Coming-out Rapperin spricht über Bisexualität und Reaktion ihrer Mutter

Jordan Napieray trägt eine Kappe auf dem Kopf und öffnet den Mund leich.

Die Rapperin Jordan Napieray, die besser unter ihrem Namen Badmomzjay bekannt ist, war zu Gast im „Kölner Treff“. Das Foto hat sie auf ihrem Instagram-Kanal am 23. Januar 2022 gepostet.

Jordan Napieray ist trotz ihres jungen Alters eine der besten deutschen Rapperinnen. Vor allem ist sie aber eines: Selbstbewusst. Auch aus ihrer Sexualität macht sie keinen Hehl.

Jordan Napieray (19) ist Rapperin und besser bekannt unter ihrem Künstlernamen „Badmomzay“. Sie ist noch nicht einmal 20 Jahre alt, startet in der Rap-Szene gerade aber so richtig durch und gilt als eine der gefragtesten Frauen in diesem Genre.

Ende 2021 erschien ihr erstes Solo-Album. In ihren Rap-Tracks zeigt sie häufig von ihrer knallharten Seite. So ist sie jedoch nicht immer, das machte die junge Frau in der WDR-Talkrunde „Kölner Treff“ (Ausgabe vom 21. Januar 2022) im Gespräch mit Gastgeberin Bettina Böttinger (65) klar.

Jordan Napieray: „Mama, ich glaube, ich bin in ein Mädchen verliebt“

Trotz ihres Alters sei sie schon immer sehr selbstbewusst gewesen, habe aber irgendwann gemerkt, dass sie anders als viele andere ist. Zu Beginn ihrer Pubertät – ungefähr mit zwölf oder 13 Jahren – postete die polnisch-stämmige Rapperin bei Instagram, dass sie queer ist.

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Napieray über ihre Bisexualität: „Ich habe das erst mitbekommen, als ich mich in ein Mädchen verliebt habe.“ Sie gab an, sich ein wenig über Bisexualität im Internet zu informieren und anschließend begonnen zu haben, ihre sexuelle Präferenz an ihr Umfeld zu tragen.

„Kölner Treff“: Badmomzay berichtet von Coming-out

Doch wie kam das Coming-out bei ihrer Mutter an? „Ich weiß noch, wir saßen in der Küche. Und ich meinte so: ‚Mama, ich glaube, ich bin in ein Mädchen verliebt.‘ Und sie hat ihren Kaffee getrunken: ‚Ja, okay.‘ Das war alles.“ Jordan Napierays Mutter machte aus dem Coming-out also keine große Sache.

Doch nicht alle hatten so viel Verständnis für ihre Sexualität: „Dann bin ich in die Schule gegangen, und da habe ich gemerkt, dass es Leute gibt, die reagieren da ganz anders drauf.“

„Es gibt sehr viel Hass, viele Leute, die da überhaupt nicht drüber reden wollen. Es gibt sehr viele Blicke“, erklärte die rothaarige Rapperin. Dadurch habe sie sich aber nie einschüchtern lassen, sondern sich sogar bestärkt gefühlt. Sie habe realisiert: „Das ist also mein Kampf, den ich jetzt führe.“

Jordan Napieray: Rapperin spricht in Show über Kindheit

Jordan Napieray wuchs zusammen mit ihrer kleinen Schwester bei ihrer alleinerziehenden Mutter in Brandenburg an der Havel auf. Ihren Vater hat Jordan nie kennengelernt, vermisse ihn daher aber auch nicht. Eine besonders rosige Kindheit hatte sie nicht, da ihre Mutter, eine Pflegerin, sehr viel gearbeitet hat, um den Lebensunterhalt zu sichern.

Mit 17 sagte Jordan Napieray ihrer Mutter: „Du kannst aufhören zu arbeiten.“ Zu diesem Zeitpunkt habe sie bereits genügend Geld verdient, um die Familie zu ernähren, erzählte sie im „Kölner Treff“ bei Bettina Böttinger.

Ihre eigene Mutter beschreibt die Rapperin als selbstbewusst, sehr stark und auch sehr einfühlsam. „Ich habe gefühlt alles von ihr“, resümierte sie. Ihre Mutter sei der Grund, warum sie sich nicht von anderen unterdrücken lässt. Sie habe ihr gezeigt, dass eine Frau alles kann. (jm)

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