Die Moderatorin, Schauspielerin und Sängerin Caroline Beil hat mit EXPRESS über ihr aktuelles Theaterprojekt, die Rückkehr ins Rheinland und das nochmalige späte Muttersein gesprochen.
„Bin nicht geliftet“Caroline Beil spricht über Alter – und was sie jung hält

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Caroline Beil ist nach längerer Zeit mal wieder im Rheinland. Sie hat lange in Düsseldorf gelebt, genießt das Rheinland jetzt aber nochmal ganz neu – und ohne Ehepartner.

Sie hat öffentlich sehr viel von sich preisgegeben: Show-Lady Caroline Beil (59) war mit ihrem Privaten einige Male öffentliches Gesprächsthema – drei Mal geschieden, mit 50 noch mal Mutter geworden, Teilnahme an der RTL-Dschungel-Show. Dabei rückt oft in den Hintergrund, welch wunderbare Komödiantin die Tochter des Trompeters und Schlagersängers Peter Beil (1937 – 2007) doch ist.
Gerade ist das im Kölner Theater am Dom zu erleben, in dem sie bis zum 28. Juni im Stück „Rent a Friend“ eine entscheidende Rolle spielt und für laute Lacher sorgt.
Caroline Beil: Social Media kann deprimieren
„Rent a Friend“ ist eines der witzigsten Stücke dieser Theater-Spielzeit, und das liegt vor allem an Ihrem Auftritt. Was gefällt Ihnen selbst am Stück?
Caroline Beil: Für mich liegt der Reiz in dieser wunderbaren Figur, die ich spiele. Es ist schön zu sehen, wie sie ankommt, wie sich die Leute freuen, wenn sie loslegt. Diesen Moment, wenn plötzlich alle losbrüllen und kaum zu halten sind, liebe ich. Das Stück hat eine Energie, eine Schnelligkeit, es ist kurzweilig. Es macht uns auch auf der Bühne Spaß: Gerade haben wir angefangen und zackzack! ist es vorbei, und alle sind glücklich.
Außerhalb des Spaßes – hat „Rent a Friend“ auch eine Moral?
Caroline Beil: Ja, klar. Es geht um den Schein, darum, dass viele Leute vorgeben, was anderes zu sein, als sie sind. Sie setzen sich Masken auf und leben ein Leben, mit dem sie anderen etwas vorspielen wollen. Im Stück ist zu sehen, dass das in Wirklichkeit alles egal ist. Wenn jeder bei sich bleibt und ehrlich ist, ist es die schönste Form des Lebens.
Woran liegt es, dass der Schein das Leben vieler Leute bestimmt?
Caroline Beil: Vor allem an den neuen Medien, die uns andere Menschen zeigen, die toll aussehen, teuer essen gehen, Mega-Urlaub machen. Sie haben tolle Figuren, fahren in Super-Autos. Wenn man sich das länger anschaut, kann man schon deprimiert werden: „Allen anderen geht es super, nur mir geht's nicht gut!“ Das ständige Vergleichen tut nicht gut – schließlich sind wir alle besonders und einzigartig.
Sie haben mal ein Jahr in Düsseldorf gelebt, sind dann weitergezogen. Für das Stück sind Sie erst nach Düsseldorf, jetzt nach Köln zurückgekommen. Wie war das Wiedersehen?
Caroline Beil: Das ist manchmal so: Wenn du in einer Stadt lebst und einen Partner hast, der da immer schon gelebt hat, lebst du nur in dessen Umfeld. Das war bei mir so. Jetzt, ohne Partner, ist es anders, ich kann das Rheinland für mich noch einmal neu entdecken. Ich war beim Wiedersehen richtig begeistert von Düsseldorf und habe das Gefühl, dass mir das gerade auch in Köln passiert.

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Caroline Beil beim Interview mit EXPRESS-Reporter Horst Stellmacher in Köln.
