 11. Oktober, werden diese Tests zum Nachweis einer Infektion mit dem Coronavirus dann kostenpflichtig. Das hatte die Noch-Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gemeinsam mit den Ministerpräsidenten der Länder beschlossen.

Gleichzeitig sinkt die Nachfrage nach den Tests, weil es perspektivisch immer mehr Geimpfte gibt. 

Deshalb hat sich die Drogeriekette dm schon vor Monaten dazu entschlossen, die einst rund 200 Teststellen zum 30. September zu schließen. Das Unternehmen begründete dies mit gesunkener Nachfrage und eben jener Abschaffung der kostenlosen „Bürgertests“ im Oktober. Wer auf die Internetseite von dm geht, um einen Termin zu buchen, sieht die Nachricht: „dm-Corona-Schnelltestzentren: aktuell nicht verfügbar“. Doch offenbar ist das nicht bei jedem Kunden angekommen.

dm macht Testzentren dicht, einige Kunden beschweren sich

Auf Facebook beschwerte sich eine Kundin auf der Community-Seite von dm: „Ich wollte mir eben einen Termin bei einem Eurer Testzentren machen. Aber egal welcher Ort, es stehen keine Slots zum Buchen zur Verfügung.“ Sie wunderte sich: „Sind die alle ausgebucht oder gibt es die Testzentren nicht mehr bei euch?“ Das Social-Media-Team liefert ihr prompt die Antwort: Der Betrieb in den dm-Schnelltestzentren werde eingestellt „und die Buchungsmöglichkeiten sind ab dem 1. Oktober 2021 nicht mehr erreichbar. Hierfür bitten wir um Verständnis.“ 

Ein anderer Nutzer kritisierte, dm hätte auf Facebook oder in einem Newsletter die Schließung der Testzentren prominenter ankündigen können. 

Für dm ist die Entscheidung auch ein erheblicher Kostenpunkt: Die Drogerie war der technische Dienstleister für die Plattform. Auch die Kosten für die Bereitstellung und den Betrieb wurden von dm übernommen. Die Beschaffung der Test lag damals noch beim zuständigen Ministerium im jeweiligen Bundesland, als die Zentren geöffnet wurden. Mit Wegfall der kostenlosen „Bürgertest“ ist auch das passé. Die Drogeriekette bietet allerdings weiterhin Tests zu Selbstanwendung an. 

In mehreren Bundesländern fielen Corona-Einschränkungen am 1. Oktober weg: In NRW etwa soll überall dort, wo bislang Nicht-Geimpfte oder Nicht-Genesene einen PCR-Test als Zugangsvoraussetzung (etwa in Diskotheken) benötigt haben, nun alternativ ein Schnelltest gelten, wenn dieser höchstens sechs Stunden alt ist. Es handle sich dabei um sogenannte PoC-Tests, also Schnelltests unter professioneller Aufsicht. (mg)

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