Der Skandal um die aufgehobene WM-Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun wird auch in den sozialen Medien heiß diskutiert. TV-Moderator Elton bekam nun gewaltigen Zuspruch für einen pessimistischen Kommentar.
„Darum wird sich nie etwas ändern“Riesiger Zuspruch für Eltons WM-Reaktion

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Elton (rechts) hat sich im WM-Skandal um US-Stürmer Folarin Balogun geäußert.
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Die USA sind nach einem 1:4 gegen Belgien aus der Fußball-Weltmeisterschaft ausgeschieden. Die Tatsache, dass der eigentlich rot-gesperrte Stürmer Folarin Balogun nach einer telefonischen Intervention von US-Präsident Donald Trump auflaufen konnte, dürfte aber auch weiterhin für Gesprächsstoff sorgen. Womöglich jedoch ohne jede Konsequenz - das fürchtet zumindest der deutsche TV-Moderator Elton.
Bei Instagram und Facebook teilte der 55-Jährige eine Text-Tafel, die innerhalb weniger Stunden zig-tausendfach geteilt, gelikt und kommentiert wurde.
„Alle regen sich über die FIFA auf Infantilo auf“, heißt es in dem kurzen Text (gemeint ist der FIFA-Boss, der eigentlich Gianni Infantino heißt - „Infantilo“ heißt übersetzt so viel wie „kindisch“), „aber es wird nichts passieren“.
Elton glaubt: „Keine Mannschaft wird ihr Spiel boykottieren. Keine Medienanstalt wird die Übertragung beenden und bei der nächsten WM wieder Unmengen an Kohle zahlen. Das macht mich trauriger als die Korruption an sich. Darum wird sich nie etwas in der Welt ändern.“
„Ich gucke ab jetzt nicht mehr“
„Exakt“, schreibt dazu in der Kommentarspalte der Comedian Bastian Bielendorfer. Ihre Likes hinterlassen haben unter anderem Moderator Steven Gätjen, „Let's Dance“-Star Motsi Mabuse und Influencerin Cathy Hummels. Auch von Accounts nicht-prominenter User gibt es massenhaft Zuspruch.

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Der enge Draht zwischen FIFA-Boss Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump hat zu einem WM-Skandal geführt.
„Hier wurden Grundregeln des Fußballs ausgehebelt“, schreibt einer. Ein anderer wettert: „Das ist die dritte WM in Folge, die ich aufgrund der Politik und der menschenverachtenden Situation in den jeweiligen Gastgeberländern nicht schaue. Schade! Bis 2014 war ich immer mit dabei! Korruption und Geldgier können so viel zugrunde richten.“
Ein weiterer Nutzer kündigt an: „Ich gucke ab jetzt nicht mehr. Interessiert zwar keinen, aber ich hab jetzt echt genug.“ Wenig optimistisch sieht dieser Kommentator die Lage: „Es wird sich deshalb nichts ändern, weil auch der Konsument/Fan Teil dieses Wahnsinns ist.“
Dass ein Boykott die falsche Reaktion ist, glaubt dieser Fan: „Und genau deswegen gucke ich mir das an“, schreibt er bei Instagram. „Denn wenn ich das nicht schaue, dann wird sich gar nichts an diesen Dingen ändern. Ich verpasse bloß 'ne WM. Aber ja, hat früher mal mehr Spaß gemacht.“
Deutsche TV-Experten wettern gegen Trump und Infantino
Anlass der Debatte war die aufgehobene Sperre gegen Folarin Balogun. Der US-Stürmer hatte am 1. Juli im WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen, was nach dem Regelwerk automatisch eine Sperre von wenigstens einem Spiel nach sich zieht. Wie zunächst Medien aufdeckten und der US-Präsident später bestätigte, warb Donald Trump in einem Telefonat mit FIFA-Präsident Gianni Infantino persönlich darum, die Sperre des Nationalspielers zu überprüfen.
Am Sonntag (5. Juli) setzte die FIFA die Sperre zur Bewährung aus. Balogun war damit im Achtelfinale gegen Belgien Einsatz-berechtigt. Die Entscheidung löste heftige Kritik aus. Die UEFA warf der FIFA vor, eine „rote Linie“ überschritten zu haben. DFB-Präsident Neuendorf forderte: „Der Eindruck, dass es hier eine aktive Einflussnahme der Politik auf den Sport gegeben hat, muss zügig und schlüssig ausgeräumt werden.“
Zuvor hatte TV-Experte Jürgen Klopp bei Magenta TV gesagt: „Wenn das wirklich Trump und Infantino miteinander ausgemacht haben, das ist verrückt, das stellt alles infrage.“ Am Montagabend legte Christoph Kramer im Vorlauf auf die WM-Übertragung im ZDF nach. Über Trump und Infantino sagte der Ex-Nationalspieler: „Ich finde es heftig. Denen ist nichts peinlich. Die stellen sich dahin, zeigen wieder der ganzen Welt, dass sie alles entscheiden können. Und alle gucken dann irgendwie in die Röhre. Das geht gar nicht.“ (tsch)
