Schulden in Millionenhöhe Konten eingefroren: Droht Russland jetzt der Staatsbankrott?

Russische Rubel-Banknoten liegen auf einem Tisch.

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Putin muss durch seine Kriegsführung gegen die Ukraine viele Sanktionen für Russland in Kauf nehmen. Jetzt sind die Dollarkonten der russischen Zentralbanken im Ausland dicht, doch Putin hat Schulden in Millionenhöhe. Wie bezahlt er diese und wie geht es weiter?

Geht Russland jetzt Bankrott? Das Land schuldet internationalen Gläubigern Geld in dreistelliger Millionenhöhe. Doch der Kreml hat ein großes Problem: Russland hat einige Dollarkonten im Ausland, aber die russischen Zentralbanken sind dort alle eingefroren.

Bereits 1998 erlitt Russland einen Staatsbankrott. Kann sich das wiederholen? Kann und will Russland seine Schulden bezahlen? Diese liegen nämlich bei einer Höhe 117 Millionen Dollar. Mit welchen Folgen muss gerechnet werden, wenn die Zahlung verweigert wird?

Hat Russland überhaupt genug Geld?

Die Dollarkonten der russischen Zentralbanken im Ausland sind lahmgelegt. Möglichkeiten zur Zahlung sind dennoch vorhanden: Beispielsweise hat Russland große Goldreserven, die sie verkaufen könnten. Da gehören aber zwei zu: Schließlich muss jemand das Gold auch abkaufen und in Dollar umtauschen. Ein möglicher Käufer könnte in diesem Falle beispielsweise China sein.

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Russland könnte die Schulden also bezahlen – das steht eigentlich außer Frage. Aber ob sie es auch wirklich tun, steht auf einem anderen Blatt. Gegenüber der „Tagesschau“ sagt Anleiheexperte Felsenheimer dazu: „Es gibt durchaus für Russland das Argument, dass man sagt, ‚wir behalten jetzt das Geld, da wir in Zukunft eh keine Zahlungen mehr vom Westen erwarten können‘.“

Russland zahlt – Probleme können dennoch entstehen

Mittlerweile steht aber fest: Russland wird sich nicht plötzlich weigern, die Schulden zu begleichen. Der russische Finanzminister Anton Siluanov hat die Zahlung nämlich schon am Anfang der Woche freigegeben.

Allerdings könnte es noch zu Problemen kommen: Es steht nämlich noch offen, ob Russland in Dollar oder doch in Rubel zahlt – was in diesem Fall nicht erlaubt wäre. Wenn Russland trotzdem in Rubel zahlt, würde das Land als zahlungsunfähig eingestuft werden, was in einem Staatsbankrott enden könnte.

Allerdings würde dies nicht mit sofortiger Wirkung eintreten. Der Kreml hätte insgesamt 30 Tage Zeit, die Zahlung nachzuholen und so die Schulden in Dollar zu begleichen. Erst nach dieser Frist tritt die Einstufung zur Zahlungsunfähigkeit ein.

Sollte dieser Fall eintreffen, stellt sich die Frage: Ist Russland dann wirklich bankrott? Die Antwort lautet: Nicht wirklich. Lediglich der Dollar und internationale Investoren sind betroffen – je nachdem kann und will Russland nicht mehr in Dollar zahlen, die eigene Währung wird aber nicht angerührt. Russlands Bürger müssen also nicht darum bangen, kein Gehalt mehr zu bekommen. (sai)

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