MRT: Darum ist die Röhre so laut & Metall gefährlich
Gefahr in der RöhreWarum Sie Schmuck und Piercings vor dem MRT unbedingt ablegen müssen

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In welchem Zustand ist der Gelenkknorpel am Knie? Gibt es Veränderungen im Gehirn? Bei Fragestellungen wie diesen liefert eine MRT-Untersuchung Antworten.
Den komplizierten Begriff Magnetresonanztomographie verwendet im täglichen Leben so gut wie niemand. „Ich muss ins MRT“, sagt man einfach. Dann ist sofort jedem klar, dass eine Untersuchung in der tunnelartigen Maschine ansteht, die Bilder aus dem Körperinneren liefert.
Aber wie genau arbeitet so ein Apparat? Weshalb müssen Piercings auf jeden Fall raus? Und was hat es mit dem Lärm auf sich, der an einen wilden Techno-DJ erinnert? Hier gibt es die Antworten.
So funktioniert die Technik im Inneren der Röhre
„Beim MRT handelt es sich um ein Gerät in Röhrenform, das einen sehr großen Magneten in seinem Kern hat und ein starkes Magnetfeld erzeugt“, erläutert der Radiologe Wolfram Schaeben. Die Grundlage dieser Technologie ist, dass unser Organismus zu einem großen Teil aus Wasser besteht. Die Wasserstoffatome richten sich in dem Magnetfeld aus – ganz ähnlich wie bei Kompassnadeln.
Der Vizepräsident des Berufsverbandes der Deutschen Radiologen führt aus: „Wenn dann elektromagnetische Wellen im Frequenzbereich von Radio-/Fernsehwellen ausgesendet werden, geraten diese Atome in Schwingung. Beim Abschalten wird Energie frei.“ Dieses elektrische Signal wird von Spulen aufgefangen und von Computern umgerechnet – so entstehen die bekannten Schnittbilder aus dem Körper.
Verbrennungsgefahr: Darum ist Metall im MRT so gefährlich
Zuerst müssen Patienten einen ausführlichen Fragebogen bearbeiten. Darin wird auch erfasst, ob sich Metall im Körper befindet – vom Herzschrittmacher über Ohrimplantate bis zu Schrauben nach dem letzten Unfall beim Skifahren. Auf Basis dieser Informationen wird dann entschieden, ob ein MRT-Scan überhaupt sicher ist.
Schmuck und Piercings müssen vor dem Scan zwingend entfernt werden. „Sonst besteht die Gefahr der Erhitzung und Verbrennung“, warnt Radiologe Schaeben mit Nachdruck. Auch BHs mit Metallbügeln oder Gürtel gehören nicht in die Röhre. Komplett entkleiden muss man sich für die Zeit im Gerät aber nicht. Gängige Zahnimplantate und Füllungen aus Amalgam stellen normalerweise kein Hindernis dar.
Sogar Herzschrittmacher der neuesten Generation, die oft als MRT-geeignet gelten, können durch das intensive Magnetfeld verstellt werden. „Dann muss die Untersuchung besonders gut vorbereitet und überwacht werden und der Herzschrittmacher danach eventuell neu eingestellt“, so Schaeben.
Bandscheibenvorfall, Kreuzbandriss & Co.: Wann ihr ins MRT müsst
Ein Bandscheibenvorfall, ein Riss des Meniskus oder Kreuzbands oder Beschwerden in der Schulter: Das sind typische Diagnosen, die Patienten in die MRT-Maschine bringen. Das Gerät ist immer die beste Option, wenn es um die Abbildung von Weichgewebe und Gelenken geht. Auch das Gehirn, das Rückenmark und Nervenbahnen werden damit sichtbar gemacht.
Der wesentliche Unterschied zur Computertomographie (CT) ist die verwendete Technik. Während das CT Röntgenstrahlung einsetzt, arbeitet das MRT mit elektromagnetischen Wellen. „Nach aktuellem Stand sind diese komplett unschädlich“, betont Schaeben. Für Scans der Lunge oder des Bauchraums sei jedoch meist ein CT die bessere Wahl.
Techno-Konzert in der Röhre: Woher die Geräusche kommen
Sobald man auf der Liege in die Röhre gleitet, geht es los. „Nicht erschrecken: Es wird laut klopfen und brummen!“, ist eine häufige Ansage. Doch woher stammt dieser Lärm? „Die Spulen im Magnetgehäuse erzeugen ein mechanisches Geräusch, weil sie immer wieder das Magnetfeld verziehen und elektrische Signale empfangen“, klärt Schaeben auf. Die Ströme in den Spulen werden extrem schnell geschaltet, was die lauten Klopfgeräusche auslöst.
Viele Patienten finden die lauten Klopfgeräusche beängstigend. Deshalb bekommen sie in der Regel Ohrstöpsel oder einen Gehörschutz, teils sogar mit Musik. „Bei Kopfuntersuchungen kann man über ein Spiegelsystem das Bedienpersonal sehen, das im Übrigen über ein Mikrofonsystem ständig mit dem Patenten verbunden ist“, so der Radiologe. Für den Fall, dass Panik aufkommt, ist auch ein Notfallknopf immer griffbereit.
„Kontrollverlust und Ausgeliefertsein“: Die Angst vor der Enge
Ähnlich wie beim Fliegen empfinden viele Menschen bei einer MRT-Untersuchung Unbehagen, einige haben sogar große Angst. „Das hat etwas mit Kontrollverlust und Ausgeliefertsein zu tun“, erklärt der Psychologe André Wannemüller, der an der Ruhr-Uni Bochum zu diesem Thema geforscht hat. Oft mischt sich dazu noch die Sorge vor einer schlechten Diagnose, die der Grund für den Scan ist.
Egal, wie lange die Untersuchung dauert – ob acht Minuten für das Knie oder eine halbe Stunde für den Bauch: Wenn Mediziner zu einem MRT raten, sollte man keinesfalls darauf verzichten, meint Radiologe Wolfram Schaeben. „Der Nutzen ist auf jeden Fall größer.“ Bei großer Angst besteht außerdem die Option einer leichten Sedierung oder in schweren Fällen sogar einer Narkose. (dpa/red)
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