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„Armes Deutschland“ Jugendliche lebt freiwillig auf der Straße – Verhalten der Mutter macht stutzig

Obdachlose liegen auf einem Foto vom 26. November 2017 unter einer Eisenbahnunterführung in Hannover.

Die obdachlose Anna-Maria lebt seit einem Jahr freiwillig auf der Straße. Verwendet wird ein Symbolbild vom 26. November 2017 aus Hannover.

Die obdachlose Anna-Maria lebt freiwillig auf der Straße. Zu ihrer Mutter hat die junge Erwachsene noch regelmäßigen Kontakt – wie die zu Anna-Marias Entscheidung steht, lässt verblüffen.

Es sind Szenen, bei denen einem der Atem stockt. Anna-Maria aus Erfurt wuchs in einer normalen Familie auf und entschloss sich dann dazu, auf den Straßen Berlins leben zu wollen. Ohne ein Dach überm Kopf, ohne Geld und ohne einen Job – und das alles freiwillig. Die Jugendliche könnte jeder Zeit zu ihrer Familie zurück ziehen – das kommt für sie aber nicht infrage. Wie ihre Mutter mit der Einstellung der eigenen Tochter umgeht, lässt staunen.

Anna-Maria ist in Eischleben, einem kleinen Ort in der Nähe von Erfurt, großgeworden. Doch ein strukturiertes Leben mit einem Schulabschluss und einem festen Job scheint nicht in die Pläne der Jugendlichen zu passen – für Anna-Maria erscheint ein gesittetes Leben „langweilig“, wie sie in der RTL-Sozialdokumentation „Armes Deutschland – Stempeln oder abrackern?“, in der Folge vom 08. Februar 2022, offenbart.

„Armes Deutschland“: Jugendliche lebt freiwillig auf der Straße

Die gebürtige Erfurterin packte vor rund einem Jahr der Abenteuerdrang – Anna-Maria ging nach Berlin und lebt dort derzeit ausschließlich von Spenden, die sie von ihren Mitmenschen auf der Straße tagtäglich erbettelt. „Feiern, Saufen, Schnorren“ lautet das Motto der Jugendlichen.

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„Ich lebe von der Güte meiner Mitmenschen und beziehe kein Hartz IV, also tue ich auch niemandem weh“, so Anna-Maria überzeugt. Geschlafen wird in einem Zelt, Klamotten gibt es aus der Kleiderkammer und eine warme Mahlzeit spendet ein Obdachlosenverein, der sich speziell für obdachlose Kinder einsetzt.

Anders als die meisten Obdachlosen hat Anna-Maria jedoch die Wahl – die Jugendliche könnte jederzeit zurück zu ihrer Familie nach Erfurt und dort ein normales Leben führen. Doch das kommt für Anna-Maria nicht infrage – eine Entscheidung, die auch ihre Mutter Diana akzeptiert.

Zu der hat Anna-Maria noch regelmäßigen Kontakt und besucht sie sogar hin und wieder für ein paar Tage. „Ich habe mich dazu entschieden, Anna-Marias Entscheidung zu akzeptieren und sie ziehen zu lassen. Ich weiß zwar oft nicht, wo sich meine Tochter aufhält, aber das wissen andere Eltern von ihren Kindern auch nicht. Da bin ich entspannt“, so Mutter Diana lachend.

„Ich finde es schwierig, meine Tochter in ihrem Freiheitsdrang einzuschränken. Das bringt auch nichts. Insofern versuche ich gelassen mit der Situation umzugehen“, so Diana weiter. Dass Anna-Maria ihre Meinung ändern könnte, scheint derzeit nicht den Anschein zu machen. „Ich habe keine Lust auf einen Job, dafür bin ich zu faul“, so die Jugendliche bestimmt. (lg)

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