Obama-Museum: Merkel-Jubel ja, Lauschangriff nein.
Obamas perfektes ErbeNeues Museum in Chicago verschweigt Skandale wie die Merkel-Affäre

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In Chicago wird bald ein Museum zu Ehren von Ex-US-Präsident Barack Obama eröffnet. (Archivfoto)
Ein gewaltiger Betonbau im Süden Chicagos: Im Jackson Park erhebt sich das neue Obama Presidential Center. Es ist keine leise Gedenkstätte, wie sie viele Amtsvorgänger hinterlassen haben. Stattdessen ist es ein interaktives Museum, das am 19. Juni eröffnet und die politische Karriere von Barack Obama (64) zelebriert.
Auf Schautafeln und in Filmen werden die Leistungen und Erfolge des ersten schwarzen US-Präsidenten präsentiert. Von seinen Anfängen als Sozialarbeiter in Chicago über seine Zeit als Senator bis hin zum Einzug ins Weiße Haus. Besucherinnen und Besucher können durch eine originalgetreue Nachbildung des Oval Office spazieren und mehr über Meilensteine wie die Gesundheitsreform „Obamacare“ oder die Operation zur Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden erfahren.
Auch Deutschland im Fokus – doch heikle Punkte werden verschwiegen
Als Beleg für Obamas diplomatisches Geschick wird seine Rede vor dem Brandenburger Tor neben der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel gezeigt. Doch genau hier wird es brenzlig. Denn Fehlentscheidungen und kontroverse Methoden seiner Amtszeit kommen bei dem Rundgang kaum zur Sprache.
Erinnert sich noch jemand an die Lauschaffäre um Merkels Mobiltelefon? „Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht“, lautete damals die scharfe Kritik der Kanzlerin. Im Museum? Nichts davon zu sehen. Auch die völkerrechtlich fragwürdigen Tötungen von Terrorverdächtigen mit US-Drohnen in Pakistan oder die millionenfachen Landesverweisungen muss man gezielt suchen.
Sogar Obamas Zaudern nach dem Chemiewaffeneinsatz in Syriens Hauptstadt Damaskus – was er als „rote Linie“ deklariert hatte – wird so präsentiert, als sei der Verzicht auf eine militärische Reaktion allein eine Entscheidung des US-Kongresses gewesen. Dabei konnte sich Obama selbst nie zu diesem Schritt durchringen.

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Die Stimmung zwischen Obama und Ex-Bundeskanzlerin Merkel war nicht immer gut. (Archivfoto)
Stiftung kontert: „Niederlagen sind durchaus Thema“
Obama habe zwar die grobe Linie vorgegeben, lasse die Ausstellungsmacher aber ihre Arbeit erledigen, erklärt Michael Strautmanis von der Obama-Stiftung. Er hebt hervor, dass auch Misserfolge thematisiert werden. So sei es dem Friedensnobelpreisträger nie gelungen, die Waffengewalt in den USA einzudämmen. Ein Versäumnis, das traditionell aber eher den Republikanern und der einflussreichen Waffenlobby zur Last gelegt wird, weniger Obama persönlich.
Der gewaltige Komplex, mit 7,8 Hektar so groß wie rund elf Fußballfelder, umfasst neben dem Museum auch ein Forum sowie Teile der städtischen Bibliothek. Die Standortwahl ist kein Zufall: Michelle Obama ist hier aufgewachsen, das Paar hat in Chicago geheiratet und die Töchter Malia und Sasha bekommen. Für Obama selbst startete in der „South Side“ sein kometenhafter Aufstieg zum 44. US-Präsidenten.

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Ein riesiger Betonturm im Süden Chicagos beherbergt das Obama Presidential Center. (Archivbild)
Segen für die Nachbarschaft oder Motor der Verdrängung?
Die Stiftung hofft, mit dem Vorhaben die wirtschaftlich benachteiligte Gegend mit ihrer hohen Kriminalitätsrate zu beleben. In der Umgebung des Jackson Parks leben hauptsächlich Afroamerikaner, viele unterhalb der Armutsgrenze. Doch während die Stiftung neue Arbeitsplätze in Aussicht stellt, bangen viele Anwohner um ihre Wohnungen durch explodierende Mieten. Ob sie vom Obama-Zentrum am Ende profitieren, muss die Zukunft zeigen. Strautmanis wiegelt ab: „Die lauteste Stimme im Raum spricht nicht für alle Anwesenden.“
Die Errichtung schlug laut Stiftung mit etwa 850 Millionen US-Dollar (circa 730 Mio. Euro) zu Buche und wurde über Spenden finanziert. In den letzten Jahren haben unter anderem Amazon-Gründer Jeff Bezos und die Stiftung von Bill und Melinda Gates die gemeinnützige Organisation unterstützt. Ursprünglich war die Eröffnung laut der „Chicago Tribune“ für 2020 oder 2021 anvisiert. Doch Prüfungen von Bundesbehörden sowie eine Klage von Parkschützern verzögerten den Baustart um fast fünf Jahre.

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Der spendenfinanzierte Bau kostete nach Stiftungsangaben rund 850 Millionen US-Dollar. (Archivbild)
Trump ätzt – und plant schon sein eigenes Protz-Denkmal
Anders als bei früheren Präsidenten wie George Bush oder Harry Truman, deren Bibliotheken von der nationalen Archivbehörde NARA verwaltet werden, verbleibt das Obama Center in privater Hand der Stiftung. Kritiker sehen darin die Gefahr einer parteiischen Geschichtsdarstellung. Sämtliche Regierungsdokumente wurden außerdem nur digital archiviert und nicht physisch vor Ort gelagert.
Und Donald Trump? Der träumt schon von seinem eigenen Vermächtnis in Miami – das ein Hotel und eine geparkte Boeing 747 Air Force One umfassen soll. Für Obamas Museum hat er nur Hohn übrig: Auf Truth Social teilte er die Fotomontage einer riesigen Mülltonne mit der Aufschrift „Obama Presidential Library“. Den so Verspotteten scheint das nicht zu jucken: In seiner Ausstellung kommt Trump mit keinem Wort vor. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
