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Schlager-SuperstarOhne diese Rocklegende gäbe es DJ Ötzi heute nicht

Er ist Janis Joplin auf ewig dankbar: Ohne die Rockikone hätte es ihn als DJ Ötzi nie gegeben, sagt Gerry Friedle. (Bild: Friedrich Hauswirth)

Copyright: Friedrich Hauswirth

Er ist Janis Joplin auf ewig dankbar: Ohne die Rockikone hätte es ihn als DJ Ötzi nie gegeben, sagt Gerry Friedle. (Bild: Friedrich Hauswirth)

Seine Partyschlager singen alle mit: Doch ohne die „Mithilfe“ einer echten Rockikone wäre aus Gerry Friedle niemals DJ Ötzi geworden.

Über 16 Millionen verkaufte Tonträger, Nummer-eins-Hits in mehreren Ländern, ein Rekord für die Ewigkeit: 41 Wochen hielt sich „Ein Stern“ in den deutschen Top Ten. Gerry Friedle, besser bekannt als DJ Ötzi, ist längst eine feste Größe im deutschsprachigen Pop. Mit seinem neuen Album „Öha“ will der 55-Jährige an diese Erfolgsgeschichte anknüpfen. Eine Erfolgsgeschichte, die es ohne die „Unterstützung“ einer echten Rockikone womöglich nie gegeben hätte.

Denn an eine Karriere als Musiker war für Friedle nicht zu denken: Er wurde von seiner 17-jährigen Mutter, die er nie kennenlernte, nach der Geburt zu einer Pflegefamilie gegeben. Später wuchs er bei den Eltern seines Vaters im Tiroler Ötztal auf. Er war häufig krank und litt an Epilepsie. Singen wurde für ihn früh zu einer Form der Selbstberuhigung. „Gesungen habe ich in meiner Kindheit nur dann, wenn ich Angst hatte“, sagte er 2021 im Podcast „The Red Bulletin“. Vor allem Schlager aus dem Radio - wie etwa „Santa Maria“ von Roland Kaiser - hätten ihm in solchen Situationen geholfen.

DJ Ötzi: „Mich wollte keiner“

Eine neue Bedeutung bekam das Singen für Friedle Anfang der 1990er-Jahre. Er arbeitete damals als Koch und trat in einer Karaoke-Bar im Ötztal auf. Er wollte seine Ex-Freundin zurückgewinnen und entschied sich für „Me And Bobby McGee“ von Janis Joplin. Der Auftritt wurde für ihn zu einer Zäsur: „Ich stand auf der Bühne und fühlte ein Ameisenkribbeln am ganzen Körper.“ Dieses Gefühl kannte er bis dahin nur im Zusammenhang mit seinen epileptischen Anfällen - nun erstmals in positiver Form. Entscheidend war jedoch die Reaktion des Publikums: „Mir wurde bewusst: Hey, ich kann da etwas, was den Leuten taugt.“

Rückblickend beschreibt Friedle den Abend als Wendepunkt in seinem Leben: „Dieser frühe Erfolgsmoment in der Karaoke-Bar gab mir die Kraft, spätere Ablehnung in Motivation umzuwandeln.“ Denn der Einstieg ins Musikgeschäft verlief zunächst erfolglos: „Mich wollte keiner!“. sagte Friedle 2019 im teleschau-Interview: „Ich schickte Demo-Aufnahmen an Plattenfirmen, aber niemand war interessiert. Ich musste mir etwas überlegen, damit mich jemand entdeckt. Und so wurde ich DJ, das habe ich acht Jahre lang gemacht.“

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„Abzuheben passt nicht zu meinem Lebenslauf“

Der Durchbruch folgte 1999 - mit einem Titel, der nicht seinen Vorstellungen entsprach. Eigentlich habe er „etwas Rockiges“ aufnehmen wollen, so Friedle im teleschau-Interview. Er habe „Anton aus Tirol“ zunächst abgelehnt, nahm den Titel dann aber doch auf - zu seinem Glück: „Eigentlich hatte ich keine Chance, aber die habe ich voll genutzt“, sagte er. In der Folge etablierte sich DJ Ötzi international. Mit „Hey Baby“ erreichte er sogar in Großbritannien und Australien Platz eins und trat in Shows wie „Top Of The Pops“ auf.

Trotz des Erfolgs betont Friedle, nie den Bezug zu seiner eigenen Biografie verloren zu haben. Frühe Erfahrungen von Ablehnung und Selbstzweifel hätten ihn geprägt: „Abzuheben passt nicht zu meinem Lebenslauf.“ Sicher auch, weil er sich immer an jenen Auftritt in der Karaoke-Bar erinnert - und an das Lied einer Künstlerin, die für ihn bis heute eine besondere Rolle spielt, wie er im „Red Bulletin“-Podcast klarstellte: „Ohne Janis Joplin würde es DJ Ötzi nicht geben.“ (tsch)

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