Aldi warnt seine KundschaftDiscounter mit bitterer Prognose – „Wird leider noch schwieriger“

Der Discounter Aldi Süd stimmt Verbraucher auf noch schwierigere Zeiten ein. Unser Archivbild (2021) zeigt eine Frau mit mehreren Einkaufstüten in einer Fußgängerzone in Stralsund.

Der Discounter Aldi Süd stimmt Verbraucher auf noch schwierigere Zeiten ein. Unser Archivbild (2021) zeigt eine Frau mit mehreren Einkaufstüten in einer Fußgängerzone in Stralsund.

Der Lebensmitteleinkauf ist derzeit alles andere als ein Vergnügen: Die Inflation steigt immer weiter, die Einkommenserwartungen sinken, es gibt Lieferprobleme und Engpässe – alles in allem haben die Deutschen mit reichlich Herausforderungen zu kämpfen. Nun äußert sich ein Aldi-Sprecher über die Zukunft – und kann leider keine Entwarnung geben.

Seit dem Frühjahr erhöht Aldi seine Preise kräftig, andere Supermärkte und Discounter ziehen nach. Seit dem Jahresbeginn werden Lebensmittel sukzessive teurer und teurer. Allein im September stiegen die Preise für Nahrungsmittel deutlich mehr als der Rest: Der Auftrieb lag hier bei 18,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. 

Die Menschen in Deutschland haben nach ihrem Wocheneinkauf immer weniger Geld im Portemonnaie übrig, so hoch wie jetzt lag die Inflationsrate im wiedervereinigten Deutschland noch nie, erstmals hat seit den Nachkriegsjahren hat sie die Marke von 10 Prozent erreicht. 

Aldi warnt seine Kundschaft: „Zeiten könnten noch schwieriger werden“

Wann entspannt sich die Lage endlich? Der Discounter Aldi Süd jedenfalls kann seiner Kundschaft keine Entwarnung geben – im Gegenteil. Im Interview mit der „Lebensmittel Zeitung“ ließ Verwaltungsrat-Sprecher Stefan Kopp sogar verlauten: „Unsere Einschätzung ist, dass die Zeiten leider noch schwieriger werden könnten“.

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Man wolle weiterhin Einkaufsvorteile in Form von möglichst niedrigeren Preisen an Kunden weitergeben. Doch alle Kostensteigerungen selbst abzufangen, das sei Kopp zufolge für Aldi unmöglich.

Dabei sind es vor allem die Discounter wie Aldi, die von der hohen Inflation profitieren, schließlich achten Verbraucherinnen und Verbraucher immer mehr auf den Preis.

Aldi will Eigenmarken weiter stärken – Discounter marschieren weiter voran

Laut jüngstem GfK Consumer Index marschiert der Discount weiter voran und lässt alle anderen hinter sich – auch im Monat September: Die Umsätze der Discounter sind um zwanzig Prozent gestiegen, die der Vollsortimenter um gerade 9 Prozent. Eine wichtige Stellschraube dabei: Die günstigeren Handelsmarken, also Eigenmarken, die boomen. Sie haben bei Discountern einen hohen Anteil am Umsatz, doch auch Supermärkte wie Rewe oder Edeka werben aggressiver mit ihren Eigenmarken „Ja!“ oder „Gut und Günstig“.

Gleichzeitig sind laut GfK aber bei den Discountern auch die Preise prozentual gesehen am stärksten gestiegen: Der Anstieg betrug im September 17,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und war damit fast doppelt so stark wie bei Edeka, Rewe & Co. (+8,9 Prozent). Trotzdem aber sind ihre Angebote letztlich immer noch billiger – das verschafft Aldi, Penny, Netto & Co. einen augenscheinlichen Vorteil. 

Kopp kündigte im Interview an, dass man auch bei Aldi seine Eigenmarken stärken wolle. Man wolle sich auf das beschränken, „was uns groß und bekannt gemacht hat“.  Ziel sei es, „so vielen Menschen wie möglich qualitativ gute und gesunde Produkte zur Verfügung stellen, die sie sich leisten können“. (mg)