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„Europas Chance“Markus Lanz plädiert dafür, „den jungen Afrikanern zu sagen

Markus Lanz erklärt im Podcast „Lanz & Precht“, was er für „Europas Chance“ hält. (Bild: ZDF / Christian Bruch)

Markus Lanz erklärt im Podcast „Lanz & Precht“, was er für „Europas Chance“ hält. (Bild: ZDF / Christian Bruch)

Wie sollte Europa gegenüber Donald Trump auftreten? Kann die „Neuerfindung Europas“ nur gemeinsam mit dem globalen Süden funktionieren? Und wie stark ist die Solidarität innerhalb der NATO wirklich? All diesen Fragen widmen sich Markus Lanz und Richard David Precht in der aktuellen Ausgabe ihres Podcasts.

Ist es eine gute Idee, „einem Narzissten zu begegnen, indem man auf dem Boden vor ihm kriecht und eine dicke Schleimspur hinterlässt“? Nein, glaubt Richard David Precht. In der jüngsten Ausgabe des Podcasts „Lanz & Precht“ spricht sich der Autor deutlich dagegen aus, den US-Präsidenten zu hofieren: „Donald Trump macht lauter Dinge, die unserem westlichen Werteverständnis nicht entsprechen“, sagt Precht, „und die Reaktion darauf ist, dass er unterwürfiger angeschleimt wird als jeder andere amerikanische Präsident zuvor.“

Markus Lanz wundert sich vor allem mit Blick auf die ICE-Gewalt in Minneapolis darüber, dass „dann da diese ganze europäische politische Elite steht und diesen gigantischen Schleimteppich ausrollt“. Auch Precht merkt an, dass beispielsweise der chinesischen Regierung von deutscher Seite aus nie geschmeichelt werde - „und wir haben nach wie vor sehr gute Wirtschaftsbeziehungen zu China“. Zudem sei sich der Philosoph „ziemlich sicher“, dass „Putin, der ihn jedes Mal um den Finger wickelt, wenn er sich mit ihm trifft, keinen Bückling“ vor Trump mache.

„Wäre das nicht im Grunde genommen die NATO des 21. Jahrhunderts?“

In ihrer neuen Podcast-Folge sprechen sich Richard David Precht (links) und Markus Lanz (rechts) dagegen aus, sich bei Donald Trump anzubiedern. (Bild: ZDF / Christian Bruch)

In ihrer neuen Podcast-Folge sprechen sich Richard David Precht (links) und Markus Lanz (rechts) dagegen aus, sich bei Donald Trump anzubiedern. (Bild: ZDF / Christian Bruch)

Wie also Trump gegenübertreten? Precht betont, „die Neuerfindung Europas“ könne nicht schlichtweg „das Beharren auf dem alten Wertewesten von früher“ sein. Er plädiert für eine andere Lösung: „Wir könnten eigentlich ein Bündnis quer über den Globus all der kleineren und mittleren Länder machen. Wäre das nicht im Grunde genommen die NATO des 21. Jahrhunderts?“

Auch Lanz hält dies für sinnvoll und zitiert den deutsch-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Rüdiger Bachmann, der sage, man müsse dabei „den globalen Süden direkt mitdenken“. Der Polittalker ist überzeugt: „Wir haben da eine Chance! Wir können den jungen Afrikanern sagen: Kommt zu uns, geht an die LMU, geht nach Aachen, wir haben tolle Universitäten, wir haben doch was zu bieten.“ Dies könne „Europas Chance“ sein, glaubt Lanz.

Im Gegensatz zu seinem Podcast-Partner will Richard David Precht jedoch nicht über die „ökonomische Dimension“ sprechen. Stattdessen gehe es um die Frage, wie handlungsfähig ein mögliches Verteidigungsbündnis wäre. „Wenn jetzt tatsächlich etwas wäre, dass eine der anderen Mächte ein europäisches Land angreift - wie stark wäre im Zweifelsfall die Solidarität dieser Mittelmächte?“

„Wir führen die Wehrpflicht ja nicht ein, weil wir die jungen Leute brauchen“

Precht zufolge sei gar infrage zu stellen, wie ausgeprägt die Solidarität innerhalb der NATO sei. Er halte es „für sehr, sehr, sehr unwahrscheinlich“, dass Deutschland im Falle eines russischen Angriffes auf einen NATO-Mitgliedsstaat bereit wäre, „Hunderttausende von Soldaten dahin zu schicken“. Zugeben würde die Bundesregierung dies jedoch nicht, ahnt der Podcaster: „Wir müssen natürlich so tun, als würden wir das im Zweifelsfall machen.“

Ohnehin sei es nicht möglich, die neuen Rekruten in ein Kriegsgebiet zu schicken. „Wir führen die Wehrpflicht ja nicht ein, weil wir die jungen Leute brauchen“, erklärt Precht. Wer lediglich die Grundausbildung durchlaufen hätte, sei „im modernen Krieg eigentlich für nichts zu gebrauchen“. Vielmehr gehe es darum, „den Menschen klarzumachen, für wie ernst unsere Regierung die Bedrohungslage hält. Es geht um einen Mentalitätswechsel“.

Auch Markus Lanz betont: „Eine deutsche Regierung darf keine Wehrpflichtigen irgendwo in die Ukraine schicken. Das dürfen die nicht. Das geht nur, wenn der Wehrpflichtige freiwillig sagt: Ich will das.“ Da hakt Precht ein: „Sie dürften, wenn die Russen deutschen Boden betreten.“ Gleichzeitig räumt der 61-Jährige ein: „Zu diesem Punkt kommt es - egal wie wir uns ein Kriegsszenario ausmalen - ohnehin nicht.“ (tsch)

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