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„Bares für Rares“Händler staunt über irres Wettbieten: „Ihr habt eine tolle Show geliefert“

Vier Blechspielzeug-Flugzeuge aus den 1920er-Jahren begeisterten am Freitag nicht nur die „Bares für Rares“-Händler Daniel Meyer (links) und Benjamin Leo Leo (rechts). (Bild: ZDF)

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Vier Blechspielzeug-Flugzeuge aus den 1920er-Jahren begeisterten am Freitag nicht nur die „Bares für Rares“-Händler Daniel Meyer (links) und Benjamin Leo Leo (rechts). (Bild: ZDF)

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Beim Blechspielzeug gab es für die „Bares für Rares“-Händler kein Halten: Trotz Beschädigungen trieben sie den Preis gegenseitig in eine Höhe, die der Verkäufer niemals erwartet hätte.

„Das ist aber mal was ganz was Feines“: Horst Lichter fühlte sich von den rotierenden Propellern der vier Flugzeuge, die am Freitag bei „Bares für Rares“ vor ihm landeten, magisch angezogen. Auch die Augen des „Bares für Rares“-Experten Detlev Kümmel leuchteten: „Das ist spannend, ne?“

Was Lichter sehr ungewöhnlich fand: „Viermal das identische Flugzeug!“ Was ihn außerdem wunderte: „Warum haben die diese Ketten?“ Kümmel meinte: „Damit die an die Decke gehängt werden konnten.“ Der Experte wusste jedoch auch, dass die nicht zum Originalzustand gehörten: „Man hätte sie vielleicht auch gar nicht erst dranmachen sollen.“

Der Verkäufer wünschte sich 250 bis 300 Euro, Experte Detlev Kümmel hielt trotz Beschädigungen 720 bis 800 Euro für möglich.  (Bild: ZDF)

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Der Verkäufer wünschte sich 250 bis 300 Euro, Experte Detlev Kümmel hielt trotz Beschädigungen 720 bis 800 Euro für möglich. (Bild: ZDF)

Dazu konnte auch Gert aus Eibenstock, der von Enkelin Leni begleitet wurde, nichts sagen: „Nach dem Tod meines Vaters habe ich erst einmal mitgekriegt, dass diese Flugzeuge existiert haben. Ich habe das gar nicht gewusst.“ Nach der Entdeckung informierte er sich über den Hersteller: „Die sind aus einem Unternehmen aus Brandenburg an der Havel. Diese Firma hat die Produktion dieser Blechspielzeuge schon 1923 eingestellt.“

Was er außer dem Alter noch herausfand: „Die waren vor dem Ersten Weltkrieg Verkaufsschlager.“ Aufgrund der Ketten dachte Gert, „dass das früher ein Kettenkarussell war“. Das konnte der Experte nicht bestätigen, denn die Löcher wurden selbst gebohrt. Auch sonst wiesen die Blechflugzeuge Kratzer, Dellen und Rost auf.

„Das erinnert mich ein bisschen an King Kong“

Hergestellt wurden sie in den ORO Werken Brandenburg. Das Label „Made in Germany“ bestätigte die Produktion in den 1920er-Jahren. Die Zeichen und Nummern waren rein fiktiv und entsprachen keinem echten Flugzeugvorbild. Gert stellte sich 250 bis 300 Euro vor. Detlev Kümmel hielt trotz Beschädigungen 720 bis 800 Euro für möglich. „Das hört sich gut an“, freute sich der Verkäufer über den unerwarteten Schätzwert.

Im Händlerraum stürzten sich Daniel Meyer und Benjamin Leo Leo sofort auf die Spielzeuge. „Das erinnert mich ein bisschen an King Kong“, fand Meyer. „Sie haben uns eine ganze Fliegerstaffel mitgebracht“, begrüßte David Suppes den Verkäufer. Wolfgang Pauritsch startete mit 150 Euro, die David Suppes direkt auf 200 Euro und Daniel Meyer auf 250 Euro erhöhte. Dann nahm die Verhandlung rasant Fahrt auf.

Pauritsch, Suppes und Meyer lieferten sich ein Bietergefecht, das schnell den Wunschpreis des Verkäufers verdoppelte. „Die Expertise war noch höher?“, vermutete Meyer. „Isse“, nickte Gert. Suppes und Meyer steigerten weiter. „Dann mache ich noch 800 Euro“, bot Suppes an. „Ok, ich bin einverstanden. Ich möchte es nicht weiter hochtreiben“, freuten sich Gert und Leni über die erreichte Maximalschätzung. Von Pauritsch fiel die Anspannung ab: „Ihr habt uns eine tolle Show geliefert.“

„Bares für Rares“: Witziger „Hummer“ begeistert Händler

Ebenfalls verkauft wurde die Brosche mit Calzedon-Gemme, Rosendiamanten und Perlen aus der Zeit zwischen 1860 und 1870 mit einem Schätzwert von 1.800 bis 2.000 Euro. Es wurde sogar noch mehr: Lisa Nüdling bot 2.200 Euro an, die die Verkäuferin in eine Reise reinvestieren wollte.

Das Prämeta Modellauto „Buick 405“ von 1949/50 wurde auf 150 bis 180 Euro geschätzt. „Ein schönes Auto. Das werden wir kaufen“, kündigte Wolfgang Pauritsch an. Benjamin Leo Leo machte mit 160 Euro das höchste Gebot.

Der auf 1.000 Stück limitierte „Hummer“ in Glas von Rosenthal aus dem Jahr 1983 nach dem Entwurf von Paul Wunderlich hatte einen Wert von 350 bis 450 Euro. „Ich finde das Motiv witzig in der Küche“, überlegte Lisa Nüdling. „Ich liebe Hummer“, kaufte jedoch Daniel Meyer das Objekt für 280 Euro.

Die fünf japanischen Farbholzschnitte aus der Mitte des 19. Jahrhunderts hatten einen Gesamtwert von 400 bis 500 Euro. Die Drucke gefielen allen sehr gut. Die 350 Euro von Wolfgang Pauritsch wollte jedoch niemand überbieten. (tsch)

Händler Walter „Waldi“ Lehnertz hingegen verrät in dieser Sendung, wie er seine Frau um Entschuldigung bittet, wenn er etwas angestellt hat.  (Bild: ZDF)

Besondere „Schublade“

„Bares für Rares“-Händler packt unvermittelt Beziehungs-Geheimnis aus