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Heute im Free-TVDieser starbesetzte Endzeit-Thriller zeichnet ein düsteres Bild für 2027

Clive Owen spielt den desillusionierten Beamten Theo, der sich irgendwann doch wieder für die Zukunft der Welt interessiert. (Bild: 2006 Universal Studios / All rights reserved)

Clive Owen spielt den desillusionierten Beamten Theo, der sich irgendwann doch wieder für die Zukunft der Welt interessiert. (Bild: 2006 Universal Studios / All rights reserved)

Grausam und realistisch, aber auch adrenalin- und spannungsgeladen erzählt Alfonso Cuarón im Endzeit-Thriller „Children of Men“ von den düsteren Aussichten der unfruchtbar gewordenen Menschheit.

In „Children of Men“ müssen Polit-Aktivist Luke (Chiwetel Ejiofor, links) und Theo (Clive Owen) eine schwangere Frau retten.  (Bild: 2006 Universal Studios / All rights reserved)

In „Children of Men“ müssen Polit-Aktivist Luke (Chiwetel Ejiofor, links) und Theo (Clive Owen) eine schwangere Frau retten. (Bild: 2006 Universal Studios / All rights reserved)

Irgendwann im Jahr 2027. Es ist fast ein typischer Morgen für Theo. Der Regierungsbeamte ist missgelaunt, der Himmel grau und verhangen, Großbritannien totalüberwacht. Und doch, etwas ist anders. Der jüngste Mensch der Welt ist gestorben, ein Ereignis, das die Nachrichtensendungen beherrscht. Das „Baby“ war 18 Jahre alt. „Children of Men“ von Regisseur und Co-Autor Alfonso Cuarón (“Harry Potter 3 - Der Gefangen von Askaban“, „Gravity“), entstanden nach einer Romanvorlage von P.D. James, ist eine düstere Vision, ein temporeicher Endzeitthriller und desillusionierendes Schreckensszenario in einer semi-dokumentarischen Ästhetik. ARTE zeigt den Film von 2006 am Sonntag, 25. Januar um 22.00 Uhr.

Theo (Clive Owen) und Julian (Julianne Moore) waren mal ein Paar und treffen sich für einen brisanten Auftrag wieder. (Bild: ZDF2006 Universal Studios / All rights reserved)

Theo (Clive Owen) und Julian (Julianne Moore) waren mal ein Paar und treffen sich für einen brisanten Auftrag wieder. (Bild: ZDF2006 Universal Studios / All rights reserved)

Theo (Clive Owen) hat gerade seinen Kaffee geholt, als der Coffee-Shop explodiert. Eine Explosion, die nicht nur ein verzweifelter Terrorakt der letzten Denkenden und Fühlenden auf der im Chaos versinkenden Welt ist. Sie ist auch ein Fanal, ein Signal an Theo, die Apathie und den Sarkasmus, mit denen er das schreckliche Leben absolviert, durch Initiative und Engagement zu ersetzen. Er macht das zunächst nicht freiwillig, aber die Katharsis ist unvermeidlich und wird von Clive Owen sehr überzeugend gespielt.

Julian (Julianne Moore) will, dass sich Theo um die schwangere Einwanderin kümmert. Seit 18 Jahren wurde wegen einer unheilbaren Unfruchtbarkeit aller Frauen auf dem Planeten kein Kind mehr geboren. (Bild: 2006 Universal Studios / All rights reserved)

Julian (Julianne Moore) will, dass sich Theo um die schwangere Einwanderin kümmert. Seit 18 Jahren wurde wegen einer unheilbaren Unfruchtbarkeit aller Frauen auf dem Planeten kein Kind mehr geboren. (Bild: 2006 Universal Studios / All rights reserved)

Auf der ganzen Erde ist die Zivilisation zusammengebrochen. Nur Großbritannien hält als letzte Bastion mit einem harten Militärregime und totalem Terror von staatlicher Seite das öffentliche Leben in mehr oder weniger geordneten, auf jeden Fall aber gewohnten Bahnen. Und es wurde seit 18 Jahren kein Kind mehr geboren, eine unerklärliche Unfruchtbarkeit macht die Menschen zu einer aussterbenden Rasse. Cuarón inszeniert diese Realität düster, aber nachvollziehbar, seine große Stärke ist der Realismus, ein echter Schlag in die Magengrube. Wer sagt, dass wir nicht auf dem Weg in eine Welt sind, in der Immigranten in Käfigen gefangen auf ihren Abtransport warten? Wie behandeln wir sie denn heute? Wie viel Freiheit gewähren wir den Bürgern noch? Und wie stark sind sie überwacht?

Lebens- und Überlebenskampf in London

In etwa 20 Jahren herrschen nur noch Terror, Angst und Unterdrückung in Großbritannien: Alfonso Cuaróns Zukunftsvision „The Children of Men“ ist düster, aber durchaus realistisch. Bild: Chiwetel Ejiofor. (Bild: ZDF / Jaap Buitendijk)

In etwa 20 Jahren herrschen nur noch Terror, Angst und Unterdrückung in Großbritannien: Alfonso Cuaróns Zukunftsvision „The Children of Men“ ist düster, aber durchaus realistisch. Bild: Chiwetel Ejiofor. (Bild: ZDF / Jaap Buitendijk)

Es sind wichtige, essenzielle Fragen, die verhandelt werden, aber trotzdem ist „Children of Men“ kein dröges Belehrkino, sondern ein spannender Film, eine fesselnde Fluchtgeschichte, ein Road-Movie quasi ins Unvermeidliche. Theo wird aufgrund seiner Verbindungen gezwungen, mit einer Rebellenorganisation zusammenzuarbeiten. Sie haben den wertvollsten Schatz der Menschheit in ihren Händen und wollen die schwangere Kee (Clare-Hope Ashitey), eine Immigrantin, außer Landes schaffen. Theo muss die Reisedokumente beschaffen und Kee nach Verrat in der Gruppe persönlich ans Meer bringen.

Alfonso Cuarón, der bereits fünfmaliger Oscarpreisträger ist, ging bei der Umsetzung keine Kompromisse ein. Ausschließlich Handkameras fangen apokalyptische Bilder ein, zeigen den Lebens- und Überlebenskampf in London und im Immigrantenlager in drastischer Deutlichkeit. Dazu stellt Cuarón die Gewalt schonungslos und in aller Härte dar. Nur ganz zum Schluss lässt er in seiner Science-Fiction-Parabel, die doch aufgrund der zahlreichen Subtexte so heutig ist, ein wenig Trost zu. Kee geht mit ihrem neugeborenen Kind im Arm an den erbittert kämpfenden Rebellen und Soldaten vorbei. Und diesen einen Moment lang schweigen alle Waffen, besinnen sich die Menschen ihrer selbst. Nur das Wunder des Lebens zählt, die Zukunft der Menschen. Die Hoffnung der Welt schaut aus den Augen eines kleinen Babys. (tsch)

Patrick Romer unterhält sich im RTL-Dschungelcamp mit Eva Benetatou.

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