„Schokoladen-Marzipan-Biskuit mit Tonkabohnen-Chantilly, Haselnuss-Praliné, Macaron und Brombeer-Rosmarin-Marmelade“: Sieht so „Hanseatisches Understatement“ aus? An Tag 2 von „Das perfekte Dinner“ (VOX) serviert Stefan jedenfalls ein gleichnamiges Menü - mit neunjähriger Dessert-Entwicklung.
„Das perfekte Dinner“-Gastgeber hatte „neun Jahre Zeit, über den Nachtisch nachzudenken“

Copyright: RTL
Stefan transportiert seinen Dessert-Himmel zu den Gästen. (Bild: RTL)

Copyright: RTL
Stefan vertieft sich in sein Menü. (Bild: RTL)
Schon Stefans Vorspeise und Hauptgang klingen gut und getreu des Menü-Mottos bescheiden. Sein Dessert nennt der 41-jährige Architekt (“Ich habe die Patisserie für mich entdeckt“) dann mal eben vielversprechend „Himmel“. Aus feinem Schokoladen-Marzipan-Biskuit schichtet er die Lagen eines tatsächlich ziemlich hohen Törtchens, füllt es mit Haselnuss-Praliné, Kaffee-Ganache und Schoko-Tonkabohnen-Chantilly (Vanillesahne), fügt Brombeer-Rosmarin-Marmelade hinzu, umstreicht alles mit Creme als „naked cake“ und toppt mit frischen Beeren sowie selbstgebackenen Macarons.

Copyright: RTL
Dessert-Himmel bei Stefan in Hamburg: Törtchen aus Schokoladen-Marzipan-Biskuit mit Kaffee-Ganache, Haselnuss-Praliné, Macaron und Beeren. (Bild: RTL)
Noch Fragen? „Das wird handwerklich interessant“, vermutet Elli (45). Nach Stefans Geständnis, er habe sich bereits 2016 für „Das perfekte Dinner“ beworben, lacht sie: „Dann hattest du ja neun Jahre Zeit, über den Nachtisch nachzudenken.“

Copyright: RTL
Architekt Stefan aus Hamburg beschreibt sich selbst als „ehrgeizig und zielstrebig“. (Bild: RTL)
Motto: Hanseatisches Understatement
- Vorspeise: Wasser - Papaya / Jakobsmuschel / Limette / Vanille
- Hauptspeise: Land - Kalb / Kartoffel / Erdpilz / Möhre / Jus
- Nachspeise: Himmel - Schokolade und Haselnuss / Beere und Sahne

Copyright: RTL
Katrin und Lukas staunen über Stefans Dessert-Künste. (Bild: RTL)

Copyright: RTL
An Tag 2 in Hamburg trifft sich die „Dinner“-Runde bei Stefan in Eimsbüttel. (Bild: RTL)
„Ich bin dem Süßen verfallen“, formuliert Hobby-Tänzer Stefan (“Ich tanze sechsmal pro Woche Standard oder Latein“) seine kohlehydratreiche Kunst. So habe er für Bekannte bereits eine dreistöckige Hochzeitstorte angefertigt. Doch auch die von Johann Lafer inspirierte Vorspeise - Papaya-Tatar an Limetten-Vanilleschaum - kann sich sehen und schmecken lassen, wenn Elli auch etwas „Spitze und Säure“ fehlt: „Für mich zu süß.“
„Very happy“ zeigt sich jedoch die vielsprachige Schwedin Annika (58) mit ihrer Vorspeise. Am „Dinner“-Klassiker zur Hauptspeise - Ochsenbäckchen in Rotwein-Jus mit getrüffeltem Kartoffelstampf und glacierten Möhren - bemängelt sie die Karotten: „Zu groß und nicht al dente.“ Kippt das Dinner in die falsche Richtung? Zumindest der Feuermelder reagiert alarmiert auf die Rauchentwicklung beim Kalbfleisch-Anbraten.
Doch beim himmlischen Dessert stimmen alle Gäste Elli zu: „Ich bin sprachlos. Abgefahren, mega.“ Trotz der Höhe kann Katrin (39) nicht aufhören zu essen: „Ich will sehen, wann der Turm umfällt.“ Da kann Architekt Stefan nur zufrieden aus seinem „Kommunikationsschlitz“ genannten, selbstgebauten Durchbruch zwischen Küche und Essbereich gucken: „Ich sehe, dass es in die richtige Richtung geht.“ Der Lohn: Mit 35 Punkten, davon zehn von Lukas (32), setzt sich Stefan alias „Tangotanzender Torten-Typ“ (Elli) souverän führend an die momentane Spitze. (tsch)

