Angst vorm MRT? Diese 3 Dinge machen es nur schlimmer.
Fehler in der RöhreExperte warnt: Diese drei Dinge verschlimmern die MRT-Angst

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Auch Menschen mit einer Angststörung können eine MRT-Untersuchung «schaffen» - vor allem, wenn sie vorher mit therapeutischer Hilfe Bewältungsstrategien geübt haben.
Selbst Personen ohne eine bekannte Angststörung empfinden eine Untersuchung in der MRT-Röhre häufig als unangenehm. „Das hat etwas mit Kontrollverlust und Ausgeliefertsein zu tun“, erläutert der Psychologe André Wannemüller. An der Ruhr-Uni Bochum leitete er ein Forschungsprojekt mit dem Titel „Die Angst vor der Röhre überwinden“.
Für Menschen mit spezifischen Angststörungen ist ein bevorstehender MRT-Termin jedoch weitaus beängstigender. Dazu zählt die Klaustrophobie: die Furcht vor engen, geschlossenen Situationen. Auch Agoraphobie ist ein Faktor. Betroffene stellen sich vor, wie demütigend es wäre, in einer Lage, in der sie sich „gefangen“ fühlen, eine Panikattacke oder Durchfall zu erleiden, so Wannemüller.
So kriegt man die Panik in den Griff
Was kann man also unternehmen, wenn man als Angstpatient eine MRT-Untersuchung vor sich hat? André Wannemüller empfiehlt, psychotherapeutische Hilfe im Bereich der kognitiven Verhaltenstherapie in Anspruch zu nehmen.
Dabei geht es darum, mithilfe von Profis Bewältigungsmechanismen – auch Coping-Strategien genannt – zu trainieren. Entscheidend ist zudem, zu erlernen, wie diese in akuten Angstsituationen eingesetzt werden.
An der psychologischen Fakultät entwickelten Wannemüller und sein Team eine MRT-Attrappe, in der Patienten die Situation in der Röhre „üben“ können. Dies ist eine Methode zur Überwindung von Ängsten: sich schrittweise herantasten und bewusst Konfrontationen mit gemiedenen Situationen suchen.
Dies gibt dem Gehirn die Möglichkeit, eine neue Lernerfahrung zu machen – nämlich, dass die angenommene Gefahr nicht eintritt. Die Furcht kann auf diese Weise schrittweise abnehmen.
„Natürlich hat nicht jeder die Chance, das in unserer MRT-Nachbildung zu üben“, gesteht der Bochumer Psychologe ein. Deshalb ist es zentral, zusammen mit einem Therapeuten einen individuellen Plan zu erarbeiten.
Drei Dinge, die alles nur schlimmer machen
Einige Taktiken, die auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen, sind jedoch absolut kontraproduktiv. Von diesen drei Dingen rät der Fachmann entschieden ab:
1. Sekunden in der Röhre zählen: Augen schließen und die Zeit runterzählen? Das hilft einem vielleicht durch die Untersuchung, vermindert die Angst jedoch nicht. „So festigt sich nur das Gefühl, dass man es keinen Moment länger ausgehalten hätte“, warnt Wannemüller.
2. Auf einen Talisman bauen: Glücksbringer können ein Gefühl der Sicherheit geben, was sich jedoch als nachteilig erweisen kann. Man bleibt nämlich bei der Überzeugung, dass die Situation an sich gefährlich ist. Das „Gutgegangen“ schreiben Betroffene dann ausschließlich dem Glücksbringer zu.
3. Ohrstöpsel nutzen: Ein MRT ist sehr laut. Dennoch sind Ohrstöpsel oder Kopfhörer für Menschen mit Angststörungen nicht immer hilfreich. Im Gegenteil: Sie können die Lage verschlimmern, da man nicht mehr alle Sinne einsetzen kann. Dies kann die wahrgenommene Bedrohung sogar noch steigern. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
