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Die queere 007-AkteNeues Buch enthüllt überraschende Verbindungen zur LGBTQ-Historie

«Bond, Queer Bond» - Die andere Geschichte von 007

Copyright: Matt Dunham/AP/dpa

Nach dem Abschied von Daniel Craig wird derzeit ein neuer James-Bond-Darsteller gesucht. (Archivfoto)

James Bond, der Frauenheld? Ein Buch enthüllt seine queere Seite

James Bond, der ewige Frauenheld? Das war gestern! Eine brandneue Publikation deckt jetzt die erstaunliche Nähe des 007-Universums zur LGBTQ-Szene auf. Der britische Verfasser Mark O’Connell berichtet in „Bond, Queer Bond: The Fabulous Other History of a Spy“ von queeren Kunstschaffenden, Autoren und Darstellern, welche die Bond-Saga über viele Jahre entscheidend geformt haben.

„Auf den ersten Blick scheint die Sache klar: Zwischen 007 und queerer Geschichte gibt es doch eigentlich keine Verbindung“, sagte O'Connell der Deutschen Presse-Agentur. „Doch wenn in der Geschichte einer kulturellen Ikone wie James Bond wichtige Personen, prägende Einflüsse und alternative Lesarten fehlen, dann erzählen wir eben nicht die ganze Geschichte von Commander Bond.“

Wie Oscar Wilde dem Agenten den Weg ebnete

Man mag es kaum für möglich halten, aber es ist wahr: Ein Kinofilm über den Schriftsteller Oscar Wilde war mitentscheidend für den Beginn der James-Bond-Filmserie 1962. Der Produzent Albert R. „Cubby“ Broccoli realisierte 1960 das Werk „The Trials of Oscar Wilde“. Trotz heftiger Proteste von Sittenwächtern weigerte er sich, eine Passage über Homosexualität zu entfernen. Das Drama wurde ein finanzieller Misserfolg, weshalb Broccoli einen neuen Hit benötigte und seine ganze Hoffnung auf 007 richtete.

Doch die Verknüpfung zu Oscar Wilde reicht noch weiter. Der berühmte Bond-Ausstatter Ken Adam hatte bereits für das Wilde-Drama Design-Elemente konzipiert, welche danach die visuelle Identität der 007-Streifen bestimmten. Spezifische Raumgestaltungen und Kameraperspektiven erschienen später erneut in Kultfilmen wie „Dr. No“ oder „Feuerball“.

Von Mörder-Duos und Frauen-Banden: Queere Motive in den Geschichten

O'Connell findet auch in den Erzählungen und Drehbüchern selbst queere Anspielungen. Ein Beispiel ist die lesbische Bande rund um Pussy Galore im Buch „Goldfinger“ oder auch das extravagante, schwule Mörder-Paar Mr. Wint und Mr. Kidd aus „Diamantenfieber“. Für den Verfasser waren sie „zwei der ersten queeren Männer, die ich überhaupt irgendwo gesehen habe“.

Selbst in aktuelleren Produktionen gibt es solche Momente: Etwa Javier Bardems ambivalenter Schurke Silva in „Skyfall“ oder der offen homosexuelle Darsteller Ben Whishaw, welcher den genialen Erfinder Q verkörpert. In „Keine Zeit zu sterben“ wird die Homosexualität von Q sogar zum ersten Mal kurz thematisiert.

Die stillen Wegbereiter des Erfolgs

Einer der bedeutendsten Unterstützer der 007-Bücher war laut O’Connell der offen schwule Autor William Plomer, der viele Jahre als Lektor für Bond-Schöpfer Ian Fleming tätig war. Plomer bestärkte Fleming kontinuierlich, bearbeitete die Entwürfe und sah schon früh die große Zukunft der Serie. Aus Dankbarkeit widmete Fleming ihm sogar das Buch „Goldfinger“.

Während seiner Nachforschungen fand der Verfasser aber auch bittere Gegensätze. Der schwule Regisseur und Cutter Peter Hunt („Im Geheimdienst Ihrer Majestät“) formte beispielsweise entscheidend die Darstellung heterosexueller Männlichkeit in den Bond-Streifen der Sechzigerjahre. „Aber gleichzeitig war es ihm gesetzlich verboten, den Menschen zu lieben und mit ihm zusammenzuleben, den er selbst gewählt hatte“, erklärt O'Connell.

O’Connell wertete für sein Werk „Bond, Queer Bond“ Briefwechsel, Produktionsakten und Archivunterlagen aus. Sein Anliegen: „Ich wollte wirklich ergründen, warum bestimmte künstlerische, kreative und wegweisende Entscheidungen das Bond-Franchise zu dem gemacht haben, was es heute ist.“ Und es gibt sogar eine private Verbindung: Sein eigener Großvater war über Jahrzehnte für die Familie Broccoli und ihre Produktionsfirma EON angestellt. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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