Da hat sich der Aufwand gelohnt: Durch ein kleines Flohmarkt-Upgrade des Verkäufers wurde sein DDR-Schmuck zum „Bares für Rares“-Erfolg.
Händler staunen nicht schlecht„Bares für Rares“-Verkäufer pimpt Schmuck einfach selbst auf

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In der Montagsfolge von „Bares für Rares“ brachten Eberhard und Daniela Moderator Horst Lichter sogar zum Tanzen. (Bild: ZDF)
In der Montagsfolge der Trödelshow „Bares für Rares“ sorgten Eberhard und Daniela aus Strausberg mit ihren Geschichten für beste Unterhaltung und brachten Horst Lichter sogar zum Tanzen. Mit im Gepäck: eine ungewöhnliche „Mistkäfer-Brosche“, die einst in der DDR eingeschmolzen werden sollte, später jedoch vom Verkäufer „aufgewertet“ wurde.

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Der Verkäufer stellte eine „Mistkäfer-Brosche“ vor, deren Hintergrund durchaus spannend war. (Bild: ZDF)
Lichter zeigte sich besonders angetan vom Hobby des Paares: Die beiden tanzen Discofox, Standard- und Latein-Tänze. „Toll“, staunte Lichter und konnte auch selbst nicht stillhalten. Schließlich wolle er „Boogie Woogie richtig lernen“ und legte so spontan eine kleine Kostprobe ein. Über seine Darbietung lachte er schließlich selbst: „Ich find's geil“.
Doch zurück zur „Mistkäfer-Brosche“: In den 1970er Jahren, als der Verkäufer „im heiratsfähigen Alter“ war, sammelte seine Mutter Schmuck, um daraus einen Ehering für ihren Sohn anfertigen zu lassen. „Denn damals musste man in der DDR Gold abgeben, um vernünftige Ringe zu bekommen“, erklärte er.

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Als höchstbietender Händler erhielt Fabian Kahl schließlich den Zuschlag von Verkäufer Eberhard. (Bild: ZDF)
Der Schmuck „stammte von einer Freundin meiner Mutter aus West-Berlin“, erinnerte sich Eberhard, „und war am Ende einfach zu schade zum Einschmelzen“. Heide Rezepa-Zabel zeigte dafür Verständnis, auch wenn der Mittelstein offenbar nicht original war. „Ach ja“, ergänzte der Verkäufer schmunzelnd: „Den habe ich auf dem Flohmarkt entdeckt.“
Verkäufer legte bei „Bares für Rares“-Schmuckstück selbst Hand an

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Als weiteres Objekt der Sendung wurde eine Stummfilm-Kamera von Expertin Annika Raßbach auf 1921 bis 1929 datiert. (Bild: ZDF)
Da der dritte Panzer fehlte, galt das Stück als defekt und wurde deshalb auch seiner Mutter zum Einschmelzen übergeben. Weil der Flohmarkt-Stein jedoch laut Eberhard perfekt passte, setzte er ihn kurzerhand selbst ein. „So sieht es auch aus“, kommentierte die Expertin lachend, während Lichter augenzwinkernd ergänzte: „Tolle Arbeit.“
Unter dem Licht ihrer UV-Lampe brachte die Expertin die Flügeldecken der Mistkäfer zum Leuchten: ein „schönes, schillerndes Grün“. Skarabäen galten bereits seit dem Alten Ägypten als bedeutungsvolle Symbole und fanden sich häufig auf Amuletten und Schmuckstücken als Glücksbringer und Begleiter, sogar über den Tod hinaus in Grabbeigaben.
Besonders in der Kolonialzeit fanden solche naturalistischen Materialien häufig Verwendung in Schmuckstücken, erklärte die Expertin. „In diese Epoche würde ich die Brosche auch datieren, etwa zwischen 1880 und 1910.“ Auch die Schlichtheit der Stabbrosche aus 585er Gold entspreche ganz dem damaligen Zeitgeschmack laut Rezepa-Zabel.

