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„Kenne die dunklen Seiten“Karin Thaler über die Spielsucht ihrer Mutter

Schauspielerin Karin Thaler lacht am 26. März 2026 in die Kamera

Copyright: IMAGO/Fotostand

In ihrem Leben war nicht immer alles rosig, doch Karin Thaler hat sich das Lachen trotzdem bewahrt, wie hier bei der Aufzeichnung der NDR Talk Show im März 2026.

Schauspielerin Karin Thaler hat mit uns über ihre beliebte Rolle bei den „Rosenheim-Cops“ und darüber, wie das Leben ihrer Mutter ihr eigenes bestimmte, gesprochen.

60 Jahre Leben. 40 Jahre Schauspielerin, davon 25 Jahre die taffe Marie Hofer bei den „Rosenheim-Cops“: TV-Liebling Karin Thaler kann gerade auf schöne Zahlen verweisen und macht das auch in ihren Erinnerungen „Stark, weil ich stark sein musste“.

Doch anders als andere berichtet sie nicht nur von Freude, Lust und Heititei, sondern gibt auch den Blick frei auf die dunklen Seiten. Und die waren bestimmt von der Spielsucht ihrer Mutter, die dafür sogar ins Gefängnis musste.

Karin Thaler: Mit 17 „managte“ sie das Leben ihrer Mutter

In „Stark, weil ich stark sein musste“ berichten Sie über Ihr Leben, in dessen Mittelpunkt jahrzehntelang die Spielsucht Ihrer Mutter stand. Wie war es für Sie, als Sie das aufgeschrieben hatten – hat es wehgetan?

Karin Thaler: Es hat viele Wunden aufgerissen, ich habe viel geweint. Ich hatte gedacht, ich sei geheilt, doch es war nicht so. Aber es war befreiend. Jetzt konnte ich einen Strich unter das, was war, ziehen. Es ist abgehakt. Ich werde es nicht vergessen, aber ich habe längst verziehen. Sie konnte ja nichts dafür: Sie war an Spielsucht erkrankt, litt an bipolaren Störungen.

Wann haben Sie das erste Mal geahnt, dass Ihre Mutter finanzielle Probleme hatte?

Karin Thaler: Als ich mit 17 nach der Arbeit nach Hause kam, stand ein Möbelwagen vor der Tür, die Wohnung sollte leergeräumt werden. Mama hatte über Monate keine Miete bezahlt, es lag eine Räumungsklage vor. Ich bin aus allen Wolken gefallen, mir wurde erstmals klar, dass das Leben doch nicht so leicht ist, wie sie es uns bisher vermittelt hatte. Dass niemand kommt, der uns rettet. Also muss ich die Retterin sein.

Was haben Sie damals gemacht?

Karin Thaler: Ich habe mit allen möglichen Stellen telefoniert, dann sogar den Bürgermeister von Deggendorf angerufen. Ich habe ihn angefleht, uns zu helfen, ihm versprochen, sofort einen Kredit aufzunehmen – und er hat geholfen. Wir konnten in der Wohnung bleiben.

Wie ging es weiter?

Karin Thaler: Es vergingen viele Jahre, in denen alles harmonisch war – doch dann begann sie mit dem Spielen. Ich habe das nicht mitbekommen, bis mir eine Kollegin der Mama im Vertrauen mitteilte, dass Mama längst von ihrer Arbeitsstelle entlassen war, eine Anzeige wegen Unterschlagung kurz bevorstand, und sie eventuell ins Gefängnis käme. Das war ein Schock – und ich musste schnell wieder retten. Ich habe die nächsten 20 Jahre fast nur noch für die Mama gearbeitet.


Kartin Thaler: Fürs Kinodebüt gleich für den Oscar nominiert

  1. Karin Thaler wurde am 12. Juni 1965 in Deggendorf geboren. Als Schauspielerin entdeckt von Senta Berger (84) und deren Ehemann Michael Verhoeven (1938-2024). 1986 feierte sie ihr TV-Debüt in „Gundas Vater“ (ausgezeichnet mit dem TV-Preis „Goldener Gong“). Ab dann in vielen TV-Serien zu sehen – u. a. von 1990 bis 2008 in „Der Landarzt“, von 1999 bis 2008 in „Unser Charly“ und von 2011 bis 2017 in „Hubert und Staller“. 1991 dann das Kino-Debüt „Das schreckliche Mädchen“ (dafür gab es sogar eine Oscar-Nominierung).
  2. Sie hat als Marie Hofer seit Beginn der ersten Staffel eine Hauptrolle in der ZDF-Serie „Die Rosenheim-Cops“. Karin Thaler ist seit 1997 mit dem Musiker Milos Malesevic (58) verheiratet. Das Paar lebt in Unterföhring bei München.

Konnten Sie mit Ihrer Familie über die Probleme sprechen?

Karin Thaler: Wir haben gefeiert, getrunken, gelacht, schöne Sachen erzählt, Sex-Geschichten ausgeplaudert, aber Probleme wurden meist ausgeblendet. Unser Standpunkt war, dass es niemanden was angeht, wie es in uns aussieht. Da müssen wir allein durch, nach außen hin müssen wir weiter lachen und stark sein.

Hatte das Schicksal Ihrer Mutter Einfluss auf Ihr Leben?

