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FSB-Aussteiger packen in ZDF-Doku über Putin aus„Alles zerstören, was man zerstören kann“

Zu seinen Geheimdienstagenten hat Wladimir Putin eine enge Verbindung. Er selbst durchlief eine Ausbildung beim KGB. (Bild: ZDF / Voskresensky, Mikhail)

Copyright: ZDF / Voskresensky, Mikhail

Zu seinen Geheimdienstagenten hat Wladimir Putin eine enge Verbindung. Er selbst durchlief eine Ausbildung beim KGB. (Bild: ZDF / Voskresensky, Mikhail)

„Kein Tag vergeht ohne Verhaftungen oder Gerichtsverfahren“: Im Umgang mit Kritikern kennt Wladimir Putin kein Pardon. Sein wichtigster Hebel sind dabei seine Geheimdienstagenten. In einer ZDF-Doku packen einige Aussteiger nun aus.

In Wladimir Putins hybridem Krieg sind Cyberspezialisten und Hacker unersätzlich geworden. „Die Gefahr ist im Moment ungemein groß“, berichtet der Geheimdienstexperte Erich Schmidt-Eenboom in der neuen ZDF-Doku „Putins Schattenmänner“.

Einer der weiß, wie es hinter den Kulissen von Putins digitalem Feldzug aussieht, ist Wladislaw Chorochorin. Der gebürtige Ukrainer hackte zunächst unabhängig von Geheimdiensten und verdiente so ein Vermögen: „Wir verschlüsselten komplett das Netzwerk irgendeiner Firma. Dann forderten wir Lösegeld.“ Der russische Inlandsgeheimdienst FSB wurde auf ihn aufmerksam und rekrutierte ihn.

Ex-Hacker über Russlands Cyberkrieg: „Sie leben wie Zaren“

Im Cyberkrieg gegen Georgien 2008 habe sein Team die Aufgabe gehabt, Websites zu hacken, Telefone auszuschalten und Geldautomaten zu blockieren. „Alles zerstören, was man zerstören kann“, sei laut Chorochorin die Order gewesen. „Das Licht, das Gas - alles komplett ausgedreht.“

Seither habe sich in Russland nochmals einiges getan. „Sie haben ein Paradies für Hacker geschaffen“, beschreibt der Computerfachmann es im Film von Florian Huber und Johannes Müller. Damit sei gutes Geld zu verdienen: „Sie leben wie Zaren.“ Chorochorin hat sich dagegen zurückgezogen, arbeitet nicht weiter für den FSB. Heute bereut er seine Tätigkeiten. „Hätte ich nur kapiert, was für ein Monster wir mit Putin und seinem Apparat unterstützt haben. Es ist mir sehr unangenehm.“

Russischer Oppositioneller: „Kein Tag vergeht ohne Verhaftungen oder Gerichtsverfahren“

Auch Alexander Fedotov arbeitete einst für den FSB und stieg rasch auf. Sein Antrieb sei „etwas Patriotisches“ gewesen. „Das hat mich mehr interessiert als Geld“, erklärt er in der Doku. Doch als er beobachtete, dass in den Sonderdiensten der Geheimdienste „gesetzeswidrige Methoden“ angewendet wurden, habe sich seine Haltung geändert: „Meine Träume fielen schnell in sich zusammen.“ Er habe erkannt, dass es Putin vor allem um sein eigenes Interesse und nicht das des Landes gehe: „Sein Ego ist ihm sehr wichtig.“ Der Präsident sei es auch selbst, der „die finale Entscheidung, einen Oppositionellen zu töten“, treffe.

Feinde des Systems verfolgt Putin verbissen und oft genug in tödlicher Absicht. Das zweite Direktorat der FSB-Zentrale in Moskau sei „so etwas wie die russische Gestapo“, recherchierte der Journalist Roman Dobrochotow (“The Insider“). Der russische Oppositionelle Wladimir Kara-Mursa bestätigt: „Kein Tag vergeht ohne Verhaftungen oder Gerichtsverfahren.“

Doch längst nicht nur im Inland spüren Putins Gefolgsleute Systemgegner auf. Ende 2006 starb Putin- und FSB-Kritiker Alexander Litwinenko, nachdem er mit radioaktivem Polonium vergiftet worden war. US-Geheimdienstexperte Paul Joyal legte daraufhin in einer britischen Nachrichtensendung Wladimir Putin den Mord zur Last. Vier Tage danach lauerten ihm in seiner Heimat Washington zwei Männer auf, nur mit viel Glück überlebte er: „Beim angesetzten Kopfschuss klemmte die Waffe, und sie flüchteten.“ (tsch)

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