Jasmin Gerat (47) fremdelte mit ihrer aktuellen Rolle der Serie „Tage, die es nicht gab“. Uns hat sie erzählt, warum.
„Krass, aber auf Dauer zu viel“Jasmin Gerat über ihre Zeit als TV-Idol der 90er

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Jasmin Gerat: Privat hat die Schauspielerin oft ein Lachen auf den Lippen. In „Tage, die es nicht gab“ spielt sie allerdings die kühle, eher schmallippige Inès.
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Eine Sympathieträgerin ist Jasmin Gerats (47) Rolle Inès in der ARD-Serie „Tage, die es nicht gab“ (Staffel zwei ab 4. Februar, 20.15 Uhr und bereits in der Mediathek) nicht gerade. Ihren drogenkranken Sohn hat sie verstoßen, sie reagiert kalt und abweisend auf ihren Ehemann, der den Nachwuchs nicht aufgeben will, spricht nicht über ihre echten Gefühle.
Das macht es auch für die Schauspielerin schwieriger: „Das mit Inès und mir war gar nicht so leicht, also selbst in der Vorbereitung für Staffel 2 habe ich wieder gemerkt, wie sehr es mich nervt, dass diese Frau nicht einfach sagt, was los ist“, sagt Gerat. „Dieses ‚Die Dinge mit sich selbst ausmachen‘ kenne ich aus meinem persönlichen Leben sehr, sehr gut, aber am Ende des Tages muss ich mit meinen Freunden und meiner Familie über meine Themen sprechen, um sie besser reflektieren zu können und vor allem, um sie nicht alleine tragen zu müssen.“
Jasmin Gerat: Ausgebrannt vom Moderieren
Aber durch die Rolle habe sie auch ihre eigenen unangenehmen Seiten angucken müssen, so Gerat. „Es ist nie schwarz oder weiß, dazwischen gibt es viele Grautöne, die total menschlich und nachvollziehbar sind. Wir alle kennen Überforderung, Erschöpfung, Sinn- und Haltlosigkeit, wenn die Alltags-Rüstung, unser Schutzschild, immer schwerer wird.“ Inès sei dennoch eine Rolle, die von der privaten Jasmin weit weg ist – eine Bewegung aus der Komfortzone.
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Gerat stand schon sehr früh vor der Kamera, unter anderem als Moderatorin von „Bravo TV“. Ein echtes Brett für eine Jugendliche: „Mit 16 von zu Hause und aus Berlin weg zu gehen, ein Volontariat in einer Fernsehredaktion zu machen und eine wöchentliche Live-Sendung zu moderieren, später waren es dann insgesamt vier Sendungen zwischen denen ich gependelt bin, das war krass. Krass toll natürlich, aber auch auf Dauer einfach zu viel“, erzählt sie. „Und trotz meines jungen Alters und der großen Kraft, gab es diesen einen klaren Moment, in dem mir mein Instinkt ganz klar signalisiert hat: ‚So, das war's jetzt, danke für die Reise, aber nun kommt was anderes‘.“

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Lang, lang ist's her! Jasmin Gerat (2. von rechts) 1998 mit ihren ehemaligen Kolleginnen von „Bravo TV“: Kristiane Backer, Heike Makatsch und Lori Stern.
Sie legte das Thema Moderation ad acta, wandte sich der Fiktion zu. Auch, weil sie so eine Maske tragen, einen anderen Charakter spielen kann, statt als sie selbst aufzutreten. Das schlägt den Bogen zu ihrer aktuellen Rolle: „Umso weiter weg die Rolle von mir ist, umso mehr Urlaub kann ich von mir selber machen, das stimmt. Wenn Sie in meinem Kopf leben würden, wüssten Sie warum“, sagt sie und lacht. „Nein im Ernst, das ist doch das große Geschenk an der Arbeit, die ich machen darf, dass ich so viele verschieden Anteile in mir oder von anderen Persönlichkeiten erleben darf, ohne die Konsequenzen tragen zu müssen, herrlich!“
Und weil es sich in „Tage, die es nicht gab“ um allerlei Geheimnisse dreht, verrät uns Jasmin ihres mit einem Augenzwinkern und Lachen: „Ich sehe auf den professionellen Instagram-Super-Licht- und Make-Up-Fotos nicht so aus wie im echten Leben! Und das nicht nur morgens um sieben, wenn ich Schulbrote schmiere, sondern leider den ganzen Tag.“


