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Bedrohung im Osten? Ukraine spottet über Mobilmachung Russlands: „Wunderbarer Sinn für Humor“

Russland ruft Hundertrausende wehrfähige Russen zu den Waffen, was zu einer weiteren Eskalation im Ukraine-Krieg führen könnte. Doch Kyjiw reagiert mit Hohn und Spott.

Die ukrainische Führung hat mit Spott auf die von Russlands Präsident Wladimir Putin angeordnete Teilmobilmachung reagiert. Der externe Berater des ukrainischen Präsidentenbüros, Mychajlo Podoljak, fragte am Mittwoch (21. September) auf Twitter: „Läuft immer noch alles nach Plan oder doch nicht?“ Der für „drei Tage“ geplante Krieg dauere bereits 210 Tage.

Die Russen, die eine Vernichtung der Ukraine forderten, hätten nun unter anderem die Mobilmachung, geschlossene Grenzen, blockierte Konten und Gefängnisstrafen für Deserteure erhalten. „Das Leben hat einen wunderbaren Sinn für Humor“, schloss Podoljak.

Russland ruft Reservisten zu den Waffen: Droht Eskalation in der Ukraine?

Sein Kollege Olexij Arestowytsch interpretierte den Schritt des Kremls dahingehend, dass die hohen Verluste Russland zu dieser Maßnahme zwingen. „Es sind mehr als 100 000 an Getöteten und Verwundeten, eher knapp 150 000“, schrieb Arestowytsch. Dabei seien bereits jetzt die nächsten 150 000 mental abgeschrieben. „Wie gut es doch ist, Russe unter Putin zu sein“, schrieb er ironisch.

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Moskau hatte am Mittwoch von 5937 toten eigenen Militärangehörigen seit Kriegsbeginn gesprochen. Auch unabhängige Beobachter halten die realen Verluste aber für ein Vielfaches höher als genannt.

Russland hat vor knapp sieben Monaten die Ukraine überfallen. In dem als „Spezialoperation“ bezeichneten Krieg hat der Kreml nach erfolgreichen ukrainischen Gegenschlägen die Einziehung von 300.000 Reservisten angeordnet.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat derweil die mögliche Annexion ukrainischer Gebiete mithilfe der Scheinreferenden in den besetzten Gebieten angekündigt. „Die Entscheidung, die die Mehrheit der Bürger in den Volksrepubliken Luhansk und Donezk, in den Gebieten Cherson und Saporischschja treffen, unterstützen wir“, sagte Putin am Mittwoch in einer Fernsehansprache.

Neben den selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine wollen auch die von Russland besetzten Gebiete Cherson und Saporischschja im Süden über einen Beitritt zu Russland abstimmen lassen. Die zeitgleichen Scheinreferenden sollen vom 23. bis 27. September abgehalten werden. Sie gelten als Reaktion auf die aktuelle ukrainische Gegenoffensive im Osten des Landes. (mac/dpa)

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