Gräueltaten in Butscha Satellitenfotos überführen Putins widerwärtige Lüge

Das Horror von Butscha: Hunderte Leichen toter Zivilisten wurden nach dem Abzug der russischen Armee gefunden. Russland wies die Schuld von sich, doch Satellitenfotos überführen Wladimir Putin der Lüge.

Es sind Bilder von Leichen mutmaßlicher Zivilisten, die international Bestürzung ausgelöst haben. Es wird von „Massengräbern“ und „grausamen Tötungen“ gesprochen. Die internationale Gemeinschaft ist sich einig, dass es sich um entsetzliche „Kriegsverbrechen“ handelt, die konsequent verfolgt werden müssen. Russland sprach von „Fälschungen“, doch Satellitenfotos überführen die Aussagen als Lügen.

Die Gräueltaten von Butscha sorgen weiter für Entsetzen auf der ganzen Welt. Russische Truppen hatten in dem Vorort der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw den Anschuldigungen zufolge ein Massaker angerichtet. Die Reaktion des russischen Verteidigungsministeriums auf die Vorwürfe schockierten umso mehr.

Denn Russland wies die Schuld weit von sich. Die Fotos seien gefälscht, das russische Militär habe sich bereits zuvor aus den Gebieten zurückgezogen. Es wurde sogar angedeutet, dass die Ukraine selbst für die toten Zivilisten verantwortlich sei.

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Satellitenfotos von Butscha belegen schreckliche Gräueltaten

Am Montagabend (4. April) veröffentlichte US-Satellitenbilder aus der Ukraine bestätigen nun jedoch, dass einige der in dem Kyjiwer Vorort Butscha gefundenen Leichen bereits vor dem Abzug der russischen Truppen dort gelegen haben. Die „hochauflösenden“ Bilder „bestätigen die jüngsten Videos und Fotos in den sozialen Medien, auf denen Leichen zu sehen sind, die seit Wochen auf der Straße liegen“, erklärte ein Sprecher der US-Satellitenbildfirma Maxar Technologies.

Dieses von Maxar Technologies bereitgestellte Satellitenbild zeigt einen Überblick über Butscha, Ukraine, mit der St.-Andreas-Kirche (M) und darüber der Ort, an dem sich ein Massengrab befinden soll.

Dieses von Maxar Technologies bereitgestellte Satellitenbild zeigt einen Überblick über Butscha, Ukraine, mit der St.-Andreas-Kirche (M) und darüber der Ort, an dem sich ein Massengrab befinden soll.

Auf den Satellitenbildern einer Straße in Butscha von Mitte März sind mehrere Leichen mutmaßlicher Zivilisten zu sehen, die auf oder neben der Fahrbahn liegen. An dieser Stelle hatten ukrainische Beamte nach dem Rückzug der russischen Truppen von Wladimir Putin Anfang April mehrere Leichen gefunden. AFP-Fotografen hatten bei einem Besuch am vergangenen Samstag rund 20 Leichen in Zivilkleidung gesehen - einige davon mit gefesselten Händen.

Das russische Verteidigungsministerium hatte die Bilder als „Fälschungen“ bezeichnet. Demnach seien die Leichen noch nicht dort gewesen, als die russischen Streitkräfte am 30. März abgezogen waren. Maxar-Satellitenbilder vom 19. und 21. März zeigen jedoch, dass sich bereits zu diesem Zeitpunkt mehrere Leichen auf der Yablonska-Straße in Butscha befanden.

Massaker in Butscha: Einige Leichen bereits seit Wochen in den Straßen

Die „New York Times“ verglich die Satellitenbilder mit diversen Aufnahmen von ukrainischen Beamten und internationalen Medien und bestätigte, dass einige der Leichen sich bereits Wochen vor dem russischen Abzug in der gezeigten Position befunden hatten.

Die Bilder von den Leichen mutmaßlicher Zivilisten hatten international Bestürzung ausgelöst. Zahlreiche westliche Regierungschefs hatten Moskau Kriegsverbrechen vorgeworfen. Deutschland und Frankreich wiesen am Montag dutzende russische Diplomaten aus.

Die USA und Großbritannien fordern zudem die „Suspendierung“ Russlands aus dem UN-Menschenrechtsrat. „Wir können nicht zulassen, dass ein Mitgliedstaat, der dabei ist, alle Prinzipien zu untergraben, die uns am Herzen liegen, am UN-Menschenrechtsrat teilnimmt“, erklärte die US-Botschafterin bei der UNO, Linda Thomas-Greenfield, am Montag auf Twitter. „Die Bilder von Butscha und die Verwüstung in der gesamten Ukraine zwingen uns nun, unseren Worten Taten folgen zu lassen.“ (jv/dpa/afp)

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