Einst wurde Niko Rittenau in der veganen Szene gefeiert. Inzwischen konsumiert der Influencer und Koch jedoch wieder Tierprodukte und betreibt sogar eigene Hühnerhöfe - sehr zum Unmut seiner früheren Fans. In einer ARD-Dokumentation schildert Rittenau die Beweggründe seiner Kehrtwende.
Ex-Veganer erklärt in ARD-Doku, weshalb er heute selbst Tiere schlachtet„Das Huhn leidet nicht“

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Niko Rittenau galt einst als Star der veganen Szene. (Bild: WDR/Sebastian Wallner)
Für viele Veganerinnen und Veganer war Niko Rittenau ein Vorbild. Jahrelang galt der ausgebildete Koch, Ernährungsberater, Buchautor und Food-Influencer als Star der Szene - bis er ihr 2023, zumindest teilweise, den Rücken kehrte. In der ARD-Dokumentation „Essen als Religion - Vom Zwang, sich gesund zu ernähren“ spricht der Österreich nun über seine veränderte Haltung.
Auslöser für den „großen Cut“ sei der Gesundheitszustand seiner damaligen Partnerin Katharina Frauenknecht gewesen. Die erinnert sich im Film: „Ich konnte teilweise Sätze nicht mehr richtig bilden, weil mir Wörter nicht mehr eingefallen sind.“ Sie habe unter Haarausfall, Verdauungs- und Schlafstörungen sowie regelmäßigen Schwächeanfällen gelitten. „Das wurde irgendwann einfach so stark, dass ich Angst bekommen habe“, erzählt sie.

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Niko Rittenau (links) und seine heutige Ex-Partnerin Katharina Frauenknecht waren jahrelang überzeugte Veganer. (Bild: WDR/Leo Adass)
Es sei Rittenau gewesen, der seiner ebenfalls vegan lebenden Freundin letztlich empfohlen habe, Eier zu konsumieren. Frauenknecht habe dies „überhaupt nicht machen“ wollen, sei aber „irgendwann so verzweifelt“ gewesen, dass sie den Rat ihres Partners annahm. „Fast schlagartig“ habe sich ihr Gesundheitszustand gebessert. „Daraus haben wir den Schluss gezogen: Okay, es muss wohl an den Eiern liegen, weil wir ansonsten nichts verändert haben“, erinnert sie sich.
Niko Rittenau will „artgemäßge Haltung mit Fokus auf das Tierwohl“ demonstrieren
In einem Video-Podcast teilten Rittenau und Frauenknecht ihre Erkenntnis mit ihrer Online-Community. Die Empörung der Fans ließ nicht lange auf sich warten: „Nicht vegan sein ist nicht okay“, hieß es unter anderem unter dem Beitrag; andere User werfen ihm bis heute vor, ein „Scharlatan“ oder ein „Verräter“ zu sein.
Davon beirren ließ sich Rittenau nicht. Ganz im Gegenteil: Der 35-Jährige züchtet inzwischen selbst Hühner, betreibt mehrere Hühnerhöfe und hat auch schon selbst Tiere geschlachtet. „Das war natürlich nicht schön“, sagt er in der Dokumentation. Ein Problem habe er dennoch nicht damit gehabt - schließlich habe es sich um eine „sachgemäße“ Schlachtung gehandelt: „Das Huhn leidet nicht.“ Er wolle zeigen, wie „artgemäße Haltung mit Fokus auf das Tierwohl“ funktionieren könne - auch, um „tierethisch motivierten Personen“ zu ermöglichen, Tierprodukte „mit gutem Gewissen“ zu konsumieren.
Die gesamte Dokumentation „Essen als Religion - Vom Zwang, sich gesund zu ernähren“ ist in der ARD Mediathek abrufbar. (tsch)

