„Extrem hardcore“ Völliges Chaos bei Twitter: Musk warnt Angestellte mit bedrohlicher Mail – jetzt der Exodus

Elon Musk (hier Anfang November in New York) stellte die Twitter-Angestellten vor die Wahl: Entweder extrem harte Arbeit oder Kündigung. Es kommt zum Exodus.

Elon Musk (hier Anfang November in New York) stellte die Twitter-Angestellten vor die Wahl: Entweder extrem harte Arbeit oder Kündigung. Es kommt zum Exodus.

Elon Musk hat mit einer bedrohlich wirkenden Mail an die Twitter-Angestellten klargemacht: Entweder sie nehmen extreme Belastungen auf sich – oder sie gehen. Viele von ihnen scheinen nun ihre Wahl getroffen zu haben, es kommt zum Exodus. Nun wird vor massiven Ausfällen gewarnt.

Elon Musk krempelt Twitter nach der Übernahme komplett um und hat nach einer ersten Entlassungswelle nun eine eindeutige Mail an den Rest der Belegschaft geschickt. Die bedrohlich wirkende Botschaft: Arbeite „extrem hardcore“ – oder geh. 

Bis Donnerstagabend (17. November) gab er den Angestellten laut US-Medienberichten Zeit, sich zu dieser „Hardcore“-Arbeit zu verpflichten oder das Unternehmen zu verlassen. Dann erhalte man drei Monatsgehälter Abfindung. Viele seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter scheinen ihre Wahl nach dieser Ansage getroffen zu haben – es kommt zum Exodus.

„Um in Zukunft ein bahnbrechendes Twitter 2.0 aufzubauen und in einer zunehmend wettbewerbsorientierten Welt erfolgreich zu sein, müssen wir extrem hardcore sein“, zitiert CNN aus der Mail. Mit einem Klick auf einen Link sollten die Angestellten bestätigen, dass sie Teil des neuen Musk-Unternehmens werden wollen. Und auch Überstunden in Kauf nehmen.

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Twitter: Mitarbeiter-Exodus – viele Menschen gehen wütend

Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben scheinbar nicht auf diesen Link geklickt, sondern sich für den Weggang entschieden. Die Zahl der Kündigungen soll sich auf mehrere Hundert summieren, berichteten unter anderem das US-Portal „The Verge“ und die Zeitung „Washington Post“. Etliche der Mitarbeitenden sagen, nicht für Musk arbeiten zu wollen. Sie schrieben in den sozialen Medien, dass ganze Teams geschlossen gegangen seien – und dass es sein könnte, dass Twitter vor massiven Ausfällen steht. 

Am Mittwoch sagte Musk noch in Delaware, dass er erwarte, dass die „grundlegende organisatorische Umstrukturierung“ bei Twitter bis Ende dieser Woche abgeschlossen sein wird. Er fügte hinzu, dass er zwar in den letzten Wochen den „Löwenanteil“ seiner Zeit eher bei Twitter als bei seinen anderen Unternehmen verbracht habe, er aber nicht erwarte, dass dies für immer der Fall sein werde. Doch in der Zwischenzeit hat er sich ehrgeizige Ziele gesteckt, wie er die Plattform ändern will. Nur wird er dies in Zukunft ohne einen großen Teil der bisherigen Mitarbeitenden tun müssen. 

Die Top-Manager wurden von ihm verdrängt, der Vorstand eliminiert, rund die Hälfte des Personals entlassen. Nun kommt der freiwillige Exodus von weiteren Angestellten hinzu. Laut Firmenkreisen wurde das verbleibende Personal auf rund 3500 Personen geschätzt. In dem Bericht der „Washington Post“ heißt es, dass nur noch zwischen 2000 und 2500 Mitarbeitende nach den jüngsten Abgängen übrig seien.

Twitter: Mitarbeitende berichten – „heute war es hart“

Zahlreiche Menschen, die das Unternehmen verließen, nutzten den Twitter-Hashtag #LoveWhereYouWorked mit öffentlichen Verabschiedungen. „Ich dachte, meine Seele sei nach den letzten zwei Wochen schon völlig zerschmettert. Ich lag so falsch. Heute war es hart“, schrieb einer von ihnen. „Es wird nie eine bessere Kultur geben als die, die wir hatten. Wir wissen es. Jedes andere Technologieunternehmen weiß es“, heißt es an anderer Stelle.

Unter jenen, die sich geweigert haben sollen, die Musk-Bedingungen unterschreiben, sei die Hälfte des Teams für Sicherheitsrichtlinien gewesen, darunter die Mehrheit derjenigen, die daran arbeiteten, Fehlinformationen, Spam, gefälschte Konten und Identitätsdiebstahl zu erkennen, wird ein Mitarbeiter von der Zeitung zitiert. Ein anderer warnte vor massiven Ausfällen durch den Personalmangel: „Jeder Fehler im Code und im Betrieb ist jetzt tödlich.“

In der Zwischenzeit wurden am Donnerstagabend pikante Worte auf die Fassade der Twitter-Zentrale in San Francisco projiziert, in denen Musk unter anderem als „wertloser Milliardär“ und „Bankrottbaby“ bezeichnet wurde. Wer die Organisatoren dieses Protestes waren, ist unklar.

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