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Livestream unterbrochen Wachmann bricht am Sarg der Queen zusammen

Queen Elizabeth II. ist in der Westminster Hall aufgebahrt. Hunderttausende nehmen stundenlange Wartezeiten in Kauf, um der Königin ihren Respekt zu zollen. Dabei kam es in der ersten Nacht zu einem Zwischenfall. Ein Wachmann brach zusammen.

Die Last war offenbar zu groß. In der Nacht zum Donnerstag (15. September 2022) ist ein Wachmann am Sarg von Queen Elizabeth II. in der Londoner Westminster Hall zusammengebrochen. Er hatte vor dem Sarg auf einem kleinen Podest gestanden, wie in einer Live-Übertragung des öffentlich-rechtlichen Senders BBC zu sehen war.

Während eines Wachwechsels fiel der Wachmann dann vornüber und prallte mit dem Gesicht auf den Boden. In der sonst sehr stillen Westminster Hall, in der der Sarg der Queen aufgebahrt steht, war der Aufprall deutlich zu hören. Bereits zuvor war der Wachmann mehrfach ins Schwanken geraten und einmal vom Podest gestolpert.

Wachmann am Sarg der Queen zusammengebrochen

Umstehende Wachen eilten dem Gestürzten zu Hilfe und drehten ihn auf den Rücken. Mehrere wartende Menschen, die von der Queen Abschied nehmen wollten, schlugen erschrocken die Hände vor dem Gesicht zusammen. Der Livestream wechselte daraufhin zu einer Außenansicht.

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Über den Gesundheitszustand des Wachmanns war zunächst nichts bekannt. Bereits in der Vergangenheit gab es deshalb ähnliche Vorfälle wegen Kreislaufproblemen. In ihren historisch anmutenden Uniformen wirken sie wie eingefroren, keine Regung ist zu erkennen. Alle 20 Minuten wechseln sich die Männer ab. Insgesamt dauert eine Wacheinheit sechs lange Stunden.

Fünf Nächte und vier Tage lang - bis Montagfrüh (19. September 2022) ist der Sarg Queen Elizabeths II. aufgebahrt im britischen Parlament und rund um die Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. Hunderttausende Menschen werden erwartet, die der Queen noch einmal Respekt zollen möchten.

Wer von der gestorbenen Monarchin Abschied nehmen will, dem bleibt nichts anderes, als sich in eine gigantische Warteschlange einzureihen. Je nachdem, wie viele Menschen anstehen, kann das Medienberichten zufolge bis zu 30 Stunden dauern. Am Mittwochabend führte die Schlange von London Bridge am Südufer der Themse flussaufwärts bis nach Lambeth und über die gleichnamige Brücke bis ins Parlament - das sind beinahe vier Kilometer. Auf Youtube kann man den aktuellen Endpunkt abrufen.

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Doch wer könnte damit besser umgehen als die Briten? Geduldiges Schlangestehen gilt schließlich als britischste aller Tugenden, auf die man im Vereinigten Königreich stolz ist. Die Briten nehmen es also gelassen.

So ist es auch bei den Schwestern Yvette (59) und Helen Roberts (53). Als die beiden am Mittwochabend nach dem Abschiednehmen von der Queen in die Abendsonne unter dem Big Ben schlendern, sind sie richtig beseelt von der Erfahrung. „Ich weiß nicht mehr, wie lange ich gewartet habe“, sagte Helen. Sie habe nicht darauf geachtet. Die beiden Frauen aus der Grafschaft Bedfordshire haben schnell Anschluss gefunden in der Warteschlange. „Wir haben richtig Freundschaften geschlossen“, sagt Yvette. Die Stimmung sei gut und wohlwollend gewesen - auch so eine britische Tugend, findet sie.

Eine Wahrnehmung, die sich auch in der Atmosphäre auf der Westminster Bridge außerhalb des Parlaments widerspiegelt, wo die vielen Menschen hinströmen, die aus dem Parlament kommen. Sie flanieren, plaudern und verweilen auf den für Autos gesperrten Straßen. Es ist, als hätte die Queen ein Straßenfest ausgerufen für alle, die ihr die letzte Ehre erweisen.

In der ehrwürdigen Westminster Hall ist die Stimmung freilich anders. Dort strömen die Menschen in zwei Kolonnen zügig in die Halle, jeweils rechts und links am Sarg vorbei. Niemand spricht. Viele verbeugen sich kurz oder halten inne, wenn sie auf der Höhe des auf einem Podest aufgebahrten Sargs der Königin ankommen. Viele Menschen haben feuchte Augen, manche wischen sich die Tränen aus dem Gesicht, vereinzelt ist Schluchzen zu hören.

Strikte Regeln: Selfie-Verbot in Westminster Hall

Die Regeln sind strikt: Keinerlei Mitbringsel wie Blumen oder Teddybären sind erlaubt. Handys müssen in der Tasche bleiben. Fotos oder gar Selfies sind nicht gestattet. Auch ohne Verbote ist die Atmosphäre in der ehrwürdigen Westminster Hall mit ihrem gewaltigen mittelalterlichen Dachgewölbe und der Anwesenheit der toten Monarchin Ehrfurcht einflößend genug. Dort gegen die Regeln zu verstoßen, wäre wohl sehr unbritisch.

Dennoch passen Polizisten, Aufseher und nicht zuletzt zehn Soldaten aus verschiedenen Gardeeinheiten genau auf, dass die Regeln beachtet werden. (dpa)

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