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Alex Klaws, erster DSDS-Sieger„Kann jedem nur zur Paartherapie raten“

Musical-Star Alexander Klaws

Copyright: Chris Heidrich

In der Show „A very special Musical Christmas” vereint Alexander Klaws musikalische Highlights seiner Laufbahn mit schönen Weihnachtsliedern. 2026 tritt er am 23. 11. im Musical Dome Köln auf und am 3.12. in der Tonhalle Düsseldorf.

Alex Klaws hat uns verraten, wovor er als erster DSDS-Gewinner am meisten Angst hatte und warum er und seine Frau sich einen Coach leisten.

15 Millionen Menschen fieberten 2003 mit, als Alexander Klaws (heute 43) das Finale von „Deutschland sucht den Superstar“ gewann. Start einer großen Karriere, die ihm kein anderer „Superstar“ in der Form nachmachte.

Musical, Schauspiel, Tanz und Gesang – Klaws ist auf vielen Bühnen zu Hause. Zum Start seiner „A very special Musical Christmas Tour 2026“ Ende November – natürlich in Köln – erinnert er sich gern an den Hype von früher und sagt, was ihm heute am wichtigsten ist.

Alex Klaws freut sich auf Weihnachten mit viel Familie

Sie haben in diesem Jahr wieder auf vielen Hochzeiten getanzt, bald geht es auf die Adventstour. Freuen Sie sich schon auf besinnliche Adventstage?

Alex Klaws: Auf jeden Fall. Bei mir war wie immer purer Rock’n’Roll los in diesem Jahr, auch bei meiner Frau, die jetzt auch wieder auf die Bühne geht. Wir freuen uns auf die Weihnachtszeit, Leute zu besuchen, Zeit zusammen mit der Familie zu verbringen. Es wird sehr bunt, viel geredet und Quatsch gemacht. Und natürlich auch viel gemeinsam gesungen.

Ihr ältester Sohn Lenny (10) spielt auch in „Tarzan“ Ihren Sohn. Sind die anderen Söhne da eigentlich eifersüchtig?

Alex Klaws: Nein. Flynn hat die Show jetzt schon mehrfach gesehen und feuert seinen großen Bruder total an. Es ist irgendwie total schön, zu spüren, dass da so eine Euphorie ist und dass Flynn auch merkt, dass das nicht ganz was Normales ist, was da passiert, wenn Lenny auf der Bühne steht. Und Lion, der ist erst zwei, strahlt sowieso den ganzen Tag.

Wenn Lenny den Wunsch hätte, sich bei „The Voice Kids“ oder später bei „Deutschland sucht den Superstar“ zu bewerben, würden Sie das unterstützen?

Alex Klaws: Also, da sind wir die Letzten, die ihm irgendwas ausreden wollen. Wenn jemand etwas will, dann hat das einen Ursprung und dann muss man dem nachgehen. Er wollte ja auch unbedingt bei „Tarzan“ mitmachen. Also Türen öffnen können wir, klar. Durchgehen muss er selber. Aber ich weiß natürlich, was das für ein Haifischbecken ist, und kann ihm dahingehend ein bisschen die Leitplanken setzen.

Die DSDS-Teilnehmer 2003

Copyright: dpa

Die erste DSDS-Staffel 2003 löste mit bis zu 15 Millionen Zuschauern einen totalen Hype aus. Mit Dieter Bohlen posieren (von links nach rechts) Juliette Schoppmann, Stephanie Bauckmayer, Nicole Süßmilch, Andrea Josten, Nektarios Bamiatzis, sowie Alexander Klaws (unten von links nach rechts, Vanessa Struhler, Gracia Baur und Daniel Küblböck

Sie treten bald wieder mit ihrem Weihnachtskonzert in Köln auf. Denken Sie da noch manchmal an den DSDS-Hype, den sie 2003 – als erster Gewinner der Show – in der Stadt ausgelöst haben?