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Eine kleine Vase erkannte Friederike Werner als typische Jugendstil-Vase mit Überfangglas. (Bild: ZDF)
Gewünscht wurden 200 Euro, doch Expertin Rezepa-Zabel setzte den Schätzwert sogar auf 250 Euro an. Auch im Händlerraum erhielt das Schmuckstück große Wertschätzung: Als Eberhard von dem selbst eingesetzten Karneol in der Mitte der Brosche berichtete, fragte Wolfgang Pauritsch beeindruckt: „Sind Sie Goldschmied?“
„Die steht dir wirklich gut“

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Heide Rezepa-Zabel datierte das Set aus Nordböhmen (Tschechien) zwischen 1870 und 1900. (Bild: ZDF)
„Das sieht aus, als wäre das schon immer so gewesen“, würdigte Walter Lehnertz den DIY-Einsatz und Kollegin Elisabeth Nüdling nickte: „Ja wirklich, toll gemacht und toll gelöst.“ Für Sarah Schneider war die Brosche sogar „ein Trendstück aus vergangener Zeit“, schließlich waren um 1900 Motive aus dem Alten Ägypten und Skarabäen besonders gefragt.
Händler Lehnertz bot als erster 80 Euro. Doch alle im Raum hatten Interesse an dem Insekten-Schmuck. So überbot erst Pauritsch das Gebot mit satten 200 Euro, gefolgt von 220 Euro von Sitznachbarin Nüdling und letztlich 260 Euro von Fabian Kahl. Damit war der Schätzpreis von Heide Rezepa-Zabel überschritten.

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Eine Leuchte von Artemide aus Mailand schrieb Annika Raßbach im Design Toni Cordero zu. (Bild: ZDF)
„Das ist eine Brosche für den Fabian“, fand Pauritsch und hielt sich mit weiteren Geboten zurück. „Da steht dein Name drauf“, stimmte auch Nüdling zu: „Die steht dir wirklich gut.“ Zudem „bringt sie dir Glück, Fabian“, bestärkte auch Schreiber. Der passende Käufer war anscheinend gefunden und so wurden auch keine weiteren Gebote mehr abgegeben.
Als höchstbietender Händler erhielt Kahl schließlich den Zuschlag von Verkäufer Eberhard und aus Mangel an kleinen Scheinen in Kahls Geldbeutel erhöhte sich sein Gebot sogar auf 270 Euro. Der Verkäufer freute sich „am meisten darüber, dass mein eingesetzter Stein so gut angekommen ist“, erklärte er stolz nach dem Verkauf.
Stummfilm-Kamera wird auf 500 Euro geschätzt
Als weiteres Objekt der Sendung wurde eine Stummfilm-Kamera der Ertel Werke aus München von Expertin Annika Raßbach auf 1921 bis 1929 datiert. Der Wunschpreis lag bei 300 bis 500 Euro, die Expertise bei rund 500 Euro. Wolfgang Pauritsch erhielt schließlich den Zuschlag für 420 Euro.
Eine kleine Vase erkannte Friederike Werner als typische Jugendstil-Vase mit Überfangglas aus Frankreich um 1906. Gewünscht wurden 700 Euro für das zarte Objekt der bekannten Kristallglasfabrik Daum in Nancy. Am Ende zahlte Wolfgang Pauritsch 1.000 Euro. Heide Rezepa-Zabel beschrieb den funkelnden Granatschmuck als „mystisch und dramatisch“ und datierte das Set aus Nordböhmen (Tschechien) mit Tombak-Grund (Kupfer-Zink-Legierung) zwischen 1870 und 1900. Gewünscht wurden nur 50 Euro, Rezepa-Zabel schätzte 350 bis 400 Euro und Walter Lehnertz zahlte 210 Euro.
Eine Leuchte von Artemide aus Mailand schrieb Annika Raßbach im Design Toni Cordero zu. Für die Spiral-Pendel-Leuchte mit Murano-Glas aus den frühen 1990er Jahren wurden 250 Euro gewünscht. Expertin Raßbach taxierte 300 bis 400 Euro. Walter Lehnertz zahlte schließlich 200 Euro. (tsch)
