1

Migranten-Andrang in CeutaDonald Trump warnt: „Erinnert euch an dieses Bild“

Spanische Soldaten überwachen Migranten, die nach Marokko zurückkehren, nachdem sie am 31. Juli 2026 die Grenze überquert hatten, um in die spanische Enklave Ceuta in Nordafrika einzureisen.

Copyright: AFP

Spanische Soldaten überwachen Migranten, die nach Marokko zurückkehren, nachdem sie am 31. Juli 2026 die Grenze überquert hatten, um in die spanische Enklave Ceuta in Nordafrika einzureisen.

Aktualisiert:

Zehntausende haben es von Marokko aus in die Exklave Ceuta und damit auf spanisches Gebiet geschafft. Nun äußert sich Trump dazu - und nutzt das Thema auch für seine eigenen politischen Zwecke.

US-Präsident Donald Trump hat die Ankunft Zehntausender Migranten in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta als „schrecklich“ bezeichnet und vor einem hypothetischen ähnlichen Szenario in den USA gewarnt.

„Das ist schrecklich. Erinnert euch an dieses Bild“, zitierte ihn der Sender Fox News. „So wird es uns in drei Jahren ergehen, wenn die falsche Seite an die Macht kommt“, sagte er in Anspielung auf einen möglichen Gewinn der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl 2028 und den Amtsantritt des nächsten US-Präsidenten zu Beginn des darauffolgenden Jahres.

US-Außenministerium: Spanische Regierung trägt die Schuld

Wenn die Demokraten an die Macht kämen, würden die Amerikanerinnen und Amerikaner kein gutes Leben mehr führen, warnte Trump laut Fox News.

Der Republikaner ist für eine restriktive Migrations- und aggressive Abschiebepolitik bekannt. Er wirft den Demokraten immer wieder vor, den USA mit einer liberalen Migrationspolitik geschadet zu haben. Auch die Migrationspolitik europäischer Länder hat Trump in der Vergangenheit bereits mehrfach kritisiert.

Kurz nach dem Präsidenten äußerte sich auch das US-Außenministerium auf X: „Die USA stehen an der Seite der spanischen Bevölkerung und aller Europäer gegen diese ungeheuerliche Verletzung ihrer Souveränität und ihrer Menschenrechte.“

Das Ministerium warf der spanischen Regierung dabei vor, dass dies das Ergebnis angeblich gezielter Bemühungen sei, „illegale Masseneinwanderung nach Europa“ zu ermöglichen und erleichtern.

Der Sender Fox News zitiert Donald Trump zum Andrang Zehntausender Menschen auf die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta mit den Worten: „Das ist schrecklich.“

Copyright: Mark Schiefelbein/AP/dpa

Der Sender Fox News zitiert Donald Trump zum Andrang Zehntausender Menschen auf die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta mit den Worten: „Das ist schrecklich.“

„Wir erwägen Maßnahmen, um Amerikaner im In- und Ausland vor dieser Bedrohung zu schützen, und sind bereit, andere europäische Verbündete, die ähnliche Optionen in Betracht ziehen, zu unterstützen.“ Was für Maßnahmen ihnen konkret vorschweben und worin genau es eine Bedrohung für Amerikaner sieht, führte das US-Ministerium dabei nicht aus.

Der Andrang von Migranten auf die Nordafrika-Exklave Ceuta hat Spanien in eine Krise gestürzt. In den vergangenen Tagen erreichten Zehntausende Menschen die Exklave von Marokko aus, überwiegend schwimmend. Mehr als 30 Migranten kamen beim Versuch, aus Marokko nach Ceuta zu gelangen, ums Leben. Das Gebiet in Nordafrika wird vom Mittelmeer und von Marokko eingeschlossen. Mittlerweile sollen mehrere Zehntausende wieder nach Marokko zurückgekehrt sein.

Bundeskanzler Merz will illegale Migranten nicht auf europäischen Kontinent lassen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte: „Spanien will und muss die Situation in Ceuta schnellstmöglich wieder in den Griff bekommen. Ich begrüße daher die spanische Absicht, die illegalen Migranten nicht auf den europäischen Kontinent zu lassen. Von Marokko erwarten wir, dass sie die illegalen Migranten unverzüglich wieder zurücknehmen.“

Auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) fand deutliche Worte: „Die Situation in Ceuta verdeutlicht die volatile Lage bei der illegalen Migration. Unsere Erfolge beim Zurückdrängen der illegalen Migration müssen erhalten und weiter ausgebaut werden. Flexible und angepasste Binnengrenzkontrollen müssen dazu weiterhin aufrechterhalten werden.“

Weitere Reaktionen im Überblick:

Außenminister Johann Wadephul (CDU): „Jetzt ist schnelles und gemeinsames Handeln im Sinne der Europäischen Union gefragt, um den Schengenraum – eine der größten Errungenschaften der EU – zu schützen und offenzuhalten.“

AfD-Vorsitzende Alice Weidel (AfD-Vorsitzende): „Es muss schnellstmöglich dafür gesorgt werden, dass jene, die illegal in Ceuta eingefallen sind, direkt abgeschoben werden. Sie dürfen nie den europäischen Kontinent betreten. Gleichzeitig muss die spanische Regierung alles tun, um die Außengrenze der EU dauerhaft zu sichern. (...) Notfalls muss der Schengen-Raum mit Blick auf Spanien ausgesetzt werden.“

Sebastian Fiedler (innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion): „Die Sorge ist nicht in erster Linie, dass die jetzt in Ceuta angekommenen Menschen unmittelbar nach Deutschland weiterziehen. Die eigentliche Herausforderung ist die Signalwirkung: Wenn Schleuser den Eindruck vermitteln können, dass eine Route Erfolg verspricht, steigt das Risiko weiterer Migrationsbewegungen.“

Clara Bünger (stellvertretende Linken-Fraktionschefin): „Was in Ceuta passiert, ist keine Naturkatastrophe, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen. Menschen fliehen vor Krieg, Armut und Klimakrise. Höhere Mauern halten sie nicht auf, sie machen die Flucht nur tödlicher. Jetzt zählt zuerst, dass niemand mehr stirbt.“

Wolfgang Kubicki (FDP-Vorsitzender): „Die europäische Idee zu verteidigen, heißt auch, den massenhaften illegalen Grenzübertritt an den EU-Außengrenzen zu verhindern und diese wirksam zu schützen. (...) Eine EU, die sehr konkrete Vorstellungen zu Getränkeverschlüssen und allerlei Bürokratismen entwickelt, aber in dieser Frage keine befriedigende Lösung findet, wird in der europäischen Bevölkerung an Zustimmung verlieren.“

Fabio De Masi (BSW-Vorsitzender): „Die Situation in der spanischen Exklave Ceuta ist nicht haltbar. Es braucht ein klares Signal der europäischen Politik, dass die jungen Männer, die sich da (...) auf den Weg machen, keinen Zugang zum europäischen Festland erhalten.“ (dpa)

Mitch McConnell, damals Führer der republikanischen Minderheit im Senat, spricht während einer Pressekonferenz zum Thema Grenzsicherheit.
Erst krank, dann verspottet
US-Spitzenpolitiker auf bizarren „Vermisstenanzeigen“ gesucht