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Berlinale-Beben abgewendetChefin stellt knallharte Bedingung – „Wäre sonst nicht geblieben“

Tricia Tuttle

Copyright: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Tricia Tuttle bleibt Berlinale-Chefin. (Archivbild)

Die Zukunft der Berlinale hing am seidenen Faden. Nach heftigen Debatten macht Leiterin Tricia Tuttle nun deutlich, unter welcher Voraussetzung sie im Amt bleibt – und was sie von allen Beteiligten einfordert.

Eine Nachricht mit großer Wirkung nach der Krisensitzung vom Mittwoch: Die US-Amerikanerin Tricia Tuttle wird das international bekannte Festival weiterhin führen. Doch erst jetzt wird das ganze Ausmaß der Zitterpartie klar.

„Ich wäre ohne diesen Rückhalt nicht geblieben“, erklärte die Intendantin laut dpa in einem Gespräch mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Ein unmissverständliches Wort, das die angespannte Atmosphäre der letzten Wochen auf den Punkt bringt. Ursache der intensiven Diskussionen waren Kontroversen rund um Äußerungen zum Nahostkonflikt während der Festspiele.

Tuttle besteht auf Eigenständigkeit der Berlinale

Für Tuttle ist die Linie klar: „Es ist wichtig, dass wir unsere Unabhängigkeit als Festival stärken“, unterstrich sie im RBB-Interview. Das sei absolut entscheidend. Der Aufsichtsrat habe ihr diese Unterstützung bei dem Treffen zugesagt. „Es war gut, das zu hören“, so Tuttle.

Keine Furcht vor Vorschlägen und neuem Kodex

Das Gremium hat der Chefin jedoch auch einige Aufgaben mitgegeben. Die „Empfehlungen für eine Stärkung des Festivals“ sehen die Einrichtung eines beratenden Forums sowie die Entwicklung einer neuen Verhaltensrichtlinie vor.

Tuttle gibt sich davon aber unbeeindruckt. Sie habe keine Furcht vor diesen Vorschlägen. „Wir sind sehr unabhängig. Wir müssen diese Empfehlungen überdenken, wir müssen sie prüfen“, stellte sie klar. Die Umsetzung sei Sache der Berlinale – und müsse eigenständig erfolgen.

Vertrauen in die deutschen Gesetze

Was genau soll eine neue Richtlinie regeln? Darauf angesprochen, verwies Tuttle auf den Aufsichtsrat und bekräftigte: „Wir folgen den deutschen Gesetzen sehr genau, und ich glaube, es ist sehr wichtig, dies im Blick zu haben, wenn wir überlegen, was auf dem Festival erlaubt ist und was nicht“. Man setze hier auf die geltende Gesetzgebung.

Die Politik habe demonstriert, dass sie an die Eigenständigkeit und das Potenzial der Berlinale glaube. Tuttle äußerte die Hoffnung, „Dass sie sich hinter uns versammeln, weil wir wirklich Ehrgeiz für die Berlinale entwickeln und sie jedes Jahr stärker und stärker machen wollen.“ Aus diesem Grund sei die Hilfe sämtlicher Partner und Finanziers erforderlich. Tuttle leitet die Berlinale seit zwei Jahren und besitzt einen Vertrag bis 2029. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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