Lassen Sie uns bitte über Ihre Karriere sprechen. Sind Sie am Ziel – also da, wo Sie hinwollten, als Sie jung waren?
Caroline Beil: Ich bin auf dem richtigen Weg, der aber nie streng geradeaus verlief. Er war nie geradlinig, aber immer gut für mich. Das Leben besteht ja aus Veränderungen, es ist ein sich ständig verändernder Prozess. So soll es weitergehen. Ich denke, es werden noch viele schöne Dinge passieren. Ich habe viele Pläne und starte regelmäßig neue Projekte.
Wissen Sie noch, wie es war, als Sie Ihren ersten Applaus erhielten?
Caroline Beil: Klar, das vergesse ich nicht. Ich war fünf Jahre alt und habe am Hamburger Ernst-Deutsch-Theater im Ballett-Musical „Das Ölmännchen“ einen Zwerg gespielt. Zur Rolle gehörte, dass ich einmal lauthals lachen musste. Das habe ich mich erst kaum getraut, doch als ich dann für meinen Lacher Extra-Applaus und Publikums-Lacher erhielt, wurde mir klar, dass die Bühne meine Welt werden muss.
Ihr Vater Peter Beil war ein sehr beliebter Trompeter und Sänger („Fremde in der Nacht“). Wie hat er diese Pläne beeinflusst?
Caroline Beil: Ich war viel mit ihm unterwegs, er hat mich oft mit auf die Bühne genommen. Ich fand das toll. Wir waren sowieso eine besondere Familie: Immer, wenn die Beils sich getroffen haben, kam Musik ins Spiel. Meine Großmutter sang und spielte Gitarre, mein Onkel spielte wie mein Vater die Trompete, mein Cousin war ausgebildeter Pianist. Wir haben immer zusammen gesungen und musiziert, Musik gehörte zu unserem Leben.
Ist das in Ihrer heutigen Familie auch so?
Caroline Beil: Leider nein. Ich habe versucht, dass bei meinem Sohn zu installieren, ihn lange zum Klavierunterricht gebracht, aber ihm fehlt die Freude daran. Vielleicht klappt es bei meiner Tochter, die schon „Alle meine Entchen“ und „Kuckuck ruft’s aus dem Wald“ auf dem Klavier kann.
Wann werden Sie mit ihr auf der Bühne erscheinen?
Caroline Beil: Erst mal nicht. Kinder müssen ihren Weg selbst finden.
Sie werden im November 60. Angst vor der Zahl?
Caroline Beil: Angst nicht, aber ich finde das schon komisch. Ich fühle mich nicht so, wie ich meine, dass sich eine 60-Jährige fühlen müsste, und ich glaube, ich sehe auch nicht so aus. Aber es ist nun mal so. Mir wird bei dieser Zahl sehr bewusst, dass das Leben endlich ist.
Berührt Sie das?
Caroline Beil: Ja, klar. Wenn man 60 ist, geht man ja auf die 70 zu. Und dann kommt die 80 – wer weiß, wie es dann weitergeht. Ich versuche deswegen, immer im Jetzt zu bleiben und dieses Jetzt zu genießen. Solange man gesund und fit bleibt, ist es schön. Das ist das Geschenk, das das Alter mitbringt: Man begreift das Leben.
Was machen Sie, dass Sie so aussehen, wie Sie aussehen?
Caroline Beil: Mal vorneweg: Ich bin nicht geliftet. Ich hätte da immer die Angst gehabt, dass die OP nichts wird, und man mir das ansieht. Ich versuche, genug zu schlafen und mache das Übliche: Ich massiere jeden Morgen mein Gesicht, lege eine Maske auf, versorge mich mit Festigkeit von innen und außen und nehme alles Mögliche ein, was mir guttut. Wichtig ist auch, dass man sich seine Neugier bewahrt und auf das innere Kind hört. Aber am wichtigsten ist mir, dass ich mit mir im Reinen bleibe. Das sorgt vielleicht auch dafür, dass ich von Innen nach Außen strahle.
