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Drehabbruch bei ARD-Reportage über EssstörungenSupermarktbesuch wird für Lina zur Zerreißprobe

Trotz Einkaufsliste: Der Supermarktbesuch stellt Lina vor eine große Herausforderung. (Bild: Screenshot ARD)

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Trotz Einkaufsliste: Der Supermarktbesuch stellt Lina vor eine große Herausforderung. (Bild: Screenshot ARD)

Eine ARD-Reportage soll Lina, die mit einer Essstörung zu kämpfen hat, bei einem Einkauf begleiten. Doch dann entscheidet der Reporter, dass die Begleitung mit der Kamera abgebrochen werden soll.

„Ich bin stolz auf dich. Okay?“, flüstert Lina ihrer Freundin zu. Arm in Arm laufen die beiden die Straße entlang. Ihr Ziel: ein Supermarkt. Für das Therapiekochen am nächsten Tag müssen sie Lebensmittel einkaufen. Für Lina und ihre Mitpatientin wird der vermeintlich alltägliche Einkauf jedoch zur Herausforderung. In der ARD-Reportage „Y-Kollektiv: Jede Mahlzeit ein Kampf“ wird Lina während ihres Aufenthalts in einer Klinik für Essstörungen von Reporter Frederik begleitet. Doch der Drehtag nimmt plötzlich eine unerwartete Wendung.

Was löst es bei den beiden jungen Frauen aus, gemeinsam in den Supermarkt zu gehen? „Bei mir vor allem Anspannung“, erklärt Lina. Seit sieben Wochen befindet sie zu diesem Zeitpunkt in der Klinik. Ihre genaue Diagnose möchte die Schülerin nicht verraten. Sie hat Angst, abgestempelt zu werden. Seit vier Jahren ist die Essstörung Teil ihres Lebens. Nun steht für sie gemeinsam mit einer Mitpatientin und Freundin eine besondere Challenge an: alles von der Einkaufsliste kaufen und dabei bewusst nicht zu Zero- oder Light-Produkten greifen. „Wir schaffen das!“, muntert Lina sowohl ihre Freundin als auch sich selbst auf. Doch die Anspannung ist ihnen deutlich anzumerken.

Lina ist im Supermarkt „nicht wirklich anwesend“

Im Supermarkt wird schnell klar, wie schwer die Situation für Lina tatsächlich ist. „Lina, wenn ich jetzt noch eine Frage stelle, ist das okay?“, fragt der ARD-Reporter. Vor dem Kühlregal versucht Lina zu antworten, doch ihre Gedanken sind längst woanders. „Ich weiß nicht, ob ich richtig antworten kann, weil ich nicht wirklich anwesend bin“, erklärt sie. Sie sei „mega angespannt“ und befinde sich in einer Art „Tunnelblick“.

Für Frederik ist spätestens jetzt klar, dass die Kamera die Situation nicht weiter begleiten sollte. „Ich würde sagen, wir brechen das jetzt an der Stelle mal ab. Weil ich merke, die sind unglaublich gestresst und es wird auch nicht besser. Ich habe das Gefühl, wir helfen hier gerade mit der Kamera nicht“, erklärt er. Auch am nächsten Tag wirkt die Situation bei den beiden jungen Frauen noch nach. Sie möchten an diesem Tag keine Interviewfragen beantworten.

Lina nimmt nun „mehr am Leben teil“

Vier Wochen später trifft Frederik Lina erneut. Dieses Mal nicht in der Klinik, sondern in Bielefeld, wo sie mit ihren Eltern lebt. Es ist das erste Wiedersehen nach ihrem Klinikaufenthalt. Wie ist es für die Schülerin gelaufen, wieder nach Hause zu kommen? Direkt am Tag nach ihrer Entlassung sei sie wieder in die Schule gegangen. Das würde sie heute nicht noch einmal so machen, sagt sie.

Auch wenn Lina noch immer mit Symptomatiken ihrer Krankheit zu kämpfen hat, habe sich etwas verändert: Sie kann nun anders mit ihnen umgehen. „Ich würde schon sagen, dass ich auf einer gewissen Art und Weise glücklicher bin als vorher. Und mehr so am Leben teilnehme“, erklärt Lina.

Die Reportage „Y-Kollektiv: Jede Mahlzeit ein Kampf - In der Spezialklinik für Essstörungen“ ist in der ARD Mediathek abrufbar. (tsch)

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