Krieg im Nahen Osten. Nach dem Angriff auf den Iran eskaliert die Lage. Wir halten euch über die aktuellen Ereignisse auf dem Laufenden.
Nahost-KriegTrump droht: „48 Stunden, bevor die Hölle über sie hereinbricht“
Aktualisiert:
Der Iran-Krieg weitet sich nach der Tötung von Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei aus. Während Israel und die USA den Iran ins Visier nehmen, greifen der Iran und die Hisbollah Israel und weitere Ziele in der Region an. In unserem Liveblog halten wir euch über die wichtigsten Ereignisse auf dem Laufenden.
4. April
- US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit schweren Angriffen, sollte die Führung in Teheran sich nicht seinem Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus beugen. „Die Zeit läuft davon - 48 Stunden, bevor die Hölle über sie hereinbricht“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Die Bedingungen seien erfüllt, wenn der Iran einem Abkommen zustimme oder die Straße von Hormus öffne. Trump hatte gedroht, falls der Iran die Meerenge nicht vollständig und „ohne Drohungen“ für den Schiffsverkehr öffnen sollte, werde er iranische Kraftwerke zerstören lassen. Sein Ultimatum dafür verschob er vergangene Woche noch einmal. Bis zum 6. April (US-Ortszeit, Nacht zum 7. April deutscher Zeit) werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, kündigte der US-Präsident unter Verweis auf „sehr gute“ Gespräche an. In den vergangenen Tagen gab es aber weiterhin heftige Angriffe beider Seiten. Der Schiffsverkehr durch die für den globalen Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus liegt weiterhin weitgehend still.
- In den USA sind zwei Verwandte des 2020 vom US-Militär getöteten iranischen Generals Ghassem Soleimani festgenommen worden. Wie das US-Außenministerium am Samstag mitteilte, wurden die Nichte und die Großnichte des ehemals einflussreichen Generals festgenommen. Zuvor habe ihnen Außenminister Marco Rubio ihre dauerhafte Aufenthaltsberechtigung entzogen. Der Nichte Hamideh Soleimani Afshar wird vorgeworfen, offen die Islamische Republik zu unterstützen. „Bis vor Kurzem lebten Hamideh Soleimani Afshar und ihre Tochter mit einer Green Card in den USA und genossen dort einen üppigen Lebensstil“, schrieb US-Außenminister Marco Rubio auf X. „Die Trump-Regierung wird nicht zulassen, dass unser Land zu einem Zufluchtsort für Ausländer wird, die anti-amerikanische Terrorregime unterstützen.“

Copyright: Uncredited/Office of the Iranian Supreme Leader/AP/dpa
Ghassem Soleimani (Archivfoto), General der iranischen Al-Kuds-Brigaden, wurde 2020 bei einem US-Drohnenangriff im Irak getötet.
- Nach dem Abschuss eines US-Kampfjets läuft im Iran die dramatische Suche nach dem vermissten Besatzungsmitglied. Das US-Militär hat Medienberichten zufolge Spezialkräfte in den Süden des Landes geschickt - auch um eine Gefangennahme des Waffenoffiziers der abgeschossenen F-15E durch den Iran zu verhindern. Iranische Medien berichten von hohen Geldsummen, die für die Ergreifung versprochen worden sein sollen.
- Der mutmaßliche Verlust von zwei US-Kampfjets über iranischem Gebiet wirkt sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump nicht auf Verhandlungen mit der Führung in Teheran aus. „Nein, überhaupt nicht“, antwortete Trump im US-Nachrichtensender NBC auf eine entsprechende Frage und ergänzte: „Es ist eben Krieg.“
3. April
- Der Iran hat nach eigenen Angaben einen weiteren US-Kampfjet abgeschossen. Das iranische Staatsfernsehen berichtete unter Berufung auf die Streitkräfte der Islamischen Republik, ein Kampfjet vom Typ A-10 sei von der iranischen Luftabwehr getroffen worden. Die Maschine sei in den Persischen Golf gestürzt.
- Bei den jüngsten Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran ist erneut eine renommierte Universität in der Hauptstadt Teheran getroffen worden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim wurden bei der Attacke am Nachmittag (Ortszeit) das medizinische Forschungsinstitut sowie das Laborgebäude der Beheschti-Universität fast vollständig zerstört. Zudem sei auch das Studentenwohnheim auf dem Uni-Gelände stark beschädigt worden.
- Gute Nachricht: Nach dem Abschuss eines US-Kampfflugzeugs über dem Iran ist US-Medienberichten zufolge ein Besatzungsmitglied gerettet worden. Spezialeinheiten hätten das Crewmitglied retten können, berichteten der Sender CBS und das Nachrichtenportal „Axios“ unter Berufung auf informierte Kreise. Die Suche nach dem zweiten Crewmitglied dauere noch an. Bei der abgeschossenen Maschine handelt es sich um einen Kampfjet vom Typ F-15E. Dieser hat zwei Besatzungsmitglieder: den Piloten und einen Waffensystemoffizier.