Ihre Tochter Ava, die Sie mit 50 bekommen haben, ist jetzt neun Jahre alt. Ist so eine Konstellation auch gut fürs Jungbleiben?
Caroline Beil: Ganz bestimmt. Wenn wir zusammen sind, richte ich mich nach ihr. Dann wird sie nicht alt, sondern ich werde jünger. Das Gute ist, dass Kinder immer im Jetzt sind und nicht über das Morgen nachdenken – das steckt an.
Sie standen viele, viele Male vor der Kamera, doch jetzt sieht man Sie nur noch selten im TV. Was ist passiert?
Caroline Beil: Ich glaube, ich bin in die Alters-Falle geraten. Das ist bei vielen Frauen in meinem Alter so. Das wird sich vielleicht erst wieder ändern, wenn ich komplett voller Falten bin, dann kann ich perfekt die Oma spielen und rolle das Feld von hinten auf.
Wie ist es mit dem Singen?
Caroline Beil: Ich hatte im letzten Jahr gemeinsam mit Isabell Varell und Patricia Larrass den Hit „Heute tragen wir Rot“ und bin vor erst ein paar Monaten mit dem wunderbaren Stefan Gwildis in der Elbphilharmonie aufgetreten, was ein ganz besonderes Erlebnis war, für mich als Hamburgerin. Wir haben den Anti-Love-Song „Ohne dich“ für sein Album „…das war doch grad erst eben!“ gemeinsam aufgenommen.

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Caroline Beil auf der Bühne im Kölner Theater am Dom im Stück „Rent a friend“.
Sie haben ein sehr buntes Leben geführt. Gab es Momente, von denen Sie heute sagen, dass sie die nicht wiedererleben möchten?
Caroline Beil: Ich habe mir abgewöhnt, darüber nachzudenken. Was bringt es? Das meiste, was in meinem Leben passierte, war nicht absehbar.
Nach drei Ehen - würden Sie noch mal heiraten wollen?
Caroline Beil: Zurzeit ist das nicht mein Plan. Aber ich habe vorher nie geahnt, dass ich dreimal heiraten würde. Es ist immer an mich herangetragen worden. Dreimal habe ich Ja gesagt, manchmal auch Nein. Aber vielleicht sitzen wir in fünf Jahren wieder hier, und ich habe noch mal getan. Wer weiß das schon?
Caroline Beil: Schon immer vielseitig unterwegs
Caroline Beil (geboren am 3. November 1966 in Hamburg) absolvierte eine Gesangs- und Schauspielausbildung, u.a. in Los Angeles. War als internationales Fotomodell unterwegs. Von 1992 bis 1995 studierte sie Soziologie in Hamburg (Abschluss als Diplom-Sozialwirtin). TV-Moderationen (u. a. für das Kinomagazin „Film Up“ bei RTL). 1998 spielte sie die Hauptrolle in 24 Folgen der ARD-Comedy „Ein ehrenwertes Haus“. 2001 erschien ihre erste Single „Take My Hand“.
Von 1999 bis 2004 moderierte sie das Boulevard-Magazin „Blitz“ (bei Sat.1). 2004 ging sie in den RTL-Dschungel, 2007 bis 2008 kehrte sie als Schauspielerin zurück in der Hauptrolle der ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“. 2011 – 2012 bei „Herzflimmern“ (ZDF) dabei. War verheiratet mit Schauspieler Jerry Marwig und mit Verleger Hendrik te Neues. Mit dem Unternehmer Pete Dwojak (44) hat sie den Sohn David (17). Ab 2014 war sie mit dem Zahnarzt Philipp-Marcus Sattler (44) liiert, mit dem sie im Juni 2017 Tochter Ava bekam. Caroline und Sattler heirateten 2018, die Beziehung endete 2023. Die beiden wurden 2025 geschieden.