Karin Thaler: Ja, natürlich. Für mich ist Sicherheit und Seelenfrieden das Allerwichtigste geworden. Ich betrete kein Casino, weil ich nicht weiß, wie ich da reagiere. Ich habe mir außerdem geschworen, dass ich keine Altersarmut erfahren werde, ich habe ja hautnah mitbekommen, wie schwer es im Alter ist, wenn man jeden Cent umdrehen muss. Und ich schütze mich vor Energie-Räubern.

Was heißt das?

Karin Thaler: Wenn ich mit Menschen zusammen bin, die mir nicht guttun, verlasse ich diese Situation. Früher habe ich mich durch alles durchgebissen und gedacht: Das muss so sein. Das ist gut für die Karriere! Jetzt schaue ich, dass es meiner Seele guttut. An mich kommt keiner mehr ran, der mir schaden könnte.

Trotz allem, was passiert ist, haben Sie Ihre Mutter immer in gutem Licht dastehen lassen …

Karin Thaler: Ja, weil ich sie geliebt habe. Obwohl mein Erzeuger verschwunden war und nie gezahlt hatte, war sie immer positiv. Sie hat uns als Kinder mit Liebe überschüttet, unsere Seelen gestreichelt, uns fürs Leben aufgebaut, stark gemacht. Ich kann mich an keinen Tag erinnern, an dem sie nicht sagte: „Ihr seid die Besten, die Schönsten, die Tollsten, ihr seid so gescheit – ich liebe euch über alles“. Das war die Basis, die dafür sorgte, dass ich alles, was später war, durchstehen konnte.

Karin Thaler und ihre Mutter am 1. März 1987

Copyright: imago stock&people

Karin Thaler mit ihrer Mutter Hedwig im Jahr 1987 bei einem Fotoshooting.

Wäre Ihre Karriere anders verlaufen, wenn Sie diese Sorgen nicht gehabt hätten?

Karin Thaler: Das weiß ich nicht. Ich bin aber auch so sehr zufrieden. 25 Jahre in einer Volksserie wie „Rosenheim-Cops“ zu sein, die die Menschen lieben, ist schön. Wobei ich denke, dass mein Spiel mehr Tiefe bekommen hat, weil ich die dunkle Seite des Lebens kennengelernt habe.

„Stark, weil ich stark sein musste“ ist nicht nur ein Buch über Ihre Mutter, sondern Ihre Autobiografie, in der Sie – was bei Schauspielern nicht immer der Fall ist - sehr ehrlich über sich schreiben, auch über Ihr Liebesleben. Haben Sie im Nachhinein schon mal bereut, da so offen gewesen zu sein?

Karin Thaler: Warum sollte ich? Das gehört zu meinem Leben. Ich habe kein Problem damit, über Sex zu reden. Sex war mir immer wichtig, hat mir immer Spaß gemacht. Als ich eine junge Schauspielerin und solo war, war das für mich „a gmahde Wiesn“. Ich war da die Jägerin. Das geht vielen so, nur reden sie nicht drüber. Außerdem habe ich keine Details preisgegeben.

Sie haben Anfang der 90er Jahre „Ein Engel für Felix“ gedreht. Felix wurde von Sascha Hehn gespielt, sie waren der Engel. Im Buch gestehen Sie, dass es zwischen Ihnen auch privat gefunkt hatte …

Karin Thaler: Ja, Sascha hat mir gutgetan, die Beziehung hat mein Selbstwertgefühl gesteigert. Ich war schwer verliebt – es war eine wunderschöne Zeit. Wir waren eineinhalb Jahre ein Paar, dann war es wieder vorbei.

Karin Thaler mit Ehemann Milos Malesevic 2018

Copyright: imago images/Spöttel Picture

Karin Thaler mit ihrem Ehemann Milos Malesevic bei einem Konzert in München am 19. Juli 2018.

Keine Angst, dass Ihr Mann eifersüchtig wird, wenn er Ihre Erinnerungen liest?

Karin Thaler: Das ist meine Geschichte. Und Vergangenheit. Er weiß, wie ich war. Und das liebt er auch an mir, meine Art, dass ich über alles lachen kann.

Hätten Sie Ihrer Rolle, der Marie Hofer, auch mal mehr Sex & Drugs & Rock'n'Roll gegönnt?

Karin Thaler: So eine schöne Liebesgeschichte hätte ich ganz gern mal wieder – vielleicht klappt es ja in dieser Staffel. Dieser Wunsch geht per EXPRESS raus ans Universum: Vielleicht bekomme ich vor der Kamera noch mal einen Liebhaber – und wenn es der Postbote ist.

Wäre Marie eine Freundin für Sie?

Karin Thaler: Ich glaube, sie wäre mir zu langweilig. Ich bin jemand, der die Welt sehen möchte, ich mag das Spa und gehe gern zur Massage. Und das Politische, für das sie sich engagiert, macht mir auch keinen Spaß. Aber so war die Rolle angelegt, und es ist, wie es ist.

Sie sind jetzt 60 – wie stellen Sie sich die nächsten Jahre vor?

Karin Thaler: Ich denke, ich kann noch 20 gute Jahre haben, und die will ich genießen. Darum drehe ich nicht mehr ganz so viel bei den Cops. Ich möchte auf keinen Fall aussteigen, aber ich möchte weniger machen und bin dankbar, dass mir der ehemalige Produzent und die neue Produzentin da gefolgt sind.

Haben Sie noch einen Rollenwunsch?

Karin Thaler: Ja, ich möchte unbedingt noch mal in einem „Tatort“ mitspielen – als Kommissarin oder als Mörderin. Nur bitte nicht als Leiche!

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