Haie beißen zurück!Schock in der Schlussphase: Kemiläinen erlöst Köln

Kölns Daniel Fischbuch schiebt zum 2:0 gegen die Löwen Frankfurt ein.

Copyright: IMAGO/Beautiful Sports

Kölns Daniel Fischbuch schiebt zum 2:0 gegen die Löwen Frankfurt ein.

Aktualisiert:

Köln gewinnt nach dem 4:8-Debakel zum DEL-Auftakt gegen Wolfsburg das zweite Saisonspiel. Gegen die Löwen Frankfurt setzt sich der KEC in der Lanxess-Arena mit 4:3 durch.

Die Kölner Haie haben zwei Tage nach dem krachenden 4:8 zum Liga-Auftakt gegen die Grizzlys Wolfsburg zurückgebissen!

„Gas geben“, forderte ein Fan vor der Partie gegen die Löwen Frankfurt im Magenta-Interview. Und genau diesem Motto schien die Mannschaft von Thomas Berglund am Sonntagabend (20. September) vor rund 16.000 Zuschauern in der Lanxess-Arena von Beginn an zu folgen.

Haie-Neuzugang Markus Ljungh trifft doppelt – Kemiläinen erlöst Köln

Die Erwartungen in Köln waren nach vier Siegen in der Champions Hockey League groß. „Man hatte die Hoffnung, den Schwung nehmen sie mit. Dann wurde man auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die DEL ist noch einmal was anderes“, sagte ein anderer KEC-Anhänger zweifelnd.

Nach dem erschreckend schwachen Schlussdrittel am Freitag wollte der KEC aber von Beginn an zeigen, dass er etwas geradezubiegen hatte. Eine Minute und sieben Sekunden waren gespielt, ehe der schwedische Neuzugang Markus Ljungh einen Austin-Schlagschuss von der blauen Linie zum 1:0 ins Tor lenkte.

Die Haie blieben konzentriert, ließen wenig zu – und hatten nach 13 Minuten und einem tollen MacInnis-Pass durch Louis-Marc Aubry die Chance auf das 2:0. Doch der Stürmer verzog knapp.

Eine Minute vor der ersten Pause fiel dann der zweite Treffer: Die Haie eroberten die Scheibe in der neutralen Zone und schalteten über Maxi Kammerer um. Der Stürmer bediente Neuzugang Fischbuch, der vor Löwen-Torwart Cody Scheel nur noch den Schläger zum 2:0 hinhalten musste.

Im zweiten Drittel nahmen die Kölner dann etwas das Fuß vom Gas, was bald bestraft wurde. Löwen-Stürmer Eric Uba putzte den Puck für die Gäste in der 28. Minute über die Linie zum 1:2, nachdem KEC-Keeper Juvonen einen Schuss abprallen ließ.

Doch die Haie leckten sofort wieder Blut! Nur 19 Sekunden nach dem Frankfurter Treffer drehte Kölns zweite Reihe auf. Niedenz spielte die Scheibe hinter dem Tor gekonnt mit der Rückhand auf den langen Pfosten, wo Ljungh seinen zweiten Treffer des Tages erzielte.

Im Schlussdrittel waren es wieder die Gäste, die einen besseren Start erwischten und Juvonen mehrfach forderten. Nach einer Strafe wegen Behinderung gegen den Kölner Torschützen Fischbuch besorgte Anthony Romano schließlich den 2:3-Anschluss in Überzahl.

Schock kurz vor Schluss: Kölner Haie müssen in die Nachspielzeit

Die Haie besannen sich daraufhin ihrer Stärken, bespielten mit Tempo immer wieder die Tiefe der Eisfläche, wo sie die Scheibe gut festmachen konnten und auch zu Chancen kamen.

Doch es verhinderte nicht den Schock vor der Schluss-Sirene: Wieder traf Jonathan Uba in den letzten Sekunden aus dem Gemenge mit einem Schuss aus der Drehung zum 3:3 und erzielte damit ebenfalls einen Doppelpack.

Es ging in die Nachspielzeit, ins Drei-gegen-Drei. Und dort bissen die Haie dann endgültig zu: Valtteri Kemiläinen wählte aus kurzer Distanz den Schuss unters Dach – und ließ die Kölner Fans endlich über den ersten Saisonsieg jubeln.

Jubel bei den Profis der Kölner Haie

Copyright: IMAGO/Maximilian Koch

Jubel bei den Profis der Kölner Haie

Tim Fleischer, der dem Erfolg zwei Assists beisteuern konnte, zeigte sich nach dem Spiel dennoch betrübt über den Saisonstart insgesamt: „Nicht zufrieden. Vielleicht ein bisschen zu viel Selbstvertrauen“, so der Kölner Angreifer in Hinblick auf die tollen Auftritte in der Champions League.

Am Freitag (25. September) hat der KEC dann die nächste Gelegenheit, um ein Ausrufezeichen zu setzen. Um 19.30 Uhr kommt der amtierende Meister Eisbären Berlin in die Lanxess-Arena. Der Hauptstadt-Klub war für Köln zuletzt zweimal Endstation: 2025 verloren die Haie das DEL-Finale mit 1:4, im Frühjahr 2026 scheiterten sie im Halbfinale mit 2:4.

Marcel Noebels steht nach dem Spiel enttäuscht auf dem Eis.
Nach Auftakt-Debakel
Haie-Fans kritisieren sich gegenseitig: „Den Verein nie geliebt“