In der SAT.1-Doku „Wie geht's, Deutschland? - Migrations-Wende“ nimmt Paul Ronzheimer den aktuellen Stand der Migrations-Wende unter die Lupe. Dabei prüft der Journalist auch, wie genau an den deutschen Grenzen wirklich kontrolliert wird.
Ronzheimer testet die „Migrations-Wende“ am Grenzübergang„Es ist ziemlich unberechenbar“

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Paul Ronzheimer testet in der SAT.1-Doku „Wie geht's, Deutschland? - Migrations-Wende“ die deutschen Grenzen. (Bild: Joyn)
Kaum ein Thema ist in den vergangenen Jahren in Deutschland so intensiv diskutiert worden wie die Migrationsdebatte. Im Mai 2025 beschließt die Bundesregierung neue Grenzkontrollen, Friedrich Merz kündigt in Bezug auf Flüchtlinge einen härteren Kurs an. Fast ein Jahr später geht Paul Ronzheimer den Maßnahmen auf den Grund. In seiner SAT.1-Doku-Reihe „Wie geht's, Deutschland?“ prüft der stellvertretende Chefredakteur der „Bild“, wo wir aktuell wirklich bei der angekündigten Migrations-Wende stehen.
Ein Bundespolizist verrät Paul Ronzheimer in der Doku: 3.000 bis 4.000 sind zu den vorigen knapp 10.000 Polizisten an der Grenze hinzugekommen. „Das ist schon sportlich“, meint der Beamte, der erzählt, dass monatlich im Schnitt 300 bis 350 unerlaubte Einreisen festgestellt werden würden. Aber: „100 Prozent kriegt man nie, das ist so.“ Im Vergleich zu 2024 gab es 2025 dennoch rund 25 Prozent weniger illegale Einreisen.
Paul Ronzheimer hält Grenzkontrollen für „ziemlich unberechenbar“
Paul Ronzheimer wagt in der SAT.1-Doku den Selbsttest. Bereits ein Jahr zuvor hatte er zusammen mit einer vermeintlichen Flüchtlingsgruppe versucht, die deutschen Grenzen zu passieren. Damals gelang es in acht von acht Fällen. Kommt es beim erneuten Experiment wieder zu solch einem ernüchternden Ergebnis?

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Paul Ronzheimer (Mitte) ist überrascht, als er bei seinem Experiment einfach die deutsche Grenze überqueren kann. (Bild: Joyn)
Der Test startet in Österreich, erste Station: Schneizlreuth in Oberbayern. An der Grenze steht die Polizei zwar, doch ohne irgendeine Kontrolle kann das erste Fahrzeug einfach weiterfahren. „Keiner hat irgendwas kontrolliert“, lacht Paul Ronzheimer sichtbar verwundert und sagt: „Also ich finde es ziemlich irre, dass wir nicht mal angehalten wurden.“
Zweites Ziel: Reit im Winkl in Oberbayern, ein sehr kleiner Grenzübergang. Wieder steht dort die Polizei - doch diesmal nimmt ein Wagen die Verfolgung auf. Es kommt zur Kontrolle. Ohne den Aufenthaltsstatus jedes Einzelnen würde es zur Zurückweisung nach Österreich kommen. Paul Ronzheimer meint: „Ich finde es total spannend, dass wir an so einem ganz kleinen Ort, Reit im Winkl, jetzt kontrolliert wurden.“ Er erkennt: „Es ist ziemlich unberechenbar. Ich glaube, es ist auch viel Zufall, Glück und möglicherweise die Erfahrung der jeweiligen Beamten, die wichtig ist.“
Beim dritten Versuch an einer weiteren Grenze, diesmal in der Nacht, schnappt die Polizei erneut zu. Paul Ronzheimer beendet den Test an dieser Stelle. Sein Fazit: „Insgesamt scheinen die Grenzmaßnahmen der neuen Regierung erste Wirkungen zu zeigen. Die Migrations-Wende ist hier zumindest eingeleitet.“
Syrische Großfamilie beging über 100 Straftaten und konnte nicht abgeschoben werden
Auch beim Thema Abschiebungen sind die Zahlen seit dem Amtsantritt von Friedrich Merz um knapp 14 Prozent gestiegen. Paul Ronzheimer will wissen: Werden aber auch wirklich die richtigen Leute abgeschoben? In der SAT.1-Doku trifft der Journalist Sidad aus dem Irak. Der 19-Jährige hat einen Ausbildungsplatz, einen Freundeskreis, sich ein ganzes Leben in Deutschland aufgebaut. Der Trainer aus seinem Fußballverein bezeichnet ihn als „Musterbeispiel für Integration“. Und dennoch soll Sidad abgeschoben werden. „Da hat es mir die Sprache verschlagen“, wird der Trainer deutlich.
Unterdessen lebte auch eine syrische Großfamilie bis vor Kurzem noch in Deutschland und soll über 116 Straftaten begangen haben - darunter versuchter Totschlag. Sechs ihrer Mitglieder waren schon im Gefängnis. Dass die Familie das Land verlassen hat, ist lediglich einem Sonderstab unter dem Namen „Gefährliche Ausländer“ zu verdanken. Abgeschoben wurde die Familie allerdings nicht. Letztlich ging sie freiwillig, nachdem sie jahrelang nicht nach Syrien ausgewiesen werden konnte.
Die komplette Doku „Ronzheimer: Wie geht's, Deutschland? - Migrations-Wende“ wurde am Dienstagabend bei SAT.1 ausgestrahlt und ist ab sofort bei Joyn verfügbar. (tsch)

