Corona-Wende Michael Wendler: Die Strategie hinter seiner Entschuldigung

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Michael Wendler hat sich bereits in seiner Instagram-Story vom 3. November 2020 zu seinen Aussagen geäußert. Jetzt legt er auf Telegram nach. 

Cape Coral/Köln – Er rudert heftiger zurück als der Deutschland-Achter bei Olympia!

Michael Wendler (48) hat in der Nacht auf Dienstag (3. November) mit einem langen Statement auf Instagram um Entschuldigung gebeten. Aber wie glaubwürdig ist die Wendler-Wende?

Michael Wendler: Wie glaubwürdig ist seine Entschuldigung?

Im knallroten Hemd sitzt der Wendler vor der Kamera. Bestimmt und deutlich spricht er zu seinen Fans. Nach jeder beendeten Story – also alle fünfzehn Sekunden – wechselt die Perspektive leicht. Mal etwas näher dran, mal etwas weiter weg.

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Wendlers erstes Thema: Die US-Wahl. Zunächst erwähnt er Kritik an Joe Biden, spricht von Berichten über Korruption in der Familie des US-Präsidentschaftskandidaten. Dann lobt er Donald Trump. Dem sei Euphorie und Aufbruchsstimmung zu verdanken. „Trump hat in vielen Reden angekündigt, die Pandemie nach seinem Wahlsieg für beendet zu erklären. Und auch hier in meinem Bundesstaat Florida gibt es weder Maskenzwang noch Lockdowns“, so Wendler.

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Michael Wendler hat sich bereits in seiner Instagram-Story vom 3. November 2020 zu seinen Aussagen geäußert. Jetzt legt er auf Telegram nach. 

Der Auswanderer ist ein Unterstützer Trumps, hat in seinem Vorgarten sogar seit Wochen eine Fahne stehen, die dafür wirbt für die Republikaner und Trump zu stimmen.

Schließlich sagt er, er sei nie ein Corona-Leugner gewesen, habe nur seine Meinung gesagt. Er gibt sogar zu: „Es gibt das Coronavirus.“

Michael Wendler: Fadenscheinige Erklärung für Eklat-Video

Doch eines bleibt klar festzuhalten: Mit einer einfachen Entschuldigung und fadenscheinigen Erklärung ist es nicht getan! Denn: Der Wendler hat nicht nur RTL beschimpft, der Bundesregierung Vorwürfe gemacht – er hat sich auch mit Corona-Leugnern gemein gemacht.

Offenbar ganz bewusst werden die Namen der früher genannten Unterstützer – allesamt in der Szene der Anhänger von Verschwörungstheorien bekannt – nicht mehr genannt. Um bloß nicht wieder in den „Aluhutträger“-Verruf zu geraten.

Schaut man sich das Statement des Sängers genauer an, ist es nichts anderes als der Versuch der Schadensbegrenzung – mit Hilfe falscher Darstellungen.

Michael Wendler hat Corona-Gefahr nicht kapiert

Wendler sagt, er habe Corona nie geleugnet. In seinem Video vom 8. Oktober 2020 sprach er allerdings von der „angeblichen Corona-Pandemie“. Also einer Gefahrensituation, die für ihn nicht existiere. Auch, dass er glaubt, Donald Trump könne einfach so eine „Pandemie für beendet erklären“, muss einem die Haare zu Kopf stehen lassen.

Über 90.000 neue Fälle wurden in den USA am 2. November 2020 laut „New York Times“ gemeldet. In Wendlers Wahlheimat Florida starben allein an jenem 2. November 45 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Dass man das nicht einfach für beendet erklären kann, muss jedem klar sein. Offenbar aber nicht dem Wendler.

Michael Wendler: So durchdacht ist sein Entschuldigungs-Video

Der Sänger schaut in seinem neuen Video immer leicht nach rechts – Notizen für eine solche Rede seien ihm aber zugestanden. Anders als in seinem Verschwörungs-Statement wirkt es diesmal auch nicht abgelesen.

