Simon Le Bon musste den Song „Ordinary World“ schreiben, um weiterzuleben. Nun kommt er mit Duran Duran nach Köln.
Duran Duran in KölnDer Song, den Simon Le Bon schreiben musste, um weiterzuleben

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Duran-Duran-Sänger Simon Le Bon. Die Band kommt am 8. Oktober für eines ihrer seltenen Deutschland-Konzerte in die Kölner Lanxess-Arena.
Simon Le Bon, Ikone der 80er, kommt nach Köln. Doch hinter dem Welthit „Ordinary World“ steckt eine herzzerreißende Geschichte über Verlust und den Kampf zurück ins Leben.
Am 8. Oktober wird ein besonderer Tag: Die 80er-Jahre-Helden Duran Duran bringen die Kölner Lanxess-Arena zum Beben. Sänger Simon Le Bon, einst das Idol einer ganzen Generation, spricht im Vorfeld des exklusiven Deutschland-Auftritts über die dramatische Entstehung eines ihrer legendärsten Songs.
Auf die Frage nach seinem größten Stolz nennt er den Titel „Ordinary World“. Der Grund ist nicht allein die Schönheit der Melodie, sondern auch die tiefgehende Emotionalität, die so viele Zuhörer erreicht. Was kaum jemand weiß: Die Entstehung dieses Stücks ist mit einem schweren Schicksalsschlag verbunden.
Die tragische Wahrheit hinter „Ordinary World“
Le Bon offenbart: „Tatsächlich war ich tief in Trauer versunken, als ich den Song schrieb.“ Er musste einen Weg aus dieser Dunkelheit finden, um nicht dauerhaft in Melancholie zu verfallen. Auslöser war der Verlust seines engsten Freundes, der an einer Überdosis starb.
Es war ein „dummer Unfall“, wie der Musiker es beschreibt. Sein Kumpel glaubte, die Abhängigkeit überwunden zu haben, doch dann nahm er eine fatale Dosis und verstarb. „Sein Tod fühlte sich so falsch und so sinnlos an, eine solche Verschwendung von Leben“, erinnert sich der Frontmann. Er hatte das Gefühl, dass der Geist seines Freundes ihn nicht losließ.
Die Komposition von „Ordinary World“ wurde zu seiner Rettung. „Diesen Song zu schreiben, war meine Art zu sagen: Ich liebe dich, Mann, aber ich muss dich ziehen lassen.“ Wenn die Gruppe das Lied heute performt, spürt er die Nähe seines Freundes wieder – jedoch auf eine positive und heilsame Art.

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Duran Duran anno 2026: Roger Taylor (v.l.), John Taylor, Nick Rhodes, Simon Le Bon
Genau darin liegt für Le Bon die Kraft von Musik. Menschen verbinden ihre persönlichen Emotionen mit dem Lied. Das ist die Hauptsache, betont er. Diese enge Beziehung zu den Fans ist der Antrieb, der die Band auch heute noch auf die Bühne treibt, selbst wenn die Presseberichte einmal kritischer ausfallen.
Die Punk-Wurzeln: Posen verboten!
Diese Echtheit hat einen klaren Ursprung. Die Musiker kommen aus der Punk-Szene. „Als Punkrocker wäre es absolut lächerlich gewesen, zu posieren“, stellt Le Bon klar. Das Wichtigste war immer die Glaubwürdigkeit.
An diesem Grundsatz halten sie bis heute fest. „Wenn jemand anfängt zu posieren, bekommt er sofort ordentlich Gegenwind von den anderen Bandmitgliedern. Wir ziehen uns gegenseitig auf und halten uns so ehrlich.“
Die wichtigste Lektion: 25 Jahre Warten
Allerdings brauchte er Jahrzehnte, um eine entscheidende Einsicht zu gewinnen. „Oh nein, das hat mich gut 25 Jahre gekostet, das zu lernen. Mindestens.“ Was er damit sagen will? Die Einsicht, dass er auf der Bühne nicht sich selbst, sondern den Liedern dienen muss.
Die Fans kommen nicht wegen der Band, sondern wegen Hits wie „Hungry Like the Wolf“ oder „Girls on Film“. Seine Mission sei es, diese Stücke bestmöglich zu präsentieren. Dieses Verständnis erleichtert ihm heute die Konzerte ungemein. Sein Motto vor jedem Auftritt lautet: „Lass die Songs die Arbeit machen“.
Diese Einstellung führt dazu, dass er seinen Job heute viel höher schätzt. Er muss sich den Zuschauern nicht aufdrängen oder gehemmt sein. Stattdessen ist er Teil von etwas Großartigem, in dem allein die Musik den Ton angibt.
Diese Bescheidenheit ist charakteristisch für die gesamte Gruppe. Kein Mitglied dominiert die anderen, und keine Stimme wiegt mehr als die übrigen. Er hat gelernt, auch bei Konflikten nachzugeben, die ihm persönlich am Herzen lagen. Das führte zu der Erkenntnis: „Duran Duran ist größer als jeder Einzelne von uns.“ (red)
