Während Verdi um Verbesserungen für die Mitarbeitenden in Verkehrsunternehmen kämpft, bekommen die Abgeordneten ganz automatisch mehr Geld. So viel verdienen sie jetzt.
Nächste satte Diäten-ErhöhungDas verdienen Abgeordnete im Bundestag bald

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Abgeordnete während der 60. Sitzung des Deutschen Bundestages: Erneut werden dei Diäten angehoben.
Aktualisiert
Der öffentliche Nahverkehr in Deutschland steht weitestgehend still, weil Mitarbeiter für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. Ganz ohne viel Tamtam geht hingegen die Erhöhung der Diäten von Bundestagsabgeordneten über die Bühne.
Laut „Bild“ steigen die Gehälter um 4,2 Prozent zum 1. Juli 2026. Das entspricht einem satten Plus von knapp 500 Euro im Monat. Die Höhe ergibt sich aus neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Lohnentwicklung. Für unsere Politikerinnen und Politiker im Bundestag bedeutet das: Ihre steuerpflichtigen Bezüge von bisher 11.833,47 Euro im Monat steigen auf rund 12.330 Euro.
Dritte deutliche Diäten-Erhöhung seit 2022
Es ist die dritte deutliche Diäten-Erhöhung seit 2022. Im Vorjahr waren die Abgeordnetenbezüge um 5,4 Prozent erhöht worden, 2023 sogar um sechs Prozent. Die Diäten werden jährlich automatisch angepasst. Zwar wollte die Opposition im vergangenen Jahr diesen Mechanismus stoppen – doch das Parlament hat sich dazu entschieden, diesen zu verlängern.
Erneut bekommen die Politikerinnen und Politiker im Bundestag mehr Geld. Ist das gerechtfertigt – oder sollte die automatische Diäten-Erhöhung abgeschafft werden? Hier könnt ihr euch schnell und einfach bei EXPRESS.de melden – entweder via iPhone oder Android.
Die neuen Diäten von 12.330 Euro müssen versteuert werden, hinzu kommt noch eine monatliche Pauschale von 5.349,58 Euro (Stand: 2025), davon wird etwa die Miete des Wahlkreisbüros bezahlt oder Taxifahrten. Wenn Abgeordnete mit der Bahn fahren oder mit dem Flugzeug im Inland unterwegs sind, müssen sie übrigens auch dafür nichts zahlen – vorausgesetzt, die Reisen sind beruflicher Natur. Nebeneinkünfte sind natürlich auch noch nicht berücksichtigt.
Ähnlich wie die Renten steigen auch die Diäten regelmäßig – die Durchschnittslöhne (brutto) im Land sind ausschlaggebend dafür. Steigen sie um einen bestimmten Prozentsatz, steigen auch die Gehälter für die Abgeordneten. Allerdings hatten wohl die wenigsten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland fast 500 Euro im Monat mehr in der Tasche.
Sobald ein Bundestag neu gewählt wird, entscheidet er darüber, ob das so weitergehen soll. Während im vergangenen Jahr Union und SPD diesen „Mehr-Geld-Automatismus“ befürwortet haben, haben Linke und AfD das Vorgehen damals kritisiert. Beide Parteien wollten eine Aussetzung. (mg)

