Die Crucchi Gang, Olivia Rodrigo und die Sportfreunde Stiller, die nach 30 Jahren Bandgeschichte mit einem Jubiläumsalbum feiern: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.
Die „Sportis“ feiern JubiläumDas sind die Musik-Highlights der Woche

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30 Jahre Sportfreunde Stiller: Peter Brugger (links), Flo Weber (Mitte) und „Rüde“ Linhof feiern mit einer Tour und einem neuen Album (“Happy Birthday!“). (Bild: Ingo Pertramer)
30 Jahre Sportfreunde Stiller - da werden sich viele Fans plötzlich ganz schön alt fühlen. Wobei man wieder ganz ordentlich herumhüpfen kann zu diesen neuen Liedern. Auf „Happy Birthday!“ feiern die „Sportis“ ihre Fans, das Früher und das Jetzt und ein bisschen auch sich selbst. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von der Crucchi Gang und Olivia Rodrigo.
Sportfreunde Stiller - Happy Birthday!

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Francesco Wilking, in Lörrach aufgewachsener Sohn einer Italienerin, ist der musikalische Kopf der Crucchi Gang. (Bild: Universal Music)
„Von dunklen Kellerräumen bis hin zu weltmeisterlichen Millionenchören“, heißt es ganz treffend in einer Ankündigung zum neunten Studioalbum von Sportfreunde Stiller. Ein besonderes Album in einem besonderen Jahr: 1996 gaben die „Sportis“ rund um Germering bei München ihre ersten kleinen Konzerte, nach dem kometenhaften Aufstieg in den 2000ern (“Ein Kompliment“, „'54, '74, '90, 2006“) und zwischenzeitlichen Krisen sind sie 2026 immer noch da. 30 Jahre Sportfreunde Stiller, das muss gefeiert werden!
Über 30 Konzerte umfasst die „30 wunderbaren Jahren“-Tour von Juni bis Oktober, das hatten Peter Brugger (Gesang, Gitarre), Flo Weber (Schlagzeug) und „Rüde“ Linhof (Bass) sicher auch im Hinterkopf, als sie die neuen Songs aufnahmen. Bis auf wenige Ausnahmen eignen sich alle Lieder von „Happy Birthday!“ hervorragend für die Live-Bühne. Hymnen, um Arm in Arm zu feiern, um das Hier und Jetzt zu genießen und um sich an die guten alten Zeiten zu erinnern. Dieses neue Album soll „das Konzentrat aus 30 Jahren Sportfreunde Stiller“ sein. Es würde auch als Schlusspunkt gut funktionieren, denkt man beim Hören immer wieder mal. Aber vielleicht ist das hier ja auch nur der Startschuss für die nächsten 30 Jahre. Die letzten Zeilen des abschließenden Songs auf dem Album (“Vergiss mir die Zukunft nicht“): „Wir sind hier noch lange nicht fertig ...“
Crucchi Gang - Ombrelloni & Gru

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Olivia Rodrigo unterstreicht mit ihrem dritten Album „You Seem Pretty Sad For A Girl So In Love“, dass sie zu den besten Songschreiberinnen ihrer Generation gehört. (Bild: Olivia Parker)
Wenn es wieder über den Brenner nach Süden geht, Bella Italia entgegen, gehört natürlich der passende Soundtrack dazu. Adriano Celentano, Umberto Tozzi, Toto Cutugno, Zucchero. Alles molto bene, klar, aber irgendwann kann man's auch nicht mehr hören. Und genau da kommt eine Band wie die Crucchi Gang wie gerufen. Seit 2020 spielt die Formation unter Leitung von Francesco Wilking (Die höchste Eisenbahn) schöne deutsche Lieder auf Italienisch nach - die Indie-Version von Giovanni Zarrella, könnte man sagen. Mit „Ombrelloni & Gru“ hat die Crucchi Gang gerade ihr drittes Album veröffentlicht.
Eine leichte ironische Brechung ist bei der Crucchi Gang seit jeher immer dabei. Das beginnt schon mit dem Bandnamen (“Crucchi“ ist eigentlich eine abfällige Bezeichnung der Italiener für die Deutschen) und zieht sich bis zum neuen Albumtitel, der übersetzt nur noch halb nach Urlaubsidylle klingt: „Ombrelloni & Gru“ - „Sonnenschirme & Kräne“.
Witz und Charme schwingen im Hintergrund mit, niemand hier will italienischer sein als der Papst. Francesco Wilking aus Lörrach in Baden-Württemberg ist aber zumindest halber Italiener und hat viele gute Freundinnen und Freunde, die ihn auf „Ombrelloni & Gru“ unterstützen. Mit Alli Neumann und Fil Bo Riva hat er „Occhi Blu“ aufgenommen, ein Cover des Ideal-Klassikers „Blaue Augen“. Mit Sven Regener, besonders schön, spielt er „Mille Rose“ (“Für mich soll's rote Rosen regnen“, Hildegard Knef). Zu den weiteren Gastmusikerinnen und -musikern gehören unter anderem Paula Carolina, Salò, Buntspecht und Fettes Brot.
Olivia Rodrigo - You Seem Pretty Sad For A Girl So In Love
Die Debüt-Single des ersten Albums (“Sour“, 2021) auf Platz eins in den Charts. Die Debüt-Single des zweiten Albums (“Guts“, 2023) auf Platz eins in den Charts. Die Debüt-Single des dritten Albums auch wieder auf Platz eins in den Charts. - So ein Hattrick, wie Olivia Rodrigo ihn hingelegt hat, gelang zuvor niemandem sonst im Popbusiness und sagt viel aus über das Standing der erst 23-jährigen US-Sängerin. Bekannt geworden als Disney-Darstellerin (“High School Musical“), war sie als Solo-Künstlerin von Tag eins an ein Superstar. Auf die besagte dritte Debüt-Single an der Spitze der Charts, „Drop Dead“, folgt jetzt also das dazugehörige dritte Album „You Seem Pretty Sad For A Girl So In Love“.
13 Songs umfasst die neue Platte von Olivia Rodrigo, die bestimmt in einigen Jahresbestenlisten landen wird. Es ist wieder Pop für große Bühnen (zwei Konzerte in der Münchner Olympiahalle, 2027, längst ausverkauft), aber halt doch ganz anders ausgerichtet als bei anderen Gen-Z-Ikonen wie etwa Billie Eilish. Olivia Rodrigo, ihrerseits auch schon dreifache Grammy-Gewinnerin, hat ihren Stil zwischen modernen Sounds und klassischer Rock-Instrumentierung mit Schlagzeug und Gitarre gefunden und erweist sich auch auf „You Seem Pretty Sad For A Girl So In Love“ als erstklassige Songschreiberin. Ein Ausnahmetalent, das inzwischen auch ältere Semester begeistert: Robert Smith (The Cure) outete sich zuletzt als großer Fan und hat mit Olivia Rodrigo sogar ein Duett für den neuen Langspieler aufgenommen (“What's Wrong With Me“). (tsch)
