„Waldi ist am Start“, stellte „Bares für Rares“-Händler Walter Lehnertz in der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow gleich zu Anfang klar. Doch am Ende sorgte das begehrte Vorkriegs-Spielzeug für Zoff ...
„Bares für Rares“Händler wird plötzlich ungehalten: „Was stimmt mit dir nicht?“

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Altes Spielzeug hatte schon öfter auf dem Expertenpult von Sven Deutschmanek (links) gelegen, doch dieses Stück stach in der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ selbst für den Fachmann heraus. (Bild: ZDF)
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Altes Spielzeug hatte schon öfter auf dem Expertenpult von Sven Deutschmanek gelegen, doch dieses Stück stach in der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ selbst für den Fachmann heraus. Kein Wunder also, dass der seltene Blechbär am Ende ein hitziges Händler-Duell entfachte und Horst Lichter ihn in seine Vitrine stellen wollte.
Martina und Klaus aus Isernhagen brachten ein altes Spielzeug mit, das sie beim Aufräumen der Wohnung von Martinas Vater entdeckt hatten. Schon beim ersten Blick war Horst Lichter begeistert: „Wow!“ Experte Sven Deutschmanek ordnete das Blechspielzeug einer kleinen Nürnberger Manufaktur zu - Hammerer & Kühlwein, gegründet im Jahr 1925.
„Lass ihn schwatzen!“
Der Experte erklärte weiter, dass es sich um ein sehr frühes Stück der Firma handelte. Neben Zirkusbären habe die kleine Blechfabrik auch Autos und Flugzeuge hergestellt - allerdings nur in sehr geringen Stückzahlen. „Das ist kein Big Player wie die Firma Schuco“, betonte Deutschmanek. Das Objekt datierte er auf die Zeit um 1939/40.
„Er funktioniert - das ist das Schöne“, freute sich Deutschmanek. Nachdem der Braunbär mit einem Schlüssel aufgezogen wurde, setzte er sich mithilfe eines Holzrades in Bewegung und bäumte sich schließlich auf den Hinterläufen auf. „Wenn jetzt noch die Originalverpackung dabei wäre - das wäre traumhaft“, schwärmte der Experte.
Neben der einwandfreien Mechanik lobte Deutschmanek auch, dass der Schlüssel für den Uhrwerkantrieb im Inneren des Bären noch original war. „Vor dem Krieg wurde viel hochwertiger gearbeitet“, betonte der Experte. Denn selbst der kleine Schlüssel war qualitativ hochwertig und lag schwer in der Hand. „Der Zustand ist sehr, sehr gut“, fuhr Deutschmanek fort und auch Lichter zeigte sich mehr als begeistert: „Mir gefällt er auch, zudem ist er selten von einer kleinen Firma. Das wäre was Schönes für die Vitrine.“ Gewünscht wurden 180 Euro. Deutschmanek erhöhte auf 190 bis 220 Euro, denn „das ist außergewöhnlich, richtig schön und ganz selten“.
„Oh, toll“, fand auch Elisabeth Nüdling das kleine Tier, das Walter Lehnertz sofort an den „Berliner Bär“ erinnerte. So startete er auch gleich mit 80 Euro: „Damit meine Kollegen wissen: Waldi ist am Start.“ Julian Schmitz-Avila hatte aber ebenfalls ein Auge darauf geworfen, denn „Blechspielzeug hat nach wie vor viele Sammler“. David Suppes kannte hingegen nur Schuco-Stücke aus Nürnberg, wollte für 90 Euro aber dennoch mitbieten. „Was stimmt mit dir nicht?“, folgte darauf gleich Schelte von Kollege Lehnertz, der nun auf 100 Euro erhöhte. Danach mischte sich Jos van Katwijk ein und bot 110 Euro. „Du auch noch?“, rief Lehnertz. „Natürlich“, konterte van Katwijk.

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„Oh, toll“, fand Elisabeth Nüdling das kleine Tier, das Walter Lehnertz (Bild) sofort an den „Berliner Bär“ erinnerte. (Bild: ZDF)
„Tu mir einen Gefallen und mach dein Endangebot“, forderte Lehnertz Jos van Katwijk auf. Anscheinend wollte er so schnell wie möglich den Tanzbär kaufen. Doch der Gefallen blieb aus. Stattdessen spielte jetzt auch noch Schmitz-Avila mit, denn er vermutete richtig: „Das war sicher eine ganz kleine Auflage.“ Als van Katwijk schließlich 180 Euro bot, kochte Lehnertz fast über: „Lass ihn schwatzen!“
Doch das hitzige Duell ging weiter. Obwohl Lehnertz sogar Ähnlichkeiten zwischen sich und dem Bären entdeckte, musste er sich am Ende geschlagen geben: Das Spielzeug ging für 250 Euro an van Katwijk. „Wahnsinn“, staunte auch David Suppes. (tsch)

