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„Tatort“-Star Axel Prahl„Bei uns kriegen zu viele den Hals nicht voll“

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Axel Prahl stimmt diese Zeit nachdenklich, er weiß, wie sehr Kulturschaffende gerade leiden. Mit Wolfgang Niedecken hat er deshalb den Song „Nicht systemrelevant“ aufgenommen – um auf die Probleme seiner Kollegen aufmerksam zu machen. 

Köln – Die vielen Gesichter des TV-Lieblings Axel Prahl (61). Am Sonntag, 2. Mai 2021, erleben wir ihn in seiner Paraderolle des drögen Hauptkommissars „Frank Thiel“ im neusten Münster-„Tatort“ „Rhythm und Love“ (er ermittelt da in einer Sex-Kommune).

  1. Axel Prahl über neue Rollen abseits des Krimi-Genres
  2. Am Montag, 3. Mai 2021, ist er bei „Extraklasse 2+“ im ZDF zu sehen
  3. Er wählt eine andere Form der Corona-Kritik als Kollege Jan-Josef Liefers

Am Montag, 3. Mai 2021, mimt er zur Abwechslung den empathischen Lehrer im ZDF-Fernsehspiel „Extraklasse 2+“. Zwei von vielen Rollen, in denen er es zu einem der beliebtesten (und dabei bodenständigsten) Schauspieler Deutschlands gebracht hat.

Gleich nach dem „Tatort“ bietet das ZDF am Montag Ihren Film „Extraklasse 2+“ als „Fernsehfilm der Woche“ an. Da geht es nicht um Sex & Crime. Zufrieden mit der Abwechslung?Axel Prahl: Ich finde den Film erholsam. Schon beim ersten Teil habe ich gedacht: „Wunderbar. Mal kein Krimi. Nicht Mord und Totschlag, sondern ganz normale Alltagswelt.“ Es ist schön, mal zu zeigen, wie die Welt aussehen könnte, wenn sich die Leute ein bisschen mehr umeinander bemühten.

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Axel Prahl als engagierter Lehrer Ralph Friesner (hier mit seiner Kollegin Aglaia Szyskowitz) im ZDF-Film „Extraklasse 2+“.

Haben Sie noch die Hoffnung, dass die Welt mal so aussehen wird, wie Sie es sich erträumen?Ich habe da meinen Optimismus nicht verloren, bin mir sehr sicher, dass die meisten Leute das ähnlich sehen. Es sind nur die wenigen unmoralischen Ausnahmen, die das Bild verwässern, weil die in den Schlagzeilen leider einen enormen Platz einnehmen.

Einige dieser unmoralischen Menschen, die anderes handeln als wir erträumen, sehen wir aber auch in „Extraklasse 2+“......das, was zu sehen ist, passt haargenau in diese Zeit. Es geht auch um Menschen, die korrupt sind, den Hals nicht vollkriegen, ihre Moral für den schnöden Mammon sausen lassen.

Erinnert an die aktuell aufgefallene Politiker-Raffgier…Da kann man hingucken, wohin man will, diese Menschen sind immer da. Mir ist das gerade bei der Deutschen Bank aufgefallen: Kaum macht die wieder einen kleinen Gewinn, steigt der Bonus für die 4200 Investment-Banker auf 1,9 Milliarden Euro. Fast 700 Mitarbeiter verdienen je mehr als eine Million Euro, gleichzeitig sollen einige Tausend Stellen abgebaut werden. Das rechnet sich für einige Leute – aber nur für einige wenige.

Wurde „Extraklasse 2+“ unter Corona-Bedingungen gedreht?Ja. Wenn man genau hinschaut, sieht man es. Wir mussten im Februar abbrechen, haben im Juli weitergemacht, man erkennt das an den Blumen, Büschen und Bäumen. Auch als Schauspieler war ich betroffen. Als wir unterbrechen mussten, drehte ich den „Tatort: Es lebe der König“ weiter und kam dann zurück zu „Extraklasse“. Deswegen trage ich in „Es lebe der König“ einen Vollbart, den ich für „Extraklasse“ dann nur teilweise abrasieren musste.

Hat Corona Einfluss auf Ihr privates Leben genommen?Natürlich. Meine Mutter ist 81, lebt in Schleswig Holstein. Da ist das Reisen hin und her immer noch schwierig. Und ich denke an mein Inselorchester, meine Band, von der die Musiker zusehen müssen, wie sie anderweitig über die Runden kommen. Ich habe übrigens u. a. mit Wolfgang Niedecken „Nicht systemrelevant“ aufgenommen. Da weisen wir auf die katastrophale Lage für Kunst- und Kulturschaffende hin. Der Song ist aktueller denn je.

