Experten fordern: Social Media raus aus Grundschulen!
Experten fordern VerbotSocial Media soll aus Grundschulen verbannt werden

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Für Grundschulkinder sehen Wissenschaftler erhebliche Risiken bei der Nutzung sozialer Medien. (Archivbild)
Abhängigkeit, Schikane, Konzentrationsprobleme – die Risiken von Social Media für die Kleinsten sind enorm. Bildungsexperten schlagen nun Alarm und verlangen eine radikale Maßnahme, die alle Eltern aufhorchen lässt: Soziale Medien sollen aus Grundschulen verschwinden.
In der laufenden Diskussion zum Schutz von Kindern sowie Jugendlichen vor den Schattenseiten sozialer Netzwerke haben Fachleute des Aktionsrats Bildung eine unmissverständliche Position bezogen. „Die Gefahren und unerwünschten Nebenwirkungen von Social Media überlagern nach unserer Einschätzung mögliche positive Aspekte im Grundschulalter“, teilte die Bildungswissenschaftlerin Nele McElvany von der Universität Dortmund der dpa mit.
Ihre Konsequenz daraus ist eindeutig: „Wir plädieren für einen Ausschluss von Social Media aus Grundschulen, wenn es sich nicht um klar umrissene besondere pädagogische Ziele handelt, die doch einen Einbezug erfordern.“
Alarmierende Gefahren: Abhängigkeit und Schikane für die Jüngsten
Ein Gutachten des Gremiums malt ein besorgniserregendes Szenario: Der Gebrauch von Handys, sozialen Netzwerken und Online-Spielen steigt schon bei den Kleinsten stark an. Das Dilemma: Grundschüler stoßen auf Inhalte, die nicht mehr von Erwachsenen geprüft, sondern von Algorithmen bestimmt werden. Sichere Inhalte für Kinder sind dabei Mangelware.
Die Auswirkungen sind heftig und treffen bereits Grundschüler: Probleme mit der Konzentration, übermäßige Nutzung, die zur Abhängigkeit führen kann, und schlimme Erfahrungen mit Mobbing im Netz. „Pädagogisches Ziel für Grundschulen muss sein, die Entwicklung der Voraussetzungen für einen souveränen Umgang mit Social Media durch die Grundschulkinder zu fördern“, unterstreicht McElvany. Ein wichtiger Punkt sei hierbei die Fähigkeit, sich selbst zu steuern.
„Mediale Integrität“ als neues Fach in der Schule?
Damit die Kleinen früh gerüstet sind, empfiehlt die Expertengruppe ein neues Lernziel: „mediale Integrität“. Dabei geht es darum, dass Kindern beigebracht wird, wie sie sich im Internet sicher und mit Verantwortung bewegen. Die Direktorin des Instituts für Schulentwicklungsforschung in Dortmund erklärt, dass dies für jede Altersklasse gelten und direkt in die einzelnen Fächer einfließen solle.
McElvany, die als Mitautorin des Gutachtens fungiert, macht deutlich: Der Schutz der Kinder ist eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft. Grundschulen sollten Eltern aktiv zur Seite stehen und sie beraten. Das bedeutet: Aufklärung über Gefahren, klare Tipps zur Nutzung und Nennung von Kontaktpersonen in der Schule.
Aber auch die Regierung muss handeln. Es wird ein festes Gesetz auf Bundesebene gefordert, das die Betreiber von sozialen Netzwerken stärker zur Verantwortung zieht. Dazu zählt eine funktionierende Kontrolle des Alters, wenn ein Account erstellt wird. Außerdem sollen manipulative Inhalte, die süchtig machen, und Werbung, die sich an Kinder richtet, verboten werden.
Und was sagt NRW dazu? Die Antwort aus dem Schulministerium
Wie reagiert die Politik hier bei uns? „Gerade mit Blick auf Grundschulkinder ist aus Sicht des Schulministeriums Zurückhaltung bei der Nutzung von Smartphones und sozialen Medien geboten“, erklärt ein Sprecher aus Düsseldorf. An allen Schulen gebe es seit 2025 Regelungen für Handys, die auf klaren Vorgaben des Ministeriums basieren. „Für Grundschulen gilt dabei die klare Empfehlung, die private Nutzung von Smartphones und Smartwatches grundsätzlich zu untersagen.“
Ungeachtet dessen bleibt die Schulung von Medienkompetenz eine Kernaufgabe für die Schulen. Junge Menschen müssen den sicheren, umsichtigen und verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Angeboten erlernen. Die Medienbildung ist laut dem Sprecher ein fester Bestandteil im nordrhein-westfälischen Schulgesetz. (dpa/red)
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