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„Das Supertalent“ Veräppelt Fake-Kandidat Huan-Son die Jury?

Ein vietnamesischer Sänger mit dem Namen Huan-Son kam auf die „Supertalent“-Bühne, um gute Laune zu verbreiten - weil „slechte Laune - Kopfsmeezen“. Das Vorhaben gelang, und dabei hat er die Jury auch noch ordentlich an der Nase herumgeführt.

Köln. Na klar, es gab auch diesmal wieder Ulkiges und Schräges bei „Das Supertalent“, das hier war aber einfach nur: wunderschön. Als „Magierin“ bezeichneten die Ehrlich Brothers die 15-jährige „Supertalent“-Kandidatin Helena Berlinghof, die in der aktuellen Folge der RTL-Show den ganzen Saal zum Staunen brachte. Und auch wenn das in ihrem Fall eher im übertragenen Sinne gemeint war, nahm Magie viel Raum ein in dieser Show.

Kai Wiedermann (34) etwa begeisterte mit einer Mischung aus Zauberei und Comedy, als er einen zuvor von Moderator Chris Tall (30) beschrifteten 50-Euroschein verschwinden und in einer Orange wieder auftauchen ließ. Mit einer Vorhersage verblüffte dagegen der Japaner Sora: Aus einem Skizzenbuch sollte die Jury willkürlich eine bunte Unterwäschekombination aus BH, Slip und Strümpfen wählen. Dann deutete Soras Assistentin einen Strip an, zog aber nichts aus, sondern überließ das Sora, der sich plötzlich entkleidete. Et voilà: orange-gelber BH, türkiser Slip, blaue Strümpfe - die Kombi stimmte!

Fürs Weiterkommen in der RTL-Show reichte es leider trotzdem nicht, dazu hätte sich die Jury noch „ein, zwei Illusionen mehr“ gewünscht. Auch der gackernde Kärnter Manfred Riesslegger (51), der auf der steirischen Harmonika eine „Hühnerpolka“ spielte, durfte nicht auf den Einzug ins Halbfinale hoffen, obwohl Gastjuror Kaya Yanar (48) sich köstlich amüsierte: „Es trifft leider genau meinen Humor!“ Blöd nur, dass den die anderen Jurymitglieder nicht teilten.

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Den Einzug in die Zwischenrunde vom Supertalent schafften dafür die lebensfrohe Frauen-und-Mädchen-Tanzcombo Cube sowie der Bankkaufmann und Loop-Station-Musiker Noah Warwel (20), dem die Ehrlich Brothers gar einen Auftritt in der Arena Oberhausen in Aussicht stellten. Auch der Kettensägenkünstler Christian Staber (53), der aus einem Eisblock eine Skulptur des Kölner Doms schnitzte, Leonid Beljakov (61) und seine Hündin Leika, die österreichische Partyband Mountain Crew, die britische Ballonkünstlerin Betty Balloon und der Vietnamese Huan-Son kamen eine Runde weiter.

Das Supertalent: Hat sich ein Fake-Kandidat eingeschlichen?

Dieser Huan-Son sorgte mit seinem liebenswert-trotteligen Auftritt für viele Lacher, womit er genau das erreichte, was er sich vorgenommen hatte: gute Laune zu verbreiten. „Weil slechte Laune - Kopfsmeezen. Gute Laune - dein Herz bumbum. Du wei' Beschei', ja?“ Ob er auch Vietnamesisch spreche, wollte Kaya Yanar wissen. „Nei', nu' Deu'“, lautete die Antwort, bevor Huan-Son schließlich Karaoke sang: „Da Da Da“ von Trio.

Die Ehrlich Brothers drückten den Raus-Buzzer, wollten ihn aber später wieder zurücknehmen, denn Andreas Ehrlich schwante plötzlich was: „Ich glaub', der spricht Hochdeutsch und das ist 'ne geile Comedynummer!“ Auch Chris Tall mutmaßte: „Ich sag' euch eins - der hat uns alle verar...t!“ Der Huan-Son-Gag wurde in der Sendung nicht aufgelöst. Doch wer googelt, erfährt: Bei Huan-Son (sprechen Sie den Namen ruhig mal laut aus) handelt es sich um eine Kunstfigur des vietnamesischstämmigen Berliner Comedians Tutty Tran (33).

Irgendwann zwischen all dem Klamauk kam dann schließlich noch Helena Berlinghof, die ohne Frage den denkwürdigsten Auftritt des Abends hinlegte. „Vielleicht gefällt's ja dem einen oder anderen Menschen“, hoffte die 15-jährige Schülerin vor ihrem Auftritt, bei dem sie ein selbst komponiertes Klavierstück präsentierte. Das tat sie so zauberhaft und elegant, dass der ganze Saal andächtig lauschte und Helena am Schluss - genau wie die Jury - mit stehendem Beifall ehrte.

Das Supertalent am 30.10.2021: Helena Berlinghof sitzt am Klavier und spielt ein selbst komponiertes Stück.

Helena Berlinghof begeisterte am 30. Oktober die Supertalent-Jury. Die 15-Jährige komponiert eigene Lieder.

„Ungefähr 23“ Stücke habe sie bislang geschrieben, erklärte sie auf Nachfrage - pro Lied brauche sie im Schnitt etwa eine Stunde. Aufgeschrieben habe sie die Kompositionen bislang allerdings nicht. „Das solltest du jetzt tun!“, riet Andreas Ehrlich (43), während Kollege Michael Michalsky (54) vor lauter Begeisterung eine Umbenennung der Show forderte: „Mega-Mega-Supertalent“.

Natürlich kam die Nachwuchs-Pianistin eine Runde weiter. Und nicht nur das: Als neue Favoritin auf den Sieg zog das junge „Genie“, wie Christian Ehrlich (39) die Kandidatin nannte, am Ende der Show ins Halbfinale ein. Auch Loop-Station-Ein-Mann-Band Noah Warwel darf sich weiter Hoffnungen auf den Sieg machen. Für die übrigen Kandidatinnen und Kandidaten dieser Folge, auch für Tutty Tran alias Huan-Son, ist die „Supertalent“-Reise vorbei. (tsch)

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