Mörderischer Ukraine-Krieg Ex-Bundeswehrgeneral warnt: „Ab 1. April wird es bedrohlicher“

Das Video, am 12. März herausgegeben vom russischen Verteidigungsministerium, zeigt Fallschirmjäger, die sich angeblich die Kontrolle über einen unbekannten Flugplatz in der Ukraine übernehmen.

Das Video, am 12. März herausgegeben vom russischen Verteidigungsministerium, zeigt Fallschirmjäger, die sich angeblich die Kontrolle über einen unbekannten Flugplatz in der Ukraine übernehmen.

Geht es nach vielen Militärexperten, steht fest: Putin hat schon jetzt den Krieg in der Ukraine verloren. Er muss hohe Verluste verzeichnen, die Moral in der Truppe ist schlecht. Und die Angriffe werden immer mörderischer. Bald könnte die Lage noch bedrohlicher werden, sagt ein Ex-Bundeswehrgeneral.

Der britische Verteidigungsgeheimdienst sagte am Freitag, dass die russischen Streitkräfte „in dieser Woche nur minimale Fortschritte“ gemacht hätten. Ukrainische Soldatinnen und Soldaten wären erfolgreich in ihrem Bemühen, eine Belagerung der Hauptstadt Kyjiw zu verhindern.

Doch während es am Boden kaum vorangeht, bombt Putin weiter: Erneut wurden Wohnhäuser in der Hauptstadt von Marschflugkörpern getroffen, erneut gibt es gezielte Luftangriffe auf zivile Gebiete. Auch um das südliche Mariupol zieht sich die Schlinge enger. Der ukrainische Generalstab berichtete, dass die Russen die „totale Zerstörung der zivilen Infrastruktur, der Wohnungen und der Lebensgrundlage“ beabsichtigten.

Kann Wladimir Putin diesen Krieg gewinnen? Brigadegeneral a.D. Dr. Klaus Wittmann, der 42 Jahre in der Bundeswehr diente und unter anderem im Bundesverteidigungsministerium und im Nato-Hauptquartier tätig war, gibt in einem Interview seine Einschätzung.

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Ukraine: Ex-Bundeswehrgeneral – „Ab 1. April wird es bedrohlicher“

Gegenüber „Welt“ hat Wittmann seine Einschätzung geteilt, dass der bisherige Vormarsch der russischen Truppen ein Misserfolg ist. Es gebe kaum Angriffsbewegung, die Armee gruppiere sich um. Wittmann warnt aber: „Ab dem 1. April wird es wieder bedrohlicher, weil dann eine große Menge von neuen Wehrpflichtigen in die russischen Streitkräfte eingezogen wird. Dann muss man wieder mit Verstärkung rechnen. Gleichzeitig setzt die Armee diesen mörderischen Raketen- und Artilleriekrieg gegen die Städte fort.“

Der Brigadegeneral a.D. sieht in näherer Zukunft keine Entspannung der mörderischen Angriffe Putin. „Der Krieg gegen die Zivilbevölkerung, das mürbe machen, das sturmreif schießen, die gezielten Angriffe sogar auf Krankenhäuser, das wird leider weitergehen.“

Ukraine: „Putin hat diesen Krieg längst verloren“

Putin habe den Krieg längst verloren, meint Wittmann. Denn der russische Präsident habe sich verkalkuliert. „Er hat die Einigkeit des Westens, die Wirkung der Sanktionen und den militärischen Widerstand unterschätzt. Er hat geglaubt, dass die Ukrainer überlaufen oder die russischen Soldaten begeistert als Befreier empfangen würden. Das zeigt, wie abgeschottet Putin im Kreml ist.“

Selbst im Falle einer Besetzung der Ukraine müsste sich Putin auf einen „Untergrundkrieg einstellen, der Jahre dauern kann“, so Wittmann.

Ukraine: Brigadegeneral a.D. für Embargo auf Kohle, Öl, Gas

Wie gewaltig der Widerstand in der ukrainischen Bevölkerung gegenüber den Besatzern ist, zeigt sich schon jetzt. Würden mehr Waffen aus Deutschland auch mehr helfen? Wittmann: „Unsere Waffenlieferungen sind mit kriegsentscheidend.“ Er sei froh über die Entscheidung, mehr Waffen und Munition bereitzustellen.

Wittmann halte es nun für richtig, ein Embargo auf Kohle, Öl und Gas aus Russland zu verhängen. „Nur Sanktionen, die in den nächsten Wochen wirken, haben eine ausschlaggebende Wirkung. Wie in einem Jahr die russische Wirtschaft aussieht oder in fünf Jahren, ist Putin völlig egal.“

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