Nach der Absage eines Auftritts von Alphaville beim Glücksgefühle-Festival auf dem Hockenheimring wurde der Veranstalter mit Kritik überzogen. Markus Krampe rudert jetzt ein wenig zurück.
Wende nach ShitstormAlphaville soll jetzt doch wieder auf Poldi-Festival spielen

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Die Macher des Glücksgefühle-Festivals: Lukas Podolski (r.) und Markus Krampe.

Der Eklat um das Glücksgefühle-Festival beschäftigt die ganze Musikszene. Die Ausladung der Band Alphaville („Forever Young“) durch Veranstalter Markus Krampe (54), der das Festival seit 2023 mit Ex-Fußballnationalspieler Lukas Podolski organisiert, hat für eine Flut an empörten Nachrichten gesorgt.
Unter den Postings von Deutschlands größtem Musikfestival waren fast ausschließlich wütende Beiträge zu lesen. Die 80er-Popband war aus dem Programm gestrichen worden, weil man sich mit ihr nicht darauf habe einigen können, „politische Äußerungen auf unserer Bühne zu unterlassen“. Laut dem Bandmanager geht es um Aussagen gegen Rechts und für Demokratie.
Glücksgefühle-Festival: SPD-Landeschef ruft zu Protest auf
Das Festival hatte in einer Stellungnahme erklärt, dass es nach dem Auftritt von Alphaville in Hamburg mit politischen Äußerungen Unmut bei einigen Besuchern gegeben habe. In zahlreichen Nachrichten sei man gebeten worden, „als Veranstalter dafür Sorge zu tragen, dass die Künstler sich auf ihre Musik fokussieren“.
Sänger Marian Gold hatte die Absage öffentlich gemacht. „Diese Begründung gleicht aus unserer Sicht einem Maulkorberlass – uns allen bestens bekannt aus Diktaturen“, schrieb der 72-Jährige.
Selbst die Politik schaltete sich ein. Der Co-Vorsitzende der baden-württembergischen SPD, Robin Mesarosch, sagte: „Du kannst nicht nicht-politisch sein, so sehr du dir das wünschst.“ Er verwies auf Sänger Andreas Gabalier, der auf dem Festival auftreten soll. „Es ist Murks, wenn ein Veranstalter den einen Musiker auftreten lässt, den anderen aber nicht, und dann auch noch behauptet, das wär unpolitisch“, sagte Mesarosch.
„Es ist nicht die Aufgabe des Festival-Veranstalters, ganz allein die AfD aufzuhalten“, sagte der Sozialdemokrat. Aber es könne auch niemand so tun, „als wäre man in einem unpolitischen Fantasieraum und das hätte alles nichts mit einem zu tun“. Deshalb rief er Menschen auf, den Veranstaltern zu schreiben, was sie von der Entscheidung halten. „Und die Bitte richte ich auch an die Bands, die in den nächsten Tagen auf dem Glücksgefühle-Festival auftreten.“
Die Veranstalter spürten, dass die Atmosphäre schon vor dem ersten Konzert komplett vergiftet ist, und ruderten am Donnerstag (3. September) etwas zurück. „Wie wir gehandelt haben, war in der Tat ein Fehler. Das tut mir leid. Meinungsfreiheit ist das höchste Gut, das wir in Deutschland haben, sie ist zu schützen“, sagte Krampe der „Bild“, die das Festival live überträgt.
Nach dem Wirbel reicht der Gummersbacher der Band jetzt sogar die Hand: „Wir laden Alphaville ein, wie geplant Teil des Festivals zu sein. Nicht als Zeichen eines Nachgebens, sondern als bewusste Entscheidung für das, was uns verbindet.“
Ob die Gruppe jetzt nach den Verwerfungen tatsächlich zum Poldi-Festival kommt, ist mehr als fraglich. Die Fronten sind komplett verhärtet. „Ich glaube, dass es möglich ist, unterschiedliche Haltungen nebeneinander stehenzulassen, ohne laut zu werden“, findet Krampe.