Dennoch wirkt alles von vorne bis hinten durchdacht. Bis hin zum roten Hemd. Das signalisiert Dynamik und Power – und soll Wendlers Überzeugungskraft erhöhen.

In seinem früheren Video trug er übrigens schwarz – eine Farbe, die für Seriosität, Wahrheit und Glaubwürdigkeit steht. Genauso aber für Verführung – und dieser Kunst will sich der Wendler bedienen.

Denn letztendlich ist auch das neue Statement nichts anderes als der Versuch, mehr Menschen gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung zu mobilisieren.

Diese in Frage zu stellen, ist selbstverständlich erlaubt, teilweise sogar erwünscht. Dennoch muss man die Gesamtsituation betrachten und festhalten: Jeder, der sich an die Maßnahmen hält, trägt zum Schutz von Menschenleben bei. Um alle zu schützen, muss der Einzelne in manchen Dingen zurückstecken.

Michael Wendler: Das steckt hinter dem neuen Video

Aber zurück zum Wendler: Er positioniert sich clever, sieht Fehler ein, fast bekommt man Mitleid mit ihm, der während des ersten Lockdowns plötzlich auf der Straße gestanden habe, weil Hotels zumachen mussten. Damals war er mit Laura Müller wegen deren „Let’s Dance“-Teilnahme gerade in Deutschland.

„Wie ein Hund“ habe er sich gefühlt, das wolle er nicht wieder erleben. Da ist es wieder, das Gefühl von Mitleid. Wüsste man nicht, dass die Show-Teilnehmer von Sender RTL eine Unterkunft gestellt bekommen. Viele Profi-Tänzer etwa kamen in Apartments unter. Genauso der Schweizer Promi-Tänzer Luca Hänni.

Ja, das gilt für die Zeit der Teilnahme, nach Lauras Show-Aus mussten sich die beiden selbst etwas suchen. Aber nein: Michael Wendler musste keine einzige Nacht während des ersten Lockdowns auf der Straße verbringen. Lediglich ein paar Stunden der Ungewissheit aushalten, wo er die nächsten Nächte verbringen kann.

Und seine neuen Thesen passen auch nicht zu den Äußerungen seines Managers Markus Krampe. Der hatte nach dem Eklat Anfang Oktober davon berichtet, dass der Wendler in den Wochen zuvor bereits mit seltsamen Äußerungen aufgefallen war.

Beim Dreh für einen Werbespot etwa, als er die umstehenden Menschen aufforderte, ihre Masken auszuziehen. Oder, dass Wendler sagte, dass von der Regierung große Dinge geplant seien. Und dass er sich mit dem zweifelsfrei der Verschwörerszene angehörigen Attila Hildmann beraten habe. Da ist ein „es war alles nicht so gemeint“ wenig glaubwürdig.

Michael Wendler sucht neue Gefolgsleute

Und es gibt ein weiteres Indiz dafür, dass Wendler mit dem neuen Video mehr Gefolgsleute einsammeln will: Er postete es auf der – angeblich zensierenden – Plattform Instagram. Nicht aber bei Telegram, wo die meisten Leute, die ihm folgen, eh schon seiner Meinung sind. Diese müssen seine „Wende“ ja nicht mitbekommen…

Dort hingegen schrieb er: „Stoppt sofort den zweiten Lockdown. Selbst die WHO hält einen erneuten Lockdown für kein geeignetes Mittel, um Covid-19 zu bekämpfen und warnt vor wirtschaftlichem Totalschaden.“

Ja, viele Menschen kämpfen wegen der Pandemie und der Beschränkungen um ihre Existenz. Michael Wendler gehört nicht dazu! Mit seinem – inzwischen nichtigem – RTL-Vertrag, dem „Kaufland“-Werbespot und Co. war er gerade auf dem besten Weg, sich aus dem wirtschaftlichen Totalschaden, den er sich früher selbst eingebrockt hatte, wieder herauszuziehen.

Nur er allein hat sich mit den Äußerungen vom 8. Oktober erneut in diese Lage gebracht.

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