Sie machen in vielen, vielen Filmen mit. Sieht aus, als könnten Sie ohne Arbeit nicht leben...Ich arbeite gern und bin glücklich, dass es so viele und so unterschiedliche Sachen sind, dass ich frei entscheiden kann, was ich mache, was nicht. Mir ist aber bewusst, dass gerade viele Kollegen ohne Job sind, sich sehnlichst wünschen, arbeiten zu können.

Bekannt wie ein bunter Hund. Wie sehr stresst das?Es ist toll, dass ich so viele Fans habe, die einschalten, wenn sie wissen, dass der Prahl mitspielt. Aber es gibt auch Momente, die nicht so angenehm sind. Manchmal kommt jemand daher, schmeißt ohne zu fragen seine Arme um mich und fordert ein schönes Foto. Das ist nicht immer mit Freude verbunden.

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Am Sonntag, 2. Mai 2021, im „Tatort“ wieder eine Bank: Axel Prahl und Jan-Josef Liefers ermitteln dieses Mal in einer Kommune. Da wohnen auch Alpakas.

Vor Jahren gab es den Plan, einen Münster- „Tatort“ fürs Kino zu drehen. Keine Lust mehr?Leider gab es den Film noch nicht. Um das Kino ist es ja momentan nicht so gut bestellt. Aber einen Traum gibt man nicht auf. Wir hatten den Wunsch. Dann ist uns der Kollege Til Schweiger aus Hamburg dazwischen gekommen…

…dessen „Tatort“-Kinofilm „Tschiller – Of Duty“ aber voll gegen die Wand gefahren ist...Ich fände es toll, einen zu drehen, bei dem man mal mehr ausholen kann. Das „Tatort“-Budget ist im Vergleich zu anderen TV-Formaten, die manchmal nicht so viele Zuschauer haben, eher gering. Es wäre schön, mal richtig in den großen Topf greifen zu können.

Sie sind 61 geworden– stellen Sie aufs Rentnerleben ein?Ich denke nicht dran. Ich bin ein rastloser Mensch, möchte das gern bleiben. Es wäre nichts für mich, nur noch zu Hause zu sitzen und nichts mehr zu machen, außer Rosen zu beschneiden und Rasen zu mähen.

Haben Sie als junger Mensch erwartet, dass Sie mit 61 da sein werden, wo Sie jetzt sind?Nein. Mit 14 oder 15 habe ich nicht erwartet, dass ich mal älter als 40 werde – aus Furcht vor einer Zukunft mit Schrankwand, Bausparvertrag und Rentenbescheid. Damals waren ältere Menschen noch anders. Sie hatten die Ausläufer des Zweiten Weltkriegs erlebt, bei ihnen war noch Scheuklappen- und Autoritätsdenken spürbar.

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Der doppelte Prahl im Wachsfigurenkabinett von Berlin.

Das mit der Autorität hat sich geändert…Ende der 50er hat sich dieser Wandel vollzogen, der meines Erachtens heutzutage etwas ins Ungesunde gekippt ist. Ich wünsche unserer Gesellschaft manchmal etwas mehr moralische Autorität, z. B., dass Schüler anerkennen, wenn ein Lehrer sich bemüht, ihnen zu helfen und nicht immer der Buhmann ist – was wir ja sehr schön in „Extraklasse 2+“ zeigen.

Axel Prahl: Er studierte Musik und Mathematik

Axel Prahl (geboren am 26. März 1960 in Eutin) wuchs in Neustadt in Holstein auf. Er machte sein Fachabitur auf dem zweiten Bildungsweg, studierte anschließend Musik und Mathematik.

Von 1982 bis 1985 hänge er ein Schauspielstudium in Kiel dran. Es folgten Engagements am Schleswig-Holsteinischen Landestheater. 1992 dann der Umzug nach Berlin und das TV-Debüt in Max Färberböcks „Schlafende Hunde“.

Seit 2002 ist er der Hauptkommissar Frank Thiel im Münster-„Tatort“. Er ist auch als Musiker mit Band „Das Inselorchester“ unterwegs. Axel Prahl ist seit 2014 in dritter Ehe verheiratet und hat vier Kinder.