Schluss mit dem Preis-Irrsinn? Eine Idee aus dem Nachbarland könnte die Lösung sein.
Benzinpreis-BremseSo gut funktioniert sie im Nachbarland

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Der Preis für Diesel und Benzin ist stark gestiegen
Der Konflikt im Nahen Osten lässt die Spritkosten an den Tankstellen durch die Decke gehen, und der Unmut bei den Autofahrenden wächst. Die Bundesregierung will nun einschreiten. Ein einschneidender Schritt, der sich am Nachbarland orientiert, wird von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vorbereitet: Zukünftig soll es täglich nur noch eine einzelne Anhebung der Kraftstoffpreise geben. Damit soll die Preis-Achterbahn gestoppt werden.
Unser Nachbarland nutzt dieses System bereits seit 15 Jahren erfolgreich. Das Prinzip ist einfach: Eine Preisanhebung ist den Tankstellenbetreibern nur ein einziges Mal am Tag gestattet – exakt um 12.00 Uhr mittags. Preissenkungen hingegen sind unbegrenzt möglich. Anfangs war die Anhebung für den Start des Geschäftsbetriebs vorgesehen, wodurch jedoch Berufspendler einen Nachteil hatten. Für mehr Gerechtigkeit wurde der Zeitpunkt auf die Mittagsstunde verschoben. Das Wirtschaftsministerium in Österreich wertet dies als Gewinn für Verlässlichkeit und Sicherheit. Das berichtet „89.0 RTL“.
Fachleute warnen: Das könnte nach hinten losgehen
Deutsche Fachleute zeigen sich jedoch misstrauisch. Zurückhaltung kommt vom Bundeskartellamt, welches in der ersten Hälfte von 2025 unglaubliche 22 tägliche Preisänderungen je Tankstelle registrierte. Die größte Befürchtung ist: Anstelle zahlreicher kleiner Korrekturen könnten die Ölkonzerne die einzige gestattete Anhebung für einen besonders starken Preissprung auf Vorrat missbrauchen.
Ganz neu ist diese Idee allerdings nicht. Bereits im November hatte der Bundesrat eine Überprüfung des Systems verlangt, seinerzeit aufgrund der ärgerlichen Preisschwankungen über den Tag. Die gegenwärtige Krise verleiht dem Vorhaben jedoch eine frische Brisanz. Ein zusätzlicher problematischer Punkt ist die Tageszeit. In Deutschland gelten die Stunden am Abend zwischen 18.00 und 22.00 Uhr als beste Zeit zum Tanken. Mit dem neuen System wäre es kurz vor 12.00 Uhr am preiswertesten – ein schlechter Zeitpunkt für die Mehrheit der Arbeitnehmer, die nicht einfach so zur Zapfsäule fahren können.
Spart man in Österreich an der Zapfsäule wirklich Geld?
Tatsächlich ist das Preisniveau in Österreich spürbar geringer. Zu Beginn des Monats März war Superbenzin E5 dort um circa 37 Cent pro Liter billiger, bei Diesel betrug die Ersparnis rund 25 Cent. Der Hauptgrund dafür sind allerdings die niedrigeren Abgaben und Steuern, nicht unbedingt das Preisregulierungssystem. Unter Experten wird kontrovers diskutiert, ob die Vorschrift zusätzlich eine preisdämpfende Wirkung hat. Manche Untersuchungen erkennen eine positive Auswirkung, während andere keinen solchen erkennen.
Letztendlich stellt sich die Frage: Beseitigt die Vorschrift das Preis-Durcheinander tatsächlich, oder resultiert sie nur in einer einzelnen, aber dafür umso kräftigeren täglichen Preisanhebung? Für Konsumenten ist das jetzige System mit seinen permanenten Sprüngen schwer zu überblicken. Die andere Möglichkeit könnte jedoch speziell für Berufspendler große Nachteile mit sich bringen und ihre etablierten Tankgewohnheiten vollständig durcheinanderbringen. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

