„Bares für Rares“-Expertin Heide Rezepa-Zabel entgeht bei der Expertise nicht die kleinste Beschädigung. Im Fall einer filigranen Brosche durfte sich die 88-jährige Verkäuferin am Ende trotzdem freuen.
„Bares für Rares“„Draufgetreten“ Expertin deckt Mängel auf, doch Händler sind begeistert

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Heide Rezepa-Zabel nahm die Brosche genau unter die Lupe. Sie musste Horst Lichter über eine Beschädigung informieren. (Bild: ZDF)
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„Hach, eine Brosche!“, freute sich Horst Lichter in der aktuellen Folge seiner ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“.
„Ein Bröschchen“, verniedlichte Heide Rezepa-Zabel den filigranen Schmuck, der vor den beiden auf dem Pult lag. Lichter wurde kreativ und erfand eine weitere Steigerungsform: „Ein Bröschelineleinchen!“
Verkäuferin gibt zu: „Das kann mir passiert sein“
Der Moderator sinnierte über das Motiv: „Eine Schleife mit Ähren, so würde ich es interpretieren.“ Heide Rezepa-Zabel überschlug sich vor Begeisterung. „Zauberhaft, elegant, graziös, anmutig, nicht aufdringlich!“ Das ging ja gut los.
Als die Noch-Besitzerin hinzukam, war Lichter sofort neugierig: „Meine Liebe, wo kommt denn diese Brosche her?“ Die 88-jährige Gurte vermutete: „Höchstwahrscheinlich Ende der 60er-Jahre.“ Lichter erklärte das Missverständnis: Er wolle wissen, wie Gurte ursprünglich an den Schmuck gekommen war.
„Die habe ich von einer alten Freundin geschenkt bekommen“, erzählte die Düsseldorferin. „Da ich so alt bin, gebe ich einiges weiter, aber bei dem dachte ich: Das kann man bestimmt verkaufen.“ Rezepa-Zabel vermutete: „Die Dame hatte bestimmt einen exquisiten Geschmack.“
Gurte bejahte die Vermutung. Heide Rezepa-Zabel bestätigte ihr im Gegenzug die Herstellungszeit der Brosche. Die Expertin erkannte „hauchdünne vierkantige Drähte, durch Feinlottechnik verbunden“. Mit dieser Technik einher gingen seinerzeit neue Gestaltungsmöglichkeiten. „Diese Technik der damaligen Zeit war die Voraussetzung für diesen wunderbar leichten Schmuck, der so ganz anders war als der schwere repräsentative Schmuck der vergangenen Jahrzehnte“, referierte die Expertin.

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„Diese Technik der damaligen Zeit war die Voraussetzung für diesen wunderbar leichten Schmuck, der so ganz anders war als der schwere repräsentative Schmuck der vergangenen Jahrzehnte“, referierte die Expertin. (Bild: ZDF)
Dann widmete sie sich den Steinen: Die Brillanten wurden durch Achtkant-Diamanten ergänzt. „19 an der Zahl“ und insgesamt 0,9 Karat, schätzte Heide Rezepa-Zabel. Lichter fragte nach Farbe und Reinheit. „Sehr gut“, urteilte Rezepa-Zabel. Sie erkannte aber auch einen Makel: „Offensichtlich ist die Brosche mal hingefallen und jemand ist draufgetreten“, glaubt sie. „Das kann mir passiert sein“, gab Gurte zu.

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„Die habe ich von einer alten Freundin geschenkt bekommen“, erzählte die Düsseldorferin Gurte. (Bild: ZDF)
War Gurtes Preiswunsch von 800 Euro dennoch drin? „Ich finde sie bezaubernd, man kann sie heute noch gut tragen, sie wirkt nicht altbacken, sie wirkt zeitlos“, schwärmte Rezepa-Zabel. Die Expertin schätzte den Wert auf 700 bis 800 Euro.
88-Jährige freut sich nach Verkauf über „vollkommen guten Tag“
Im Händlerraum versteckte Gurte den Schmuck in einem Beutel, den sie vor Wolfgang Pauritsch abstellte. Das weckte die Neugier von Fabian Kahl: „Was ist das denn? Jetzt sind wir aber gespannt!“ „Wunderschön!“, lautete Wolfgang Pauritschs erstes Urteil. „Das sieht aus wie Hopfen. Eine Bierbrosche!“, fand er. Lisa Nüdling fragte: „Eine Ähre oder?“ Walter Lehnertz rätselte: „Was soll das sein? Ein Strauß? Da ist doch unten eine Schleife dran?“
Blumenstrauß, Ähre, Hopfen, Rispen? Wolfgang Pauritsch dauerte das Rätselraten zu lang: „Ist egal, ich möchte starten.“ Er ging mit 350 Euro ins Rennen. Lisa Nüdling stieg ebenfalls ein. Die beiden duellierten sich in mehreren Schritten nach oben. „Wir streiten uns richtig um ihre Brosche“, wandte sich Pauritsch an die Verkäuferin. „Das ist schön, ich freue mich“, erwiderte Gurte. „Wir freuen uns auch“, ließ sich der Händler in die Karten schauen.
Lisa Nüdling bot 850 Euro. Wolfgang Pauritsch kommentierte: „Das ist, glaube ich, gut.“ Er gab auf und Nüdling erstand den Schmuck. „Was für ein Feuerwerk an Brillanten!“, zeigte sich Pauritsch als guter Verlierer. Auch Fabian Kahl wandte sich an die Käuferin: „Lisa, tust du mir einen Gefallen?“, machte sich Kahl für seinen Kalauer bereit: „Hältst du diese Brosche bitte in Ähren.“ Auch Gurte freute sich: „800 gewünscht, 850 bekommen. Es war ein vollkommen guter Tag.“ (tsch)