- Die US-Regierung hat jetzt übereinstimmenden Medienberichten zufolge bestätigt, dass ein Kampfflugzeug über dem Iran abgeschossen worden ist. Das amerikanische Militär habe eine Rettungsaktion gestartet, um die Besatzung zu finden, bevor iranische Soldaten zu den Piloten gelangen, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf amerikanische und israelische Regierungskreise. Es werde nach zwei Besatzungsmitgliedern gesucht, berichtet die „Washington Post“. Es wäre demnach der erste Verlust eines US-Kampfflugzeuges seit Kriegsbeginn im März. Ob die Besatzung überlebt hat, ist unklar. An der Suche im Westen Irans seien ein Tankflugzeug und zwei Helikopter des Typs HH-60G beteiligt, berichtet die „Washington Post“. Laut CNN handelt es sich um die Provinz Chuzestan, im Südwesten des Landes. Zuvor hatten Irans Streitkräfte den Abschluss eines Kampfjets vom Typ F-35 gemeldet. Das Kampfflugzeug sei im zentralen Luftraum durch ein neues fortschrittliches Verteidigungssystem abgeschossen worden, hieß es in einer Erklärung der Revolutionsgarden. Unterdessen berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, ein amerikanischer Pilot, der sich mit einem Schleudersitz gerettet habe, sei gefangen genommen worden. Im staatlichen Rundfunk hieß es dagegen, das Schicksal der beiden US-Piloten sei unklar.
- Irans Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge einen Kampfjet vom Typ F-35 abgeschossen. Das Kampfflugzeug sei im zentralen Luftraum durch ein neues fortschrittliches Verteidigungssystem abgeschossen worden, hieß es in einer Erklärung der Revolutionsgarden, Irans Elitestreitmacht. Von US-Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung.
- Bei neuen Angriffen auf die B1-Brücke in Karadsch im Iran seien acht Menschen getötet und 95 weitere verletzt worden, berichteten das iranische Staatsfernsehen und die staatliche iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf den stellvertretenden Gouverneur der Provinz Albors, in der sich die B1-Brücke befindet, Ghodratollah Seif.
- Der UN-Sicherheitsrat hat eine für Freitag angesetzte Abstimmung über eine vom Golfkooperationsrat geforderte Freigabe eines Einsatzes von Waffengewalt zum Schutz der Straße von Hormus verschoben. Als Begründung hieß es aus diplomatischen Kreisen, dass die Vereinten Nationen Karfreitag als Feiertag sehen - obwohl dies bereits bekannt war, als die Abstimmung für Freitag angekündigt worden war. Ein neues Datum wurde nicht genannt.
2. April
- Bei neuen Angriffen auf den Iran ist nach Angaben von US-Präsident Donald Trump die größte Brücke des Landes zerstört worden. Trump veröffentlichte am Donnerstag auf seiner Onlineplattform Truth Social ein Video von der noch im Bau befindlichen B1-Brücke in Karadsch rund 35 Kilometer südwestlich von Teheran. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie das Bauwerk teilweise einstürzt und wie dichter Rauch aufsteigt. „Die größte Brücke im Iran stürzt ein, wird nie wieder benutzt werden“, schrieb Trump dazu. Der US-Präsident drohte mit weiterer Zerstörung, sollte die Führung der Islamischen Republik nicht zu Verhandlungen über ein Ende des Iran-Krieges bereit sein: „Es ist an der Zeit, dass der Iran einen Deal macht, bevor nichts mehr übrig ist von dem, was noch ein großartiges Land werden könnte.“
- Russland und Saudi-Arabien haben nach Angaben aus Moskau zu verstärkten diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Iran-Krieges aufgerufen. Der russische Präsident Wladimir Putin habe mit dem saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman telefoniert, teilte der Kreml in Moskau mit. Dabei hätten beide Seiten die „Notwendigkeit einer raschen Einstellung der Kämpfe und der Intensivierung der politischen und diplomatischen Bemühungen“ betont, um den Konflikt dauerhaft beizulegen.
- Nahe dem Flughafen der zweitgrößten iranischen Stadt Maschhad im Nordosten des Landes ist laut einem Medienbericht ein Brand ausgebrochen. Ein Treibstofftank sei von einem Geschoss getroffen worden, meldete die Nachrichtenagentur Mehr unter Berufung auf die Behörden der Provinz Chorasan Rasawi. Es habe keine Opfer gegeben. Die Feuerwehr sei vor Ort.
1. April
- US-Präsident Donald Trump hat eine „wichtige“ Rede zum Stand des Iran-Kriegs angekündigt. Er werde am Mittwoch um 21 Uhr Ortszeit (3 Uhr MESZ am Donnerstag) in einer Rede an die Nation ein „wichtiges Update“ zum Iran geben, teilte seine Sprecherin Karoline Leavitt mit. Kurz zuvor hatte Trump gesagt, die USA würden ihre Angriffe im Iran in zwei bis drei Wochen beendet haben. Er denke, sein Land werde noch „vielleicht zwei Wochen, vielleicht ein paar Tage länger“ brauchen, sagte er. Für ein Ende des US-Militäreinsatzes müsse es keinen Deal mit dem Iran geben, sagte Trump. Das sei „irrelevant“, da man dafür sorge, dass die Machthaber der Islamischen Republik keine Atomwaffen bauen könnten. Die USA führen zusammen mit Israel seit bereits mehr als vier Wochen Krieg gegen den Iran.
31. März
- Der Iran setzt auch einen Monat nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe den Beschuss benachbarter Golfstaaten mit ballistischen Raketen und Drohnen unablässig fort. Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten in der Nacht erneute Angriffe. Im Persischen Golf wurde zudem vor der Küste von Dubai ein riesiger kuwaitischer Öltanker getroffen, teilte die Kuwait Petroleum Corporation nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Kuna mit. Es brach ein Feuer aus, das nach Angaben der Behörden in Dubai erst nach mehreren Stunden gelöscht werden konnte. Verletzte gebe es nicht.