Alex Klaws: Natürlich. Das war ja ein Lebensabschnitt, der alles auf den Kopf gestellt hat, auch im Leben meiner Eltern und meiner Freunde in meiner kleinen Heimatstadt Sendenhorst. Wenn ich nach Köln zurückkomme, ist es tatsächlich so, als wäre ich erst gestern noch da gewesen. Was ich dort alles erleben durfte, das war schon einfach der Wahnsinn. Security bei Autogrammstunden, Fans, die unser Wohnhaus belagerten ...

Was war besonders verrückt?

Alex Klaws: Im Zuge der PopKomm gab es damals das City-Ringfest. Zig Tausende Menschen in der Stadt – und ich als erster Casting-Gewinner des Landes auf einer Bühne, live direkt mit einer Band, die ich gerade erst kennengelernt hatte. Nach mir sollte die Metal-Band Motörhead spielen. Ich hatte Panik, ausgebuht zu werden, denn Metal und „Take me tonight“ waren ja nun nicht wirklich kompatibel, aber die Metal-Fans haben Pommesgabel-Finger gemacht und mitgesungen. Das hat mich umgehauen.

Menowin, der jüngste DSDS-Sieger, klagt über mangelnde Aufträge. Hat die Show sich nach mehr als 20 Jahren totgelaufen?

Alex Klaws: Ich glaube auf eine Art ja, weil die Überraschung mittlerweile wegfällt. Jeder weiß, was einen da erwartet. Als die Live-Shows damals liefen, waren die Städte wie leer gefegt, wir hatten an die 15 Millionen Einschaltquote, waren auf Augenhöhe mit „Wetten, dass ...?!“ Und jeder fragte sich: „Was lassen die sich für nächste Woche wieder einfallen?“ Wir hatten zwölf Live-Shows. Heute gibt es noch eine. Wie soll man sich da an irgendjemanden heften, der einen mit seiner Stimme berührt, ihn begleiten auf dem Weg zum Superstar?

ie Schauspieler Sascha Gluth (l-r), Harald Wieczorek und Alexander Klaws spielen eine Szene während einer Präsentation aus «Unter Geiern - Der Sohn des Bärenjägers» der Karl-May-Spiele in Bad Segeberg 2019.

Copyright: dpa

Als „Winnetou“ steht Alexander Klaws seit Jahren in Bad Segeberg auf der Bühne – hier 2019 mit Sascha Gluth und Harald Wieczorek.

Könnten Sie sich dennoch vorstellen, mal als Juror die Show wieder aufzumischen?

Alex Klaws: So wie die Shows gerade laufen, reizt es mich nicht. Es kann ja sein, dass wirklich Hammer-Talente mit dabei sind. Aber du kannst diesen Weg leider nicht mehr mit diesen Talenten gehen

„Du Tarzan, ich Jane.“ Vor 16 Jahren haben Sie ihre Frau Nadja im „Tarzan“-Musical kennengelernt. Mittlerweile sind sie eine Familie mit drei kleinen Jungs. Fällt es Ihrer Frau schwer, wegen Ihrer Karriere zurückzustecken?

Alex Klaws: Wenn ich als Winnetou im Sommer drei, vier Monate durch die Prärie reite, ist das schon hart, aber wir haben auch ein Netz von Eltern, Schwiegereltern, Babysittern und Nannys. Sie sind Gold wert. Meine Frau hat gerade eine Hauptrolle in Alanis Morissettes Musical „Jagged Little Pill“ angenommen und legt Ende des Jahres richtig los. Dann bin ich wieder dran, stecke beruflich zurück und kümmer mich um die Kinder. Eine Familie ist ja auch eine Entscheidung, die beide getroffen haben. Ich freue mich schon auf unsere schöne Männerrunde in den eigenen vier Wänden.

Sie sprechen offen darüber, dass sie in der Corona-Zeit eine Paartherapie gemacht haben. Hing der Haussegen schief?

Alex Klaws: Nein. Aber man muss ja nicht immer erst warten, bis mal irgendetwas schief läuft oder das Kind in den Brunnen gefallen ist. Es gibt immer Dinge, an denen man arbeiten kann und auch sollte – gerade, wenn man viel unterwegs ist und nicht immer Zeit hat, die Themen aufzuarbeiten. Das ist ja kein Zeichen von Schwäche. Christiano Ronaldo ist einer der besten Fußballer und hat sich noch einen Trainer genommen, um noch besser zu werden. Ich spreche deshalb auch lieber von Life-Coach als von Therapeut, der einem Kommunikation bewusster macht und sagt, wie man sie wieder verbessern kann.

Ein Beispiel?

Alex Klaws: Also, ich bin wohl der Strengere in der Erziehung. Und wenn ich gerade viele Termine auf der Uhr habe oder von der Tour komme, kann es passieren, dass ich zu ungeduldig bin. Also, daran muss man arbeiten. Kommunikation ist das A und O, gerade mit Kindern. Wie redet man entspannt miteinander, ohne dass man Stress vorlebt? Ich kann jedem nur immer, immer, immer wieder dazu raten, ein Paarcoaching zu machen.

Dieses von Stage Entertainment zur Verfügung gestellte Foto zeigt Alexander Klaws (r) gemeinsam mit seinem Sohn Lenny bei Disneys Musical «Tarzan» auf der Bühne. +++ dpa-Bildfunk +++

Copyright: picture alliance/dpa/Stage Enter

Dieses von Stage Entertainment zur Verfügung gestellte Foto zeigt Alexander Klaws (r) gemeinsam mit seinem Sohn Lenny bei Disneys Musical «Tarzan» auf der Bühne. +++ dpa-Bildfunk +++

Sie waren 27, als Sie das erste Mal „Tarzan“ gespielt haben. Jetzt sind Sie 43 und schwingen noch immer an der Liane. Merken Sie die ersten Zipperlein?

Alex Klaws: Zipperlein? Großartiges Wort, das muss ich mir merken (lacht). Ich hatte auch schon mit 27 Zipperlein. Die sind immer da, wenn man an seine Grenzen geht. Und genau das tue ich, ich suche meine Grenzen, ich suche mein Limit, weil alles andere langweilig wäre. Man sagt ja, dass man sich nur weiterentwickeln kann, wenn man seine Komfortzone verlässt. Und als Disney mich jetzt wieder gefragt hat, ob ich noch Tarzan-Specials spielen will, also nicht mehr sieben oder acht Shows die Woche, da konnte ich nicht nein sagen. Vor allem, weil ja auch mein Sohn dabei ist. Jetzt spiel ich halt noch mal den 18-jährigen Tarzan ...

Wie schaffen Sie das?

Alex Klaws: Mit ganz viel Schmerz und eiserner Disziplin. Ich lasse in der Trainingsphase zum Beispiel komplett den Zucker weg, nach 18 Uhr gibt es keine Kohlenhydrate mehr. Dazu gibt es Hanteln, Laufband und ein Push-and-Pull-Training. Heißt: Wenn ich 20 Liegestütze mache, muss ich mich auch 20 Mal hochziehen, also Muskel und Gegenmuskel trainieren. Mindestens vier, fünfmal die Woche. Aber auch Pausen müssen sein...

Alex Klaws, das Multitalent

Geboren wurde Alexander Klaws am 3. September 1983 in der Kleinstadt Sendenhorst (Westfalen). 2003 siegte er als erster Kandidat bei „Deutschland sucht den Superstar“, sechs Gold- und Platinalben folgten. Anschließend machte er eine Musical-Ausbildung, spielte fortan Hauptrollen in „Ghost“, „Jesus Christ Superstar“, „Saturday Night Fever“ oder „Jekyll and Hyde“ und „Tarzan“. In der Erfolgs-Tanzshow „Lets Dance“ (2014) bewies er, dass er auch ein Tänzer ist – ebenso gewann er in der Show „The Masked Singer“ (2021).

Seit fünf Saisons ist er als Winnetou-Darsteller bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg zu sehen. 2025 schlüpfte er wieder in die „Tarzan“-Rolle in Hamburg, jetzt startet er seine „A very special Musical Christmas”-Tour. Klaws ist verheiratet mit der Musicaldarstellerin Nadja Scheiwiller, hat drei Söhne und lebt im Norden von Hamburg.