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Noch vor der „NDR Talk Show“Mit dieser Show begann die Karriere von Hubertus Meyer-Burckhardt

Hubertus Meyer-Burckhardt ist vor allem als schlagfertiger Moderator der „NDR Talk Show“ bekannt. Die Sendung moderiert er meist zusammen mit Barbara Schöneberger.  (Bild: NDR / Thomas Kierok)

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Hubertus Meyer-Burckhardt ist vor allem als schlagfertiger Moderator der „NDR Talk Show“ bekannt. Die Sendung moderiert er meist zusammen mit Barbara Schöneberger. (Bild: NDR / Thomas Kierok)

Bevor er zur Talkshow-Ikone wurde, feierte Hubertus Meyer-Burckhardt seinen ersten großen TV-Erfolg mit einer ganz anderen Sendung. Zum 70. Geburtstag blickt der NDR auf eine Karriere zurück, die 1993 mit einer preisgekrönten Infotainment-Show begann.

1993 startete Hubertus Meyer-Burckhardt seine TV-Karriere als Moderator von „Sowieso - Die Sonntagsshow“. (Bild: IMAGO / teutopress)

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1993 startete Hubertus Meyer-Burckhardt seine TV-Karriere als Moderator von „Sowieso - Die Sonntagsshow“. (Bild: IMAGO / teutopress)

Was ihn auszeichnet? „Mut“ und „Humor“ habe er von seiner Oma gelernt, bei der er großteils aufgewachsen ist, sagt Hubertus Meyer-Burckhardt in einer neuen NDR-Doku: „Diese Eigenschaften tragen mich durchs Leben. Ich habe mir die Wörter in jedes meiner Sakkos sticken lassen.“ Der beliebte Talk-Gastgeber wird am 24. Juli 70 Jahre alt. Am selben Tag, um 0.00 Uhr, zeigt der NDR Susanne Gliffes Film „Hubertus Meyer-Burckhardt - Ein Porträt“.

Die Etiketten, die man ihm im Lauf der Jahre verpasst hat, sind zahlreich: „Grandseigneur des TV-Talks“ und „TV-Legende“ etwa, Plaudertalent mit untrüglichem Gespür für schwierige Gäste. Dass Meyer-Burckhardt aber mehr kann als nur ein guter Gastgeber zu sein, dass er mit Mut und Humor durchaus auch provozieren konnte, zeigt ein Rückblick auf den Beginn seiner Karriere.

„Sowieso“ statt Talk Show: So fing alles an

Hubertus Meyer-Burckhardt war Regieassistent am Hamburger Thalia Theater, Kreativdirektor einer internationalen Werbeagentur, Vorstand bei Axel Springer und ProSiebenSat.1 und erfolgreicher Filmproduzent. Er ist mit der Journalistin Dorothee Röhrig verheiratet.   (Bild: Christian Augustin/Getty Images)

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Hubertus Meyer-Burckhardt war Regieassistent am Hamburger Thalia Theater, Kreativdirektor einer internationalen Werbeagentur, Vorstand bei Axel Springer und ProSiebenSat.1 und erfolgreicher Filmproduzent. Er ist mit der Journalistin Dorothee Röhrig verheiratet. (Bild: Christian Augustin/Getty Images)

Geboren wurde Meyer-Burckhardt am 24. Juli 1956 in Kassel. Schon 1972 stand er dort als Statist am Staatstheater auf der Bühne. Nach dem Abitur 1977 studierte er Geschichte und Philosophie, erst in Berlin, dann in Hamburg, und sammelte als Regieassistent am Thalia-Theater sowie an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin erste Bühnenerfahrung. Er besuchte die Hochschule für Fernsehen und Film in München und arbeitete in der Wirtschaft - in einer großen Werbeagentur und einer Filmproduktiongesellschaft.

Barbara Schöneberger und Hubertus Meyer-Burckhardt sind in der „NDR Talk Show“ ein gern gesehenes, eingespieltes Team. Zusammen moderieren sie die Sendung seit 2008.
 (Bild: NDR / Thomas Kierok)

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Barbara Schöneberger und Hubertus Meyer-Burckhardt sind in der „NDR Talk Show“ ein gern gesehenes, eingespieltes Team. Zusammen moderieren sie die Sendung seit 2008. (Bild: NDR / Thomas Kierok)

Den eigentlichen Durchbruch brachte eine Sendung, die im Streit endete. Für den Süddeutschen Rundfunk entwickelte und moderierte Meyer-Burckhardt 1993 die Wochenrückblick-Show „Sowieso - Die Sonntagsshow“, schräg, schnell, mit Publikum in Arena-Aufstellung. Schon die Entstehung war konfliktreich: Zerwürfnisse um redaktionelle Verantwortung und Honorare trieben die Macher schließlich zum Hessischen Rundfunk, während der SDR ausstieg. Am Ende sorgte ein Satirebeitrag über CSU-Politiker und eine als blasphemisch empfundene Passage über Jesus Christus für den endgültigen Bruch - der Bayerische Rundfunk setzte die Sendung ab. Die Grimme-Jury sah das anders und zeichnete „Sowieso“ noch im selben Jahr aus.

Der Skandal schadete Meyer-Burckhardt nicht. Im Gegenteil: Ab 1994 übernahm er an der Seite von Alida Gundlach die „NDR Talk Show“ - bis 2001, danach mit wechselnden, später mit Barbara Schöneberger als Partnerin.

Meyer-Burckhardt: Moderiere die „NDR Talk Show“, solange man mich lässt

Die Doku „Hubertus Meyer-Burckhardt - Ein Porträt“ zeigt den Moderator auch auf Mallorca, wo er zusammen mit seiner Ehefrau, der Journalistin und Buchautorin Dorothee Röhrig, die mediterrane Lebensart und unkomplizierte Geselligkeit genießt. (Bild: NDR / Thomas Kierok)

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Die Doku „Hubertus Meyer-Burckhardt - Ein Porträt“ zeigt den Moderator auch auf Mallorca, wo er zusammen mit seiner Ehefrau, der Journalistin und Buchautorin Dorothee Röhrig, die mediterrane Lebensart und unkomplizierte Geselligkeit genießt. (Bild: NDR / Thomas Kierok)

2019 machte Meyer-Burckhardt öffentlich, dass er an Krebs erkrankt ist. Die Tumore seien „faul“, also nicht aggressiv, wie er selbst formulierte. Auf Anraten seiner zweiten Frau Dorothee Röhrig, mit der er seit 2015 verheiratet ist, gab er ihnen die Namen seiner Lieblingsautoren: Kafka und Shaw. 2020 berichtete er im Podcast von Barbara Schöneberger, der Krebs sei „komplett im Griff“ - und er habe durch die Krankheit sogar „eine der besten Begegnungen meines Lebens“ gemacht, die mit seinem behandelnden Professor.

Die Erfahrung hat ihn verändert, aber nicht gebremst, wie im neuen NDR-Porträt klar wird. Er wisse inzwischen, „wie wertvoll unsere knapper werdende Lebenszeit ist“, sagt er - und hat deshalb die Reisesendung „Zeitreisen“ abgegeben, um Prioritäten neu zu setzen. Die „NDR Talk Show“, Ratesendungen und ausgedehnte Lesereisen mit seinen Büchern bleiben dagegen fester Bestandteil seines Alltags.

Wie eng das Verhältnis zu Schöneberger tatsächlich ist, zeigte ein gemeinsames Interview mit der Agentur teleschau im Jahr 2023. Sie würde „eher alles andere aufgeben“, als die Sendung ohne ihn zu moderieren, sagte sie - das Team funktioniere „wie eine Familie“. Meyer-Burckhardt selbst gab sich bescheidener: Er würde die Sendung moderieren, solange „man mich lässt und sie mich nicht raustragen müssen“, sagte er. „Mir macht es irren Spaß, gerade mit Barbara. Ich mache die Sendung mit Dankbarkeit und Demut. Ich rechne aber fast stündlich damit, dass jemand an meinem Stuhl sägt.“ (tsch)

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