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Erstmals seit fast 60 Jahren Queen fehlt: Großbritannien bereitet sich auf neuen King Charles vor

Prinz Charles von Großbritannien hat am 10. Mai 2022 zum ersten Mal in der Geschichte die Sitzung des Parlaments im House of Lords eröffnet.

Prinz Charles von Großbritannien hat am 10. Mai 2022 zum ersten Mal in der Geschichte die Sitzung des Parlaments im House of Lords eröffnet.

Prinz Charles konnte heute zum ersten Mal eine richtige Königs-Aufgabe erledigen. Der 73-jährige Prinz konnte bisher immer nur an der Seite seiner Mutter zuschauen. Doch wo war die Queen?

Die inzwischen schon 96-jährige Queen Elizabeth II. hat immer häufiger gesundheitliche Probleme, und bleibt der Öffentlichkeit inzwischen häufig fern. Nun verpasste Monarchin die wichtige Parlamentseröffnung. Nach Ansicht vieler dürfte das leider die Regel werden.

Das Ritual ist dasselbe, und doch ist diesmal alles anders: Erstmals seit fast 60 Jahren hat Queen Elizabeth II. am Dienstag nicht an der feierlichen Eröffnung des britischen Parlaments teilgenommen. An Stelle der 96-jährigen Monarchin verlas ihr ältester Sohn Prinz Charles das Programm der Regierung für die kommende Sitzungsperiode. Königshaus-Experte Robert Hardman sprach von einem „historischen Moment“.

Prinz Charles vertritt Queen Elizabeth

In ihrer 70-jährigen Regentschaft hatte Elizabeth II. die „Queen's Speech“ zuvor nur zweimal versäumt - bei ihren Schwangerschaften mit den Söhnen Andrew und Edward in den Jahren 1959 und 1963. Doch am Montagabend sagte der Buckingham Palast den Auftritt kurzfristig ab. Als Grund nannte er anhaltende „Mobilitätsprobleme“ der 96-Jährigen.

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Stattdessen ließ sich die Queen von Thronfolger Charles vertreten. Zum ersten Mal nahm auch dessen ältester Sohn, Prinz William, an der Parlamentseröffnung teil. Neun Minuten lang, die Zeit der Thronrede, bekamen die Briten einen Einblick in ihre Zukunft ohne Königin Elisabeth II. als Staatsoberhaupt.

Queen immer mehr gesundheitlich angeschlagen

Der 73-jährige Thronfolger fuhr in Begleitung seiner Frau Camilla in voller militärischer Montur vor dem Westminster Palast vor, und wie gewöhnlich erklang bei der Ankunft die Hymne „God Save the Queen“. Beim traditionellen Einzug ins Oberhaus wurde die Staatskrone auf einem Kissen in den Saal gebracht und dann auf einen kleinen Tisch gelegt. Normalerweise trug die Queen bei der jährlichen Verlesung des Regierungsprogramms die Krone auf dem Haupt - bis sie ihr zu schwer wurde.

Flankiert von seinem Sohn und seiner Frau verlas dann Prinz Charles mit ruhiger Stimme die Thronrede. Dabei saß er nicht auf dem Thron der Queen, sondern dem Thron des Prinzgemahls. Dieser ist einen Zentimeter niedriger.

Der Buckingham Palast betonte, dass der Queen die Entscheidung, sich dem Rat der Ärzte zu beugen, nicht leichtgefallen sei. Zuletzt hatte Elizabeth II. wiederholt gesundheitliche Probleme. Im Oktober des vergangenen Jahres verbrachte sie eine Nacht im Krankenhaus, die genaue Ursache dafür wurde nie mitgeteilt. Im Februar erkrankte Elizabeth II. zudem an Covid-19.

Prinz Charles und Prinz William übernehmen immer mehr

Sie musste eine Reihe von Veranstaltungen absagen und trat nur noch selten in der Öffentlichkeit auf. In der vergangenen Woche kündigte sie an, dass sie in diesem Sommer nicht an den königlichen Gartenpartys teilnehmen wird. Die Sorge wächst, dass sie auch an den landesweiten Feierlichkeiten anlässlich ihres 70. Thronjubiläums im kommenden Monat nicht dabei sein kann.

Schon in den vergangenen Monaten hatte Queen Elizabeth II. ihren ältesten Sohn Charles sowie ihren 39-jährigen Enkel William, die Nummer zwei der Thronfolge, mit mehr und mehr repräsentativen Aufgaben betreut. Dass Charles nun die Thronrede hielt, nannte Royal-Experte Hartman in der Zeitung „Daily Mail“ einen „historischen Moment“ - auch wenn, wie er versichert, die Queen weiterhin „weitgehend“ das Zepter in der Hand halte.

Großbritannien: Premier Johnson will Regierung auf Kurs bringen

Die Londoner „Times“ schrieb, für den dienstältesten Thronfolger in der britischen Geschichte komme die Thronrede „den Pflichten am nächsten, die er eines Tages als König wahrnehmen wird“.

Die Abwesenheit der Queen überschattete den Beginn der neuen Legislaturperiode, in der Premierminister Boris Johnson seine angeschlagene Regierung wieder auf Kurs bringen will.

Nach „Partygate“ und wenige Tage nach den Niederlagen seiner Tories bei den Kommunalwahlen richtete sich das Regierungsprogramm in erster Linie an die konservative Wählerschaft. Johnson versprach unter anderem, die Wirtschaft zu stärken und die Lebenshaltungskosten zu senken, als Folge des Brexit die Bürokratie abzubauen sowie kriminell gewordene Ausländer rascher auszuweisen. (afp)

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