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Verurteilung von Marius Borg HøibyIm ZDF nennen Experten den „größten Fehler“ seiner Eltern

Für vier Jahre soll Marius Borg Høiby, der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, hinter Gitter. Wie konnte es soweit kommen? (Bild: ZDF/ Hakon Mosvold Larsen/Getty Images)

Copyright: ZDF/ Hakon Mosvold Larsen/Getty Images

Für vier Jahre soll Marius Borg Høiby, der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, hinter Gitter. Wie konnte es soweit kommen? (Bild: ZDF/ Hakon Mosvold Larsen/Getty Images)

Mit der Verurteilung von Marius Borg Høiby, dem Sohn der Kronprinzessin Mette-Marit, wird das norwegische Königshaus von einer historischen Krise erschüttert. Wie konnte es so weit kommen? Die ZDF-Doku „Im Schatten der Krone“ sucht in der Kindheit des 29-Jährigen nach Antworten.

Es ist der Höhepunkt eines Skandals, der das norwegische Königshaus schwer erschüttert: Der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit (52), Marius Borg Høiby, ist von einem Gericht in Oslo zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Dem 29-Jährigen wurde unter anderem die Vergewaltigung in vier Fällen vorgeworfen. In zwei davon wurde Høiby nun schuldig gesprochen.

Die Gewalttaten des heute 29-Jährigen wurden erstmals im August 2024 öffentlich bekannt. Damals nahm die Polizei den Sohn von Mette-Marit fest, weil dieser seine Freundin niedergeschlagen haben soll. Es ist der Anfang einer Reihe an Enthüllungen, die auch Royal-Experten und Expertinnen fassungslos zurücklassen: „Diese kriminelle Energie und diesen Frauenhass, das gab es noch nie. In der jüngeren Geschichte ist das wirklich der größte Skandal, der Norwegen je erschüttert hat“, stellt Stefan Blatt, Journalist bei „Bunte“, in der ZDF-Doku „Im Schatten der Krone - Skandale, Krisen Jetset“ klar.

Die Doku befasst sich mit der Frage: Was wird aus Royals, die alles haben, außer eine Aufgabe? Und schaut dafür auch zurück in die Kindheit von Marius Borg Høiby.

Royal-Expertin spricht von „größtem Fehler, den sie machen konnten“

2001 heiratete seine Mutter Mette-Marit den norwegischen Kronprinzen Haakon (52) und bringt ihren Sohn Marius mit in die Ehe. Mutter und Sohn wurden damals sowohl von der Königsfamilie als auch von dem norwegischen Volk mit offenen Armen aufgenommen, weiß Königshaus-Expertin Tove Taalesen: „Wir haben Mette-Marit geliebt, sie war reizend. Sie war eine Bürgerliche, das Mädchen von nebenan - und dieser kleine Junge, so süß. Wir Norweger waren ganz verliebt!“

Prinzessin Mette-Marit, Marius Borg Hoiby und Prince Haakon besuchen eine Parade im Jahr 2011. (Bild: 2011 Getty Images/Ragnar Singsaas)

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Prinzessin Mette-Marit, Marius Borg Hoiby und Prince Haakon besuchen eine Parade im Jahr 2011. (Bild: 2011 Getty Images/Ragnar Singsaas)

Der kleine Marius geriet schnell in den Fokus der Aufmerksamkeit - doch genau darin sieht die Royal-Expertin einen folgenreichen Fehler. Sie erinnert sich an die Hochzeit, bei der sich Mette-Marit und Haakon gemeinsam mit Marius auf dem Balkon zeigten: „Sie hoben ihn hoch und zeigten ihn der Menge. Ich glaube, das war der größte Fehler, den sie machen konnten.“ Die Adelsexpertin gibt zu bedenken: „Sie hatten die Wahl: Sie hätten ihn nicht so sehr in den Vordergrund stellen können, aber sie wollten ihn zeigen und ich glaube, das war der Anfang aller Probleme.“

Auch Historiker Ole-Jorgen Schulsrod-Hansen verweist auf die prominente Rolle, die Marius von klein auf in der Königsfamilie einnahm und durch die „der Junge zum Symbol der modernen Monarchie“ wurde.

„Sein Freundeskreis bestand aus vielen Leuten mit krimineller Vergangenheit“

Drei Jahre später änderte sich dies jedoch mit der Geburt seiner Halbschwester, Prinzessin Ingrid Alexandra von Norwegen (22). Ein Jahr später folgt deren Bruder, Prinz Sverre Magnus (21). Als Thronfolger rücken sie nun in den Fokus der Öffentlichkeit - und Marius wird als großer Bruder ohne royalen Titel zur Nebenfigur. Schulsrod-Hansen weiß: „Der Fokus lag bislang immer auf dem kleinen Charmeur, der auf dem Schoß des Kronprinzen saß, und dann wird er plötzlich zur Nicht-Figur.“

Journalist Stefan Blatt vermutet: „Er hat immer wahnsinnig darunter gelitten, dass er quasi nur der Nicht-Adelige in der Familie ist und das hat er irgendwie nicht verkraftet.“ Anders als seine Halbgeschwister wächst Marius ohne royalen Titel und ohne offizielle Rolle im Palast auf. Ein Studium bricht er nach wenigen Monaten ab, eine berufliche Karriere strebt er nie an.

In den darauffolgenden Jahren machte Marius Borg Høiby stattdessen vor allem mit Partys, Luxusurlauben und wechselnden Partnerinnen Schlagzeilen. Er inszeniert sich als „bad boy“, posiert auf einem Foto mit Geldscheinen und einer Waffe. Wie sich der heute 29-Jährige seinen extravaganten Lebensstil finanziert, bleibt unklar. Berichten zufolge soll er pro Monat rund 1.700 Euro von seinen Eltern erhalten. Ulf André Andersen, ehemaliger Chefredakteur der norwegischen Zeitung „Se og Hør“, merkt an: „Nicht zuletzt wurde er von seinen kriminellen Freunden mit kostenlosen Drogen versorgt. Sein Freundeskreis bestand aus vielen Leuten mit krimineller Vergangenheit.“

Als die Gewalttaten von Marius öffentlich werden, schweigt die Königsfamilie, reist noch während die Ermittlungen gegen Mette-Marits leiblichen Sohn laufen durch das Land. Wie viel sie von den Straftaten wussten, bleibt unklar. Seit Anfang Februar 2026 sitzt Marius Borg Høiby in Untersuchungshaft. Gegen das Gerichtsurteil will er Berufung einlegen.

Die Doku „Im Schatten der Krone“ ist aktuell in der ZDF-Mediathek abrufbar und wird am Dienstag, 25. August, um 20.15 Uhr im ZDF gezeigt. (tsch)